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Tennis: BTTC-Spieler nimmt 2019 die Grand-Slam-Turniere und die Top-300 ins Visier

Weßels’ neue Stärke

Bielefeld (WB). Tennisprofi Louis Weßels hat sein Saisonziel erreicht. Der 20-jährige Zweitligaspieler des Bielefelder TTC blickt auf erfolgreiche Wochen und Monate zurück. Der Lohn: In der ATP-Weltrangliste hat sich Weßels auf Position 320 emporgeschwungen; so gut stand er noch nie da.

Arndt Wienböker

Weiter auf dem Vormarsch: Louis Weßels wird in der Tennis-Weltrangliste aktuell auf Platz 320 geführt. Foto: Mike-Dennis Müller

»Mein Ziel war es, Ende des Jahres um 300 zu stehen. Das habe ich fast geschafft«, sagt der 2.01-Meter-Schlaks zufrieden.

Aktuell ist Louis Weßels jedoch außer Gefecht gesetzt. Er plagt sich mit einem Knochenmarködem im Knie herum; Folge der hohen Belastungen der vergangenen Wochen. »Das ist aber alles halb so schlimm. Lieber jetzt eine kleine Pause als zu Beginn der neuen Saison«, sagt der Rechtshänder, der im heimischen Hiddesen (Detmold) im Kreise seiner Familie die Verletzung auskuriert. Bereits beim ITF-Turnier in Helsinki (Finnland) machte ihm das schmerzende Knie zu schaffen. Trotzdem drang er bis ins Viertelfinale vor, in dem er sich dann dem Schweden Karl Friberg hauchdünn geschlagen geben musste (7:6, 5:7, 6:7). Eine geplante Turnierteilnahme in Tschechien sagte Weßels ab, eine Teilnahme an der Hallen-DM der Herren in Biberach (9. bis 16. Dezember) lässt er sich noch offen.

Turniersieg in Essen als Wendepunkt

»Die letzten Monate sind wirklich sehr gut gelaufen. Ich habe mich spielerisch und mental stark verbessert«, erklärt der Blondschopf rückblickend auf die zweite Jahreshälfte, in der er in der Weltrangliste von Platz 566 auf 320 geklettert ist. »Mein Turniersieg in Essen war ein Wendepunkt. Das hat einiges freigesetzt. Vor allem psychisch. Ich weiß jetzt, dass ich auf diesem Niveau mithalten und auch gewinnen kann«, betont der 20-Jährige. Dem Triumph Anfang August in Essen, wo er vier Top-500-Spieler ausschaltete, ließ Louis Weßels zwei weitere Siege bei ITF-Turnieren folgen: in Schlieren (Schweiz) und in Santa Margherita (Italien).

Außerdem erreichte der Bielefelder beim 15.000-Dollar-Event in Hamburg das Finale. Dort wurde er erstmals von dem Niederländer Michiel Schapers gecoacht. Mit dem ehemaligen Weltklassespieler, der es während seiner aktiven Zeit bis auf Platz 25 im ATP-Ranking schaffte (April 1988), würde Louis Weßels auch gerne im neuen Jahr zusammenarbeiten.

Coach Schapers gibt wichtige Tipps

»Er hat das alles selbst mal mitgemacht. Diese Erfahrungswerte sind enorm wichtig«, sagt Weßels über den heute 59-jährigen Schapers, der bei den Australian Open 1985 unter anderem einen gewissen Boris Becker besiegte. Die Kehrseite der Medaille: Die Trainingsbase wäre dann München. Weßels: »Ich würde lieber in der hiesigen Region bleiben. Andererseits trainieren in München auch Topspieler wie Maximilian Marterer oder Philipp Kohlschreiber.«

Bis zu seiner Trennung von Coach Peter Pfannkoch hatte Weßels noch am DTB-Bundesstützpunkt in Hannover trainiert.

Im Jahr 2019 warten dann neue Herausforderungen auf den Zwei-Meter-Mann. »Mein nächstes Ziel ist die Qualifikation für die Grand Slam-Turniere«, sagt Weßels. Dazu müsste er im ATP-Ranking um Position 250 stehen.

Treue zum Bielefelder TTC

Seinem Heimatverein Bielefelder TTC will er im Sommer auf jeden Fall die Treue halten. »Ich gehe ganz fest davon aus, dass ich weiter für den BTTC in der 2. Liga aufschlagen werde.« BTTC-Trainer Georg Magnus bestätigt dieses Vorhaben: »Louis und Valentin Günther sollen weiter unser Team anführen.« Grundsätzlich wäre Louis Weßels auch bereit, in der laufenden Hallenrunde in der Westfalenliga für den BTTC aufzulaufen. »Mal sehen, erst einmal muss ich jetzt meine Knieverletzung auskurieren.« Danach meldet sich der Jungprofi bereit zu neuen Taten...

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