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Trial-DM: Die Ein-Mann-Show von Titelverteidiger Franzi Kadlec

Umjubelter Null-Fehler-Ritt

Bielefeld (WB). Beim fünften und sechsten Lauf zur Deutschen Meisterschaft im Motorradtrial hat Profi Franzi Kadlec vom AMC Holzkirchen seine Ausnahmestellung bestätigt. Der 21-jährige Titelverteidiger, Sieger des Bielefelder Hallentrials 2018, dominierte beim MSC Wüsten beide Tage und legte am Sonntag im Lippischen auf seiner Gas-Gas sogar einen Null-Fehler-Ritt hin.

Franz-Xaver alias »Franzi« Kadlec bestach bei den DM-Läufen in Wüsten mit fahrerischem Können. Der Titelverteidiger und in der DM mit Maximalpunktzahl führende Bayer legte am zweiten Tag einen spektakulären Null-Fehler-Ritt hin. Foto: Carolin Grünhagel

Begeisterte Fahrer und Zuschauer im Nordlippischen Bergland: Es gab attraktiven Trialsport zu sehen. Zehn spektakuläre Natur- sowie künstlich angelegte Sektionen waren in drei Durchgängen zu absolvieren, verteilt auf einen zehn Kilometer langen Rundkurs durch Wüsten mit vier Hauptschauplätzen. Als Partnervereine waren der DMSC Bielefeld, MSC Brake und MSC Sieker in die Organisation der DM-Läufe mit eingebunden. Ermittelt wurden auf verschiedenen Spuren die Sieger in sechs Klassen.

Bedingungen wie bei den Six Days

Am ersten Wettkampftag kam der nach der Trockenheit von vielen lang ersehnte Regen samt Kühle; für eine Offroadveranstaltung nicht gerade ideal. Die Stollenreifen mutierten zu Slicks. Teils durften sich die Piloten fühlen wie bei den Schottischen Sixdays. Doch schon am Mittag wurde das Wetter deutlich besser, die Sonne trocknete die Wertungsprüfungen ab. Unsauberes Anfahren oder falsche Körperhaltung wurden direkt bestraft. Indes präsentierte die Elite um WM-Fahrer Kadlec fast schon an Akrobatik grenzende Fahrkünste. Es entstand eine spannende, gleichzeitig entspannte Atmosphäre.

Am Sonntag war der Wettergott ganz auf der Seite der Veranstalter. Die Aktiven wuchsen über sich hinaus, die Strafpunktezahlen gingen zurück. Frank Derbogen vom MSC Sieker nutzte den »Heimvorteil« und sicherte am Sonntag den ersten Platz in der Klasse 2 (Trial Pokal). »Am Samstag war ich noch als Helfer tätig. Es ist ja eine Gemeinschaftsveranstaltung der ADAC-OWL-Ortsclubs. Da packt auch jeder mit an. Umso mehr habe ich mich über den Laufsieg gefreut.« Bei den Damen legte Vize-Europameisterin Theresa Bäuml aus Winningen (AC Mayen) auf ihrer Honda-Montesa einen hochverdienten Doppelerfolg hin.

DM geht in Wildberg-Sulz weiter

Markus Schütte vom MSC Brake schaffte es am Samstag noch, die übermächtige Mauer der WM-Fahrer in der Klasse 1 zu durchbrechen. Mit einer grandiosen Fahrleistung »drittelte« er sein Punktekonto und katapultierte sich vom achten Platz am Samstag fast noch aufs Treppchen. Lediglich Max Faude (MSC Falke Wildberg Sulz, Vize-Weltmeister 125 ccm in 2016) und Jan Peters (Team Hippel Racing), die sich die Plätze zwei und drei durchtauschten, zogen an ihm vorbei. Weitere Fahrer aus der Region schafften es in ihren Klassen unter die Top Ten. Sascha Hanning (MSC Leopoldshöhe) stand am Samstag auf Platz drei in der Klasse 3 (Trial-Pokal). Martin Stuckmann vom MSC Brake konnte sich am Sonntag noch auf den achten Platz verbessern.

Bernd Noltekuhlmann, Sportleiter des ADAC Ostwestfalen-Lippe, fand lobende Worte für den vorzüglichen Organisationsverbund sowie die Stadt Bad Salzuflen und die Wüstener Bürger »für ihre Unterstützung und Offenheit unserem Sport gegenüber.«

Die Deutsche Meisterschaft wird fortgesetzt mit den Läufen in Wildberg-Sulz (13./14. Oktober) sowie dem Finale am 27. Oktober in Neuburg; dies soll eine »Veranstalter mit Arena-Charakter« werden. Da dürfte der MSC Brake besonders hinschauen, schließlich schwebt dem Vorsitzenden Diedrich Weber 2019 solch ein Format rund ums Klubgelände vor.

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