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Paralympics: Sebastian Dietz ist Dienstagmorgen an der Reihe

„Da wirst du schon hibbelig“

Tokio/Lübbecke

Der Countdown läuft, die Anspannung steigt: Am Dienstagmorgen (3.52 Uhr) startet bei den Paralympics in Tokio der Wettkampf für den Hüllhorster Sebastian Dietz. Der versucht, im Olympischen Dorf zur Ruhe zu kommen.

Von Alexander Grohmann

Form und Fokus stimmen: Nach dem Trainingslager in Shimabara ist Sebastian Dietz mittlerweile in Tokio angekommen. Am Dienstagmorgen beginnt für den Hüllhorster bei den Paralympics der Wettkampf im Kugelstoßen. Foto: Marcus Wehner

Jetzt wird‘s ernst: Am Samstagabend reiste Sebastian Dietz aus seinem bisherigen Trainingsquartier in Shimabara nach Tokio. Im Olympiastadion tritt der Kugelstoßer aus Hüllhorst bei den Paralympics am Dienstagmorgen um 3.52 Uhr deutscher Zeit in den Ring.

Seit Mitte August hatte sich Dietz zusammen mit anderen Athleten aus dem „Team Deutschland“ im Pre-Camp im Westen Japans direkt am Meer auf den großen Moment vorbereitet. Mit der meditativen Abgeschiedenheit in der Trainingsoase war es für den zweifachen Paralympics-Sieger (2012, 2016) nun aber schlagartig vorbei.

Pech für Dietz: Im Olympischen Dorf geht‘s gleich zur Dopingprobe

„Der Anreisetag war sehr stressig. Ich war gerade erst im Olympischen Dorf angekommen, da ‚durfte‘ ich gleich weiter zur Dopingkontrolle. Das war etwas unglücklich. Ich habe es am Samstag nicht einmal geschafft, meine Tasche auszupacken“, berichtet Sebastian Dietz.

Das „Ankommen“ im Dorf holte der 36-Jährige dann am Sonntag aber nach. „Ich möchte die Atmosphäre hier so gut es geht aufsaugen“, sagt er. Am heutigen Montag will der Hüllhorster dann etwas „zur Ruhe kommen“, um am Dienstag (30. August) „bereit zu sein für den Wettkampf und Gas zu geben“.

Unter Spannung: Sebastian Dietz beim Training im Stadion von Shimabara an der japanischen Westküste. Das Wetter spielte nicht immer mit, im Pre-Camp herrschte trotzdem gute Laune unter den deutschen Athleten. Foto: Marcus Wehner

Nach der langen Aufwärmphase in Japan kann es der Athlet kaum noch abwarten, in den Ring zu treten und sich mit den Kontrahenten zu messen. Dietz steht unter kompletter Spannung. „Ich freue mich riesig darauf, dass es endlich losgeht.“ Der Wettkampf beginnt am am Dienstagvormittag um 11 Uhr Ortszeit in der Klasse F36/stehend.

Während Dietz im Dorf „runterkommt“, war sein Trainer Alexander Holstein in Tokio an den ersten Tagen bereits auf Achse: „Er war schon im Olympiastadion, um zu wissen, wie die Wege und der Ablauf da sind“, berichtet Dietz. Das langjährige Gespann, das zusammen bereits viele Titel feierte, überlässt in der Vorbereitung nichts dem Zufall.

Sebastian Dietz über ...

... seine Form: „Es sieht ganz gut aus. Ich habe viel gearbeitet. Jetzt heißt es einfach, sich zu konzentrieren, ruhig zu bleiben, Vollgas zu geben und Spaß zu haben.

... seine Anspannung: „Die steigt. Fünf Jahre harte Arbeit liegen hinter einem. Du weißt, dein Ziel liegt jetzt direkt vor dir. Da wirst du schon hibbelig, das muss ich zugeben.“

... seine Gegner: „Ich teile mir zurzeit Weltranglisten-Platz fünf mit einem Tunesier. Die Anderen liegen vor mir. Man muss einfach sehen, was der Tag bringt.“

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