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Bielefelderin braucht 10:32 Stunden

Wittler schnellste Frau bei Mallorca 312

Bielefeld (WB/jm). Was für ein heißer Ritt: Dr. Marion Wittler vom TSVE 1890 hat gleich bei ihrer ersten Teilnahme das Frauen-Klassement der achten Auflage des Hobby-Rad-Marathons »Mallorca 312« gewonnen. »Ich bin selten wirklich stolz auf meine Leistung, aber ich gebe ehrlich zu: diesmal bin ich es.«

Schnellste Frau bei Mallorca 312: Dr. Marion Wittler. Foto:

Ihre Siegerzeit betrug 10:32,30 Stunden – mehr als 26 Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte. Bei Mallorca 312 wird die gesamte Insel umrundet. Neun »Colle« mussten bewältigt werden, darunter der Puig Major, mit 1445 Metern der höchste Berg des Balearen-Eilands.

Seit Januar hatte sich Marion Wittler auf Mallorca 312 vorbereitet. »Ich bin den Winter konsequent durchgefahren und hatte bis Malle bereits um die 5000 Kilometer und 45 000 Höhenmeter gesammelt.« Kurz vorher ergriff sie dann doch ein bisschen Panik. »Ob das Rad heile ankommt oder ich sturzfrei bleibe, ohne Defekt durchkomme. Bei solch langen Strecken kann immer so viel passieren. Ich hatte die Hose gestrichen voll«, gab sie zu. Kalkuliert hatte sie »pi mal Daumen einen 27er Schnitt, das schien mir realistisch.«

»Hopp oder topp«

Start war in in Playa de Muro an der Nordküste. Es ging gesittet und in nicht übertriebenem Tempo auf die ersten Kilometer; Einrollen. Am Anstieg zum Kloster Lluc und weiter zum Puig wurde das Feld das erste Mal sortiert. Die Küstenstraße und insbesondere die letzten zwei Anstiege im Tramuntana-Gebirge verlangten Dr. Marion Wittler einiges ab. »Ich wollte probieren, konstant am Limit zu fahren. Hopp oder topp. Entweder durchziehen oder platzen!«

Die starken männlichen Fahrer in ihrer Gruppe brachten die Bielefelderin »an meine persönliche Grenze des Leistbaren.« Verpflegungsstationen fuhr sie kaum an. »Bloß nicht lange anhalten, dann sind die Schnellen weg!«

Dr. Marion Wittler hatte keine Ahnung, ob und wie viele Frauen vor ihr waren. Kein Wunder angesichts 4000 Startern. Im Ziel war sie »fix und fertig. Mehr wäre nicht drin gewesen.« Die Gewissheit, alles aus sich herausgeholt zu haben, schenkte ihr ein wohltuendes Gefühl. Als sie im Ziel tatsächlich als erste Frau feststand, war die Freude groß. »Ich war total happy. Das war die Belohnung für das harte Training.«

Der Blick auf den Tacho zeigte ihr einen Wahnsinns-Nettoschnitt: 29.80 km/h. Die Platzierung sei ihr gar nicht so wichtig gewesen, beteuerte sie. »Mehr freue ich mich darüber, im Rennen eine Leistung abgerufen zu haben, von der ich nicht geglaubt hätte, dass das möglich ist.«

Mehr lesen Sie am Donnerstag, 4. Mai, im WESTFALEN-BLATT, Lokalsport Bielefeld.

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