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Ex-Bielefelder Almir Kasumovic mischt die Regionalliga Nord auf

Selbstbewusst auf Torejagd

Bielefeld (WB). Hamburgs Sturmjuwel Jan-Fiete Arp hat sich schon dreimal in die Torschützenliste der Regionalliga Nord eingetragen, Hannovers Uffe Bech war sogar schon viermal erfolgreich. Doch auch die beiden aus der Bundesliga bekannten Gesichter kommen in Sachen Torgefahr derzeit nicht an einem Mann vorbei. Sein Name: Almir Kasumovic.

Henrik Wittenborn

Überragender Start: Nach fünf Spielen für seinen neuen Verein TSV Havelse hat Almir Kasumovic (rechts im Spiel gegen Werder Bremen II) schon sechs Tore auf dem Konto. Der 24-Jährige wechselte von Arminias U23 nach Niedersachsen. Foto: Christian Hanke

Sechs Tore in fünf Partien, im Schnitt alle 74 Minuten durfte der ehemalige Stürmer des Oberligisten DSC Arminia II für seinen neuen Klub TSV Havelse jubeln. Beeindruckende Werte, die sogar noch unter Kasumovics »Nullnummer« beim 0:1 gegen Oldenburg am Sonntag leiden sollten. Warum es für Kasumovic, der schon jetzt beinahe so viele Tore wie in der gesamten abgelaufenen Saison für Arminia geschossen hat, so gut läuft? Eigentlich eine ganz einfache Sache. »Ich glaube immer an meine Qualität.«

Für den DSC hatte der 24-Jährige in der enttäuschend verlaufenden und mit der Abmeldung geendeten Spielzeit sieben Mal getroffen – zumeist als Spielmacher auf der Zehner-Position eingesetzt. Und für Kasumovic selbst liegt dort der große Unterschied. In Havelse wird er von Trainer Christian Benbennek meist im Sturm ins Spiel geschickt.

Aufstieg für Havelse kein Thema

Auch dafür, dass es nicht nur für Kasumovic selbst, sondern auch für den TSV allgemein glänzend läuft, hat der Torjäger eine einfache Erklärung. »Wir sind wie eine kleine Familie. Jeder kämpft für jeden – und das geht vom Spieler bis zum Physiotherapeuten. Wir treten immer als Einheit auf. Auch nach der Niederlage in Oldenburg« Trotz der Pleite führt der TSV Havelse die Regionalliga Nord auch dank der Kasumovic-Treffer als Spitzenreiter an. Übrigens punktgleich vor dem »Beinahe-Bayern-Bezwinger« SV Drochtersen/Assel.

Mit dem Aufstieg in die 3. Liga will sich Kasumovic deshalb aber noch nicht auseinandersetzen. »Das werden im Laufe der Saison wahrscheinlich andere Mannschaften unter sich ausmachen.« Sollte der Sprung in die nächste Klasse nicht mit dem TSV gelingen, hat Kasumovic ihn trotzdem fest im Blick. Die Regionalliga soll nicht die Endstation sein. Kasumovic weiß eben um seine Stärken und sein Selbstbewusstsein. »Ich will bald den Sprung in den Profi-Fußball schaffen.«

Schritt Nummer eins hat er mit dem »Aufstieg« aus der Oberliga in die Regionalliga Nord schon geschafft. Wenn auch mit etwas Verzögerung. Denn dass er nach einer Übergangszeit ohne Verein im Jahr 2015 mehr als drei Jahre bei Arminia fußballerisch zu Hause sein würde, war anfangs nicht geplant. Aus der Zwischenstation in Ostwestfalen wurde auch aus privaten Gründen eine Dauerlösung.

Familie bei jedem Heimspiel dabei

Dass Kasumovic, in der Jugend bereits für Hannover 96 am Ball, im Sommer weiterziehen würde, hatte sich für ihn bereits seit längerem angedeutet. Benbennek wollte den Stürmer schon vor einem Jahr nach Havelse lotsen, der entschied sich letztlich aber für Arminia. Nach der Auflösung der U23 (»Am Ende war es ein komisches Gefühl. Wir wollten irgendwann Klarheit haben«) fiel ihm die Entscheidung für seine niedersächsische Heimat leicht.

Vor den Toren Hannovers genießt Kasumovic jetzt den Heimvorteil. »Meine Familie ist bei jedem Heimspiel dabei. Das gibt Extra-Motivation«, scherzt er. Und jubelt Familie Kasumovic ja schon in 74 Spielminuten wieder.

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