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Handball: Jöllenbeck überzeugt in Gladbeck als Team – Brake im Abstiegskampf

»Wichtig für den Kopf«

Bielefeld  (WB/wie/hw). Bis Sonntag war der VfL Gladbeck eine Heimmacht in der Handball-Oberliga. Dann kam der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck und entführte mit dem 29:28 als erste Mannschaft in dieser Saison beide Punkte aus der Riesener Sporthalle.

Auf Jöllenbecks Flügelflitzer Sebastian Reinsch war in Gladbeck Verlass: Er erzielte die wichtigen Tore zum 28:26 und 29:27. Foto: Peter Unger

Die Leistung konservieren

Wie wichtig dieser Sieg war, verdeutlicht ein Blick auf die Tabelle, die die Jürmker (9:19 Punkte) nun als Rangelften ausweist. Bei einer Niederlage wäre der TuS 97 Vorletzter gewesen. »Die Konkurrenz schläft auch nicht. Das haben die Ergebnisse vom Wochenende gezeigt. Umso wichtiger ist unser Sieg«, freute sich ein erleichterter Eric Husemann nach dem Coup in Gladbeck. Dabei stellte der Jöllenbecker Coach auch die psychologische Komponente heraus: »Dieser Erfolg war auch ganz wichtig für den Kopf. Die Jungs haben gesehen, dass sie knappe Spiele auch gewinnen können.«

Das sollte Auftrieb für den weiteren Saisonverlauf geben. Die Jürmker scheinen jedenfalls auf dem richtigen Weg. Aus den letzten vier Spielen holte der TuS 97 6:2 Punkte und blieb dabei ohne Niederlage. Der Sportliche Leiter Thorsten Lehmeier lobte vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit, mit der die Jöllenbecker Gladbeck schließlich zu Fall brachten: »Es war immer ein anderer Spieler da, der in die Bresche gesprungen ist und Verantwortung übernommen hat. Das hat uns unberechenbar gemacht.«

Nach dem spielfreien Wochenende warten dann zwei richtungsweisende Heimspiele gegen SuS Oberaden und VfL Mennighüffen. Lehmeier: »Wenn wir die Leistung von Sonntag konservieren können, werden wir auch weiter punkten. Wir haben in den nächsten beiden Spielen die große Chance, uns Luft zu verschaffen.«

Emotionslose Braker

Eine große Chance hatte Jannis Johannmeier im letzten Hinrundenspiel der Verbandsliga seines TuS Brake gegen den TSV Hahlen ausgemacht. »Mit einem Sieg wäre das Fazit positiv ausgefallen, mit einer Niederlage eher negativ. Aber jetzt ist es einfach nur beschissen.« Denn viel zu weit weg waren die Punkte Nummer zehn und elf mit Ausnahme einer kurzen Phase Mitte der ersten Halbzeit. Genau die hätten die Braker allerdings gebraucht, um dem Ende der Hinrunde und dem Beginn des Jahres einen positiven Dreh zu verpassen. »Wir müssen wahrscheinlich 20 Punkte holen, um in der Liga zu bleiben. Das wussten wir vorher. Deshalb sind die neun, die wir jetzt haben, eben auch zu wenig«, sagte Trainer »Max« Rit-tersberger.

Unstrittig dürfte sein, dass mit Leistungen wie beim 27:39 gegen Hahlen am Sonntag in den nächsten Wochen kaum weitere Zähler dazukommen werden. »Völlig emotionslos« sah Rittersberger die Leistung seiner Mannschaft. »Hier muss sich dann auch jeder Einzelne selbst hinterfragen.« Wirkliche Gegenwehr leisteten die Braker nach der vorentscheidenden Phase kurz nach der Pause nicht mehr. Anzeichen oder Warnsignale für den Fehlstart in 2019 suchten Johannmeier und Rittersberger vergeblich. »Wir haben eigentlich gut vorbereitet«, konstatierte Johannmeier.

Mit 9:17 Punkten ist der TuS zur Halbzeit der Saison Tabellenelfter und steht damit oberhalb der Abstiegsränge. Die dahinter platzierten Reserven der Ahlener SG und des TuS Nettelstedt haben allerdings nur einen Punkt weniger gesammelt. Sollten sich die Braker in knapp zwei Wochen gegen den ASV Senden nicht deutlich steigern, wäre sogar der lange Zeit abgeschlagene Tabellenletzte wieder voll im Rennen und in Schlagdistanz zum Aufsteiger. Wenn die Braker noch etwas Positives mit in den Sonntagabend nehmen wollten, dann war es vielleicht eine Gewissheit. »Wir sind mitten im Abstiegskampf«, sagte Rittersberger. Die Augen kann davor beim TuS wahrlich niemand (mehr) verschließen.

Bünde-Dünnes Coup

Diese im Vorfeld geheim gehaltene Überraschung ist der SG Bünde-Dünne gelungen: Der Landesligist hat die ehemaligen Nationalspieler Arne Niemeyer und Jan-Fiete Buschmann (beide 37) verpflichtet, die beide bereits beim 31:22-Sieg des Vorletzten bei der HSG Petershagen mitwirkten. Dass Niemeyer und Buschmann trotz eigentlich beendeter Karriere ihr Comeback für Bünde geben, ist den persönlichen Kontakten von Trainer Dennis Eichhorn zu verdanken. »Es ist ein reiner Freundschaftsdienst. Arne ist mein Cousin und bester Freund. Und Jan-Fiete ist mit einem unserer Spieler befreundet«, erzählt Eichhorn. Ob die Prominenz bis zum letzten Spieltag im Abstiegskampf mithilft, ist noch offen.

Loxten holt Philipp Harnacke

Auch Oberliga-Spitzenreiter LIT Tribe Germania hat seinen Kader im Meisterschaftsrennen aufgefüllt. Für Kreisläufer Lucas »Rocket« Rüter (mehrmonatiger USA-Aufenthalt) hilft nicht zum ersten Mal Routinier Stefan Möhle (32) aus der »Zwoten« aus. Zum mühsamen 30:29-Heimsieg über den FC Schalke 04 steuerte Möhle bereits drei Tore bei und holte einige Siebenmeter heraus.

Philipp Harnacke wechselt unterdessen zur kommenden Saison vom Drittligisten Lemgo Youngsters nach Loxten. »Auf den ersten Blick ist es für mich ein Abstieg, aber Loxten gehört zur Oberliga-Spitze und ist die Nummer eins im Handball-Kreis Gütersloh«, sagte Har­nacke bei seiner Vorstellung vor dem Spiel gegen Ferndorf II (32:22). Die Tatsache, dass der 21-jährige Rückraumspieler demnächst mit seinem Bruder Max, der ebenfalls bei den »Fröschen« verlängert hat, zusammenspielen kann, habe die Entscheidung erleichtert.

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