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Der TuS N-Lübbecke sucht in der Handball-Bundesliga nach dem Erfolgsrezept

Der Wind hat sich gedreht

Lübbecke

Die Lage im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga spitzt sich für den TuS N-Lübbecke zu. Während die Konkurrenz punktete, kassierte die Mannschaft von Emir Kurtagic am Sonntag die sechste Niederlage in Folge. Der Aufsteiger tut sich weiter schwer, den Faden aus der Hinrunde aufzunehmen.

Von Alexander Grohmann

Bester Lübbecker im Angriff: Lutz Heiny traf nach gerade überstandener Corona-Erkrankung bei seinem dosierten Einsatz fünf Mal in die Maschen. Der Rückraumspieler tastet sich langsam wieder an seine Form aus der Hinrunde heran. Das macht Mut für die nächsten Wochen. Foto: Oliver Krato

„Wir haben momentan keine super Phase. Das müssen wir akzeptieren und uns da jetzt wieder rausarbeiten“, sagte der Sportliche Leiter Rolf Hermann nach der am Ende allerdings etwas zu deutlich ausgefallenen 26:32-Niederlage gegen die Füchse Berlin.

Auch wenn Trainer Emir Kurtagic Verbesserungen im Vergleich zu den Auftritten gegen Lemgo und Magdeburg erkannte, erreichte der TuS wieder nicht das notwendige Niveau, um die Partie bis zum Schluss offen gestalten zu können – ein Unterschied zur Hinrunde. Besonders die Abwehr, auf der das TuS-Spiel aufbaut, ließ die gewohnte Kompaktheit vermissen.

Die Folge: Die Füchse hatten vor allem zu Beginn der Partie viel zu leichtes Spiel und führten schon mit sieben Treffern, ehe sich die Gastgeber mit guter Moral noch einmal zurückkämpften. Beim 21:21 konnte der TuS kurz träumen, doch in der Schlussphase war der Tabellenvierte dank seiner breiten Bank kräftemäßig wieder klar im Vorteil.

Der Sportliche Leiter Rolf Hermann

„Wir haben gewusst, dass der TuS alles in die Waagschale werfen wird, um sich Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Ich konnte einigen Spielern zwischendurch Pausen geben, dadurch hatten wir hinten raus die nötige Luft“, nannte Füchse-Interimscoach Bob Hanning einen Teil seines Erfolgsrezeptes.

So brachte Hanning für die Schlussphase den ausgeruhten Paul Drux, der mit drei Toren zum 24:29 die Weichen stellte. „Er ist gut erholt und gewinnt nacheinander vier entscheidende Zweikämpfe im Zentrum“, sagte TuS-Coach Emir Kurtagic über den späten Drux-Faktor.

Kurze Hoffnung auf eine Überraschung

Die Rote Karte gegen Abwehrchef Fabian Wiede (30.) hatte die Berliner zunächst vor Probleme gestellt. „Uns war klar, dass beim Gegner Überlegungen kommen würden, wie er das löst“, meinte Hanning, der mit seinem Team tatsächlich kurz in Bedrängnis geriet, letztlich aber den nächsten Sieg bejubeln konnte. „Bei Unentschieden waren wir in Ballbesitz. Danach sind es Kleinigkeiten, die entscheiden“, befand Kurtagic, der sich nach dem Spiel im Kabinengang lange mit Hanning austauschte.

Während Lübbeckes Trainer darauf bedacht war, die positiven Dinge hervorzuheben, legte Rolf Hermann den Finger etwas tiefer in die Wunde: „Die Jungs haben gut gekämpft. Ein großes Manko war aber die Abwehrleistung über einen Großteil des Spiels. Auch von den Torhütern kommt im Moment zu wenig“, fand der Sportliche Leiter deutliche Worte. Während Aljosa Rezar der Form der Hinrunde weiter deutlich hinterher läuft, konnte Vertreter Havard Asheim immerhin etwas Unterstützung bieten. Zwei Paraden des Norwegers trugen dazu bei, dass der TuS beim 20:20 aufschließen konnte. Mehr gehaltene Bälle kamen nicht dazu. Zu wenig, um gegen ein Team wie Berlin zu bestehen.

Während die Füchse am Montag gleich wieder von Düsseldorf aus zum Spiel der European League bei Bidasoa Irun (Spanien) weiterreisten, begann beim TuS die Vorbereitung auf das wichtige Spiel beim HC Erlangen am Sonntag. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge ist durch die Erfolgserlebnisse der Verfolger aus Stuttgart und Minden auf einen Punkt zusammengeschmolzen.

Das Momentum, das in der Hinrunde für den TuS sprach, hat sich gedreht. „Es ist klar, dass so etwas in einer Saison mal passiert. Wir müssen die richtigen Antworten finden“, blickte Hermann nach vorne. Vor den Spielen in Erlangen und vor allem am kommenden Donnerstag (10. März) dem Derby gegen GWD Minden muss der TuS die Kurve kriegen.

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