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Handball: Meyer-Strafwurf schenkt Jöllenbeck ein 26:25 über Rödinghausen

TuS 97: Aufstieg vertagt

Bielefeld (WB). Dank eines verwandelten Siebenmeters von Daniel Meyer fünf Sekunden vor Schluss hat der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck einen 26:25 (15:12)-Heimerfolg über den CVJM Rödinghausen gefeiert. Zum vorzeitigen Aufstieg in die Handball-Oberliga sollte Saisonsieg Nummer 20 indes nicht reichen, da auch der Tabellenzweite TuS Möllbergen bei Altenbeken-Buke sicher punktete – 36:28.

Jörg Manthey

Nervenstark: Der siebenfache Torschütze Daniel Meyer verwandelte den finalen Siebenmeter zum 26:25-Endstand. Foto: Peter Unger

Bloß ein kleiner Schönheitsfehler am 26. Geburtstag Arne Hofemeiers. Zwei Spieltage vor Serienende entledigten sich die Jürmker vor einer stattlichen Kulisse mit diesem Erfolg des allergrößten Drucks. Das Polster auf Verfolger Möllbergen beträgt weiter drei Punkte; der Rest im 20. Jubiläumsjahr des TuS 97 geht ab sofort aus eigener Kraft. Sven Eric Husemann kann schon an diesem Samstag in Hille-Nordhemmern beim Achten LIT Tribe Germania II seinen dritten Aufstieg als Trainer festzurren. »Wir haben im Angriff viel zu statisch gespielt. Uns hat Selbstvertrauen gefehlt. Am Ende war’s schmutzig«, pustete Husemann durch. »Rödinghausen hätte einen Punkt verdient gehabt.«

Vielleicht lag’s an der fast vierwöchigen Osterpause, grübelte er: Von Beginn an wirkte der Primus irgendwie nervös und war nicht in der Lage, ein richtig flüssiges Spiel aufzuziehen. Mittelmann Leon Ludwigs sah sich von Beginn an mit einem Schattenmann konfrontiert; der Störenfried hieß Corbinian Krenz. So entwickelte sich ein enges, mitunter recht fehlerbehaftetes Treiben mit Vorteilen für die 97-er – 3:2, 6:4, 9:6, 10:8.

»Der muss rein. Egal wie«

Für den guten Torhüter David Weinholz war nach 24 Minuten (11:10) mit einer Knieblessur Schluss, als Ziege beim Tempogegenstoß unglücklich mit ihm kollidierte. Gut, dass Christian »Buddha« Trittin ebenbürtig in die Bresche sprang. Beide wehrten je einen Strafwurf ab. Im Verlaufe der Partie packte Trittin seine Spezialität aus und schickte Daniel Meyer mit drei sehenswerten Gegenstoßpässen auf die Reise, die der nicht minder attraktiv zum 17:12 (34.), 20:17 (43.) und 25:25 (59.) vollendete.

Richtig aufregend wurde es nach dem 22:19 (Begemann, 45.), als jeglicher Druck des Jürmker Angriffs plötzlich abflaute. Beim 22:20 nahm Husemann besorgt eine Auszeit, um sein Team neu zu justieren. Aber nichts wollte klappen. Mit sechsminütigem Leerlauf lud der Primus den Dritten förmlich ein, mit einfachen Toren selbst die Initiative zu übernehmen. »Traut euch was zu«, rief Husemann bedrückt, doch plötzlich leuchtete ein 22:23 (51.) auf der Anzeigetafel. Da wurde dem Sportlichen Leiter Thorsten Lehmeier angesichts der Harmlosigkeit vorne ganz anders. »Wir hatten einen Vollaussetzer.«

Bei angezeigtem Zeitspiel glückte Justin Mühlbeier der 23:23-Ausgleich. Zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit hatte Keeper Trittin jetzt in der Latte einen starken Verbündeten. Den neuerlichen Rückstand egalisierte Nils Grothaus mit einem Gewaltwurf zum 25:25 (57.). Per Gegenstoß und vom Siebenmeterpunkt – Leon Ludwigs holte diese Chance heraus – kürte sich Daniel Meyer im vorletzten Heimspiel zum Matchwinner. »Der muss rein. Egal wie«, schoss es dem Linksaußen durch den Kopf, als er gegen Tobias Linke an die Marke trat.

Um hinterher nach seinem wohl wichtigsten Strafwurf in dieser Saison erleichtert zu resümieren: »Wir waren in der Abwehr zu lässig und haben es uns mit unvorbereiteten Abschlüssen viel zu schwer gemacht. Ich bin froh, dass der letzte Wurf reingegangen ist. Der Ball lag gut in der Hand.«

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