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27. Triple-Ultra-Triathlon Lensahn: Jan-Olof Wadehn läuft seine Staffel zum WM-Titel

»Steilvorlage« bei Kilometer 80

Bielefeld  (WB/jm). Der Bielefelder Ultrasportler Jan-Olof Wadehn hat den 27. Triple-Ultra-Triathlon in Lensahn unbeschadet überstanden. Als Schlussläufer der Staffel »TriTeam ManPower« führte er sein Trio zum Sieg und damit auch zum WM-Titel.

Ultra-Triathlon-Staffel-Weltmeister: Das »TriTeam ManPower« mit, von links: Carsten Sacher, Jan-Olof Wadehn und Ingo Fischer.

»Das war ein toughes Wochenende mit der Ultrafamilie«, schwärmt Wadehn, der vor 18 Jahren, damals 28, als Einzelstarter am Triple Lensahn teilgenommen hatte. Im Milenniumjahr 2000 bewältigte er die 11,4 km Schwimmen, 540 km Rad fahren und 126,6 km Laufen in 54:04:42 Stunden als Gesamt-18. im Klassement.

Berüchtigte Meiereistraße

Diesmal siegte bei den 54 Einzelstartern Robert Karas. Der polnische Profi stellte in 30:48.57 Stunden eine glorreiche neue Weltrekordzeit auf. Motivation genug für Staffel-Startschwimmer Ingo Fischer aus Marburg, der im Freibad von Lensahn insgesamt 228 Bahnen zu absolvieren hatte (11,4 km). Nach 3:08 Stunden Stunden – die ihn etwas enttäuschten, obgleich es die zweitbeste Schwimmzeit aller Teilnehmer war – übergab er an Carsten Sacher. Der Schweizer spulte die 67 Radrunden auf dem acht Kilometer langen Kurs kraftvoll in 22:56,16 Stunden ab. Die »TriTeam ManPower Staffel« übernahm damit die Spitze. Nun war es an Jan-Olof Wadehn, der auf einer 1,32 km kurzen Piste einen dreifachen Marathon zu bewältigen hatte, den Sieg nach Hause zu bringen. Der erfahrene Ultrasportler fand ein 96-Runden-Rechteck mit einigen Höhenmetern vor, die sich irgendwann wie ein Berg anfühlten. »Man spricht unter den Athleten nicht umsonst respektvoll von DER Meiereistraße«, berichtet Wadehn. »Da weiß jeder gleich Bescheid.« Der erste Marathon sei »recht geschmeidig« verlaufen. »Es verging allerdings eine Weile, bis es sich nach Laufen anfühlte.«

Brühe, Gel, Nüsse, Cola, Wasser

Mit der Nachmittagshitze, mitunter wies das Thermometer 35 Grad in der schattenlosen Sonne auf, taten sich einige konditionelle Probleme auf. Jan-Olof Wadehn schaffte es gleichwohl, keinen Meter gehend zurückzulegen. Mit Brühe, Gel, Nüssen, Cola und Wasser führte er sich bewusst regelmäßig Energie zu. Durchschnittlich schnellte sein Puls jedoch 15 Schläge höher, als es ihm lieb war.

Mentale Stärke zahlt sich aus

Am frühen Abend gab es eine willkommene Abkühlung in Form eines heftigen Gewitterregens. Das war auch der Zeitpunkt, als er bei Kilometer 80 von Mareile Hertel (Marktoberdorf) überholt wurde. Ihr Kommentar: »Jetzt wollen wir das Feld mal von hinten aufrollen.« Das empfand der Bielefelder – wissend um seine mentale Stärke zum Ende hin – als Steilvorlage für sich. Fortan fühlte sich der »feingeistige Ultrasport« (Wadehn) einfach nur noch angenehm an. Gemeinsam mit seinem Team lief er emotional aufgeladen nach 36:55,59 Stunden ins Ziel. Die 126,6 Kilometer spulte Wadehn in 13:59 Stunden ab. »Dass die Ostsee danach bei mediterranen Wassertemperaturen zum Schwimmen einlud, war ein Burner«, meinte der Staffel-Weltmeister erschöpft und ultramüde. Beseelt von »ganz viel Spaß und Freude«, ging’s im Zug zurück an den Teuto.

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