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WM-Challenge beim DMSC: Romano Hummel Punktbester – Deutsche ohne Fortune

Stürze drücken die Stimmung

Bielefeld (WB). Kein deutscher Fahrer hat sich auf dem Leineweberring für die Langbahn-Weltmeisterschaft 2019 qualifiziert. Bei der Challenge des DMSC Bielefeld dominierte als Punktbester der Niederländer Romano Hummel, auch wenn er im Finallauf dem Tschechen Josef Franc unterlag. Vor den Augen von 3500 Zuschauern stürzten gleich drei Fahrer während des sechsten Qualifikationslaufes.

Heiko Scholz

Der britische C-Junior Chad Wirtzfeld fuhr frontal in die vom Veranstalter installierte Airfence. Foto: Mike-Dennis Müller

Als einziger Deutscher erreichte Altmeister Bernd Diener das Finale der fünf Punktbesten des Tages. Der Gengenbacher hatte nach dem Halbfinale 15 Zähler auf dem Konto und musste einen Platz gutmachen, um sich für den Grand Prix 2019 zu qualifizieren. Dementsprechend forsch ging der 59-Jährige Haudegen seinen letzten Lauf an und katapultierte sich von ganz außen direkt auf Platz zwei hinter Josef Franc. Dort lieferte sich der Vize-Weltmeister von 1996 ein Duell mit dem stürmischen Romano Hummel, der bis dahin fast jedes seiner Rennen gewonnen hatte. Diener konnte Rang zwei nicht verteidigen und rutschte in Runde zwei gar noch auf Rang vier ab, als er von Martin Malek (Tschechien) ebenfalls kassiert wurde.

Dem Briten Andrew Appleton konnte es recht sein. Der fuhr zwar als Fünfter und Letzter des Finals über die Ziellinie, aber in der Endabrechnung holte er mit 17 Punkten den einen entscheidenden Punkt mehr als Diener. Josef Franc fuhr währenddessen einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg ein. Franc ist mit 22 Punkten ebenso für die FIM Long Track World Championship qualifiziert wie Romano Hummel (26), Martin Malek (23) und eben Andrew Appleton. Alle deutschen Fahrer, neben Bernd Diener auch Jörg Tebbe, Max Dilger (beide zwölf Punkte) sowie die Nachrücker Marcel Sebastian (3) und Christian Hülshorst (7), gingen leer aus. »Die Bahn war heute besonders schwer zu fahren. Da hatten die jungen Leute mit mehr Kraft und Ausdauer klare Vorteile«, musste Senior Diener eingestehen.

Lukas Fienhage ereilte ein schlimmeres Schicksal. Nach einem Sieg in seinem ersten Qualifikationslauf prallte er mit dem Finnen Jesse Mustonen und dem Briten Paul Cooper, ebenfalls ein Laufsieger, zusammen. Die beiden hatten sich in der ersten Kurve beharkt und stürzten, Fienhage konnte nicht mehr ausweichen.

Veranstaltung dauert mehr als zehn Stunden

Das Renngeschehen musste für fast zwei Stunden unterbrochen werden. Alle drei Rennfahrer wurden ärztlich behandelt und ins Krankenhaus gefahren. Während es bei Paul Cooper rasch Entwarnung gab, bestand bei Fienhage der Verdacht auf einen Bruch im Handgelenk. Mutonen zog sich mindestens eine Schulterverletzung zu. Besonders bitter für den deutschen Handpatienten: Hätte er nicht den Start vermasselt, dann hätte das Finnisch-Britische Aufeinandertreffen ohne ihn stattgefunden.

So kamen für die restlichen Läufe der WM-Challenge Marcel Sebastian vom Gastgeber DMSC Bielefeld und der Lüdinghauser Christian Hülshorst zum Einsatz. Während sich Christian Hülshorst immerhin fürs Halbfinale qualifizieren konnte, brachte es der Lokalmatador nur auf drei Punkte. Christian Hülshorst hatte im Training am Vormittag überzeugt und war durchaus ambitioniert ins Rennen gegangen. »Ich fühle mich gut und komme auf der Bahn bestens zurecht, auch wenn es viel Kraft erfordert.«

Inklusive Training und Rahmenprogramm dauerte es mehr als zehn Stunden, bis Josef Franc den obersten Podestplatz auf dem mobilen Podium betreten durfte. »Da arbeitet man Wochen und Monate auf diesen Tag hin und ist am Ende erleichtert, wenn alles geschafft ist«, sagte der am Ende geschaffte, aber zufriedene Rennsekretär Stephan Prante.

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