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Fußball: Arminias Frauen verteidigen knappen Vorsprung mit hoher Leidenschaft

Über die Grenzen gehen

Bielefeld  (WB/jm). Knappe Ergebnisse mit hohem Engagement über die Zeit zu bringen, ist inzwischen ein Gütesiegel der Arminia-Frauen. »Wenn wir es vorne verpassen, den Sack zuzumachen, stellen wir um auf ein 5:4:1-System und verteidigen den Vorsprung halt bis zum Schluss mit allem, was wir haben«, erklärt DSC-Trainer Markus Wuckel.

Zwei Kreativkräfte für Arminias Spielaufbau: Maxi Birker (am Ball) und Annabel Jäger. Foto: Bernhard Pierel

Hinten dicht machen und das 3:2 über den SV Henstedt-Ulzburg irgendwie halten, wie in den Monaten zuvor schon gegen Meppen (3:2) oder Potsdam II (1:0) – »dafür kämpfen die Mädels wie die Löwinnen und gehen auch über ihre Grenzen. Die waren völlig ausgepowert«, meinte Wuckel beeindruckt. Solche Qualität und Leidenschaft sei ein Riesen-Vorteil.

Grünheid lobt Arminia-Charakter

Auch seine Crew hatte augenscheinlich ihren Spaß; stur, hartnäckig und kämpferisch. Torjägerin Sarah Grünheid gefiel das »super Kampfspiel. Vor allem mit dem Wissen, dass es ein Gegner war, der noch um den Abstieg spielt und alles versucht rauszuholen. Gerade da zeigt sich wieder der Charakter unserer Mannschaft, die alles gegeben hat.«

Laura Liedmeier, die im Queller Waldstadion als defensiver Part mit der eher offensiv ausgerichteten Annabel Jäger eine tadellose Doppel-Sechs bildete, meinte: »Wir haben gut von hinten raus gespielt und meistens die Ruhe bewahrt. Einziges Manko war wohl die Chancenauswertung – und manch unnötiger Ballverlust in der Vorwärtsbewegung.«

Das zweite Jahr in der 2. Liga wird schwer

Minus acht Tore, na und? Wäre die laufende Saison die Qualifikation für die eingleisige 2. Bundesliga, so stünden Arminias Fußballerinnen kurz vor der Planerfüllung! Platz sechs ist dafür 2017/18 Voraussetzung, Rang sieben berechtigt zur Relegation. Der DSC weist zwei Spieltage vor Serienende ein Fünf-Punkte-Polster auf Rang sieben auf. Nun ist der SV Henstedt-Ulzburg, der gerade mit 3:2 geschlagen werden konnte, Beleg für eine abgegriffene Fußballweisheit: Das zweite Jahr ist für einen Aufsteiger das schwierigste! Henstedt-Ulzburg hatte die Vorsaison als Neuling auf Rang neun abgeschlossen. Neun Punkte vor dem Abstiegsrelegationsplatz, den die Mannschaft aus Schleswig-Holstein seit Sonntag einnimmt.

»Wir nehmen diese Saison als Gradmesser für das, was wir schon richtig machen, und das, was wir verändern müssen«, erklärt Markus Wuckel. Eine Lektion: »Es ist klar, dass wir personell im Defensivbereich nachlegen müssen.«

Laufer gibt Entwarnung

Ein Abstieg der Bielefelder Profis in die 3. Liga hätte keine direkten negativen Auswirkungen auf den Frauenbereich, beteuert DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer. Die Frauenabteilung gehöre dem e.V. an und nicht der KGaA. »Somit haben die Frauen auch ihren eigenen Topf, der sich unter anderem aus den Mitgliederbeiträgen speist. Die Profis packen da nicht rein.« Gleichwohl beinhaltet Laufers weitere Botschaft Grenzen. »Es wird nicht weniger geben – aber auch nicht mehr!« Nun ist Markus Wuckel ein bescheidener Mensch. »Ich bin auch mit wenig zufrieden.« Zum Beispiel einem vernünftigen Trainingsplatz. »Ein identischer Etat wäre top. Damit komme ich klar.«

Werder ist aufgestiegen

»Im Namen der Mannschaft« gratuliert Sarah Grünheid den Frauen des SV Werder Bremen, die mit dem 3:0-Sieg in Meppen den direkten Wiederaufstieg vollbracht haben. Zwei Spieltage vor Serienende stehen die Hanseatinnen allerdings nicht als Meister fest. VfL Wolfsburg II könnte den Aufsteiger theoretisch noch überholen, darf aber nicht aufsteigen, weil die erste Wolfsburger Mannschaft im Oberhaus spielt. »Werder hat es sich über den gesamten Saisonverlauf verdient und soll jetzt die erste Liga rocken«, so Grünheid. Auch Markus Wuckel hegt Sympathien für die Truppe von der Weser. Er beglückwünschte seinen Kollegen Steffen Rau (47), zu dem er ein besonderes Vertrauensverhältnis pflegt, ebenfalls schon zum Aufstieg. »Der kommt wie ich aus Magdeburg.«

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