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Leichtathletik: Bad Driburger Markus Pitz läuft im Pitztal seinen 150.Marathon

Ein Jubiläum mit persönlicher Note

Bad Driburg

Das ist ein Jubiläum der besonderen Art – und dann auch noch mit persönlicher Note: Ausgerechnet im Pitztal hat Markus Pitz seinen 150. Marathonlauf erfolgreich absolviert. „Genau genommen war es erst der 130. Marathon“, präzisiert der Bad Driburger Ausdauerläufer. Die anderen 20 Läufe waren nämlich noch länger als die klassische 42,195 Kilometer-Distanz. Macht zusammen 150 Läufe der Kategorie „Marathon und mehr“.

Von Sylvia Rasche

Auf dem Sachsenring rund um Bad Driburg bereitet sich Markus Pitz am liebsten auf seine Marathonläufe vor. Im Pitztal hat er jetzt seinen 150. Lauf der Kategorie „Marathon und mehr“ erfolgreich bewältigt. Foto: Sylvia Rasche

Gelaufen ist der 52-Jährige immer schon gerne, gehört seit seiner Jugend dem TV Jahn Bad Driburg an und stellte sich im Köln 1999 zum ersten Mal der Herausforderung Marathon. Aus einem eher ungewöhnlichen Grund: „Ich war in dem Jahr beim Hermannslauf nicht gut drauf, bin eine schlechte Zeit gelaufen und wäre damit im Folgejahr in die Startgruppe C zurückgefallen“, erzählt Pitz. Das wollte er verhindern und hatte in Erfahrung gebracht, dass ihn auch eine gute Marathonzeit wieder in Startgruppe B befördern würde.

„So gut wie damals habe ich mich seither nie wieder auf einen Lauf vorbereitet“, schmunzelt Markus Pitz, der in Köln 3:25 Stunden lief – vor allem aber den Grundstein seiner beeindruckenden Marathon-Serie legte. 2010 bewältigte er sogar die 100 Kilometer von Biel in 11:43 Stunden und damit seinen bislang längsten Lauf. „Eigentlich hatte ich mir jetzt die 100 Meilen der TorTour de Ruhr zum Ziel gesetzt, doch ich schaffe es derzeit nicht, dafür ausreichend zu trainieren“, weiß der Sportwart des TV Jahn Bad Driburg um seine Grenzen.

Im Salzbergwerk und auf der Rundbahn

Inzwischen steht bei ihm auch längst nicht mehr die Zeit im Fokus, sondern das Lauferlebnis. „Außerdem lernt man Gegenden kennen, in die man sonst vielleicht nie gekommen wäre und trifft viele interessante Menschen“, sagt Markus Pitz.

Zweimal lief er in Thüringen im Salzbergwerk einen Untertage-Marathon, einmal 50 Kilometer in Senftenberg in der Halle auf einer 250-Meter-Rundbahn, einmal den Piesberg-Ultra mit mehr als 3000 Treppenstufen und 2000 Höhenmeter. Nur um ein paar außergewöhnliche Beispiele zu nennen. Die einen oder anderen Promis liefen ihm dabei ebenfalls über den Weg, wie Dieter Baumann oder Heike Drechsler.

Über den roten Teppich ins Ziel

Zu den Lieblingsläufen des Familienvaters, der zudem 25 Mal in Folge beim Paderborner Osterlauf den Zehner erfolgreich absolviert hat, gehört der Münster-Marathon, der in diesem Herbst zum 20. Mal stattfindet. „Bisher war ich immer dabei und habe mich auch für die 20. Auflage wieder angemeldet. Die Stimmung beim Zieleinlauf über den roten Teppich auf dem Prinzipalmarkt ist einmalig“, betont Markus Pitz, der genau dort im September 2017 seinen 100. „Marathon-und-mehr-Lauf“ absolvierte. Ehefrau Silke und Sohn Nikita feuerten ihn unterwegs auf der Promenade an. „100 voll - Du bist toll. Lauf Papa“, stand auf dem selbst gemalten Banner und setzte zusätzliche Kräfte frei.

Ehefrau Silke und Sohn Nikita feuern Markus Pitz auf der Promenade in Münster 2017 bei seinem 100. Marathonlauf an. Inzwischen hat er schon 150 auf seinem Konto. Foto: Hermann Gördes

Zu den schönsten Erfahrungen zählt zudem der berühmte Big-Sur-Lauf auf dem Highway Number 1 in Kalifornien mit dem Pazifik im Blick und Livemusik eines Pianisten an der Strecke. „Er hatte sein Klavier an der Halbmarathonmarke platziert. Die Musik hat man aber schon eine halbe Meile vorher gehört, sie wurde uns vom Wind entgegengetragen“, erinnert sich der 52-Jährige.

Der 111. am Elften im Elften

In die Kategorie „verrücktester Lauf“ fällt dagegen der 111. Marathon, der er 2018 am 11.11., seinem Geburtstag, lief. „Das war der Karnevalsmarathon in Köln“, erzählt Markus Pitz mit einem Schmunzeln. Die Startnummer 11 hatte er sich im Vorfeld gesichert und ließ es auf der Strecke betont langsam angehen, um die Schnapszahlen perfekt zu machen. „Ich wollte 4:44,44 Stunden laufen“, berichtet er, hatte kurz vor dem Ziel noch Zeit für ein Kölsch und lief punktgenau über die Matte – übrigens als 22. der Männerwertung. „Mehr geht nicht“, schwärmt er noch heute vom 111. am Elften im Elften.

Mehr als 500 Mal über den Sachsenring

Mit den Jahren erhöhte sich die Frequenz seiner Marathonläufe. „Inzwischen komme ich so auf zehn bis zwölf pro Jahr“, erzählt der Sozialamtsleiter der Stadt Bad Driburg. Als Vorbereitung läuft er regelmäßig auf dem Sachsenring rings um seine Heimatstadt. Mehr als 500 Mal wird er die 18 Kilometer-Runde mit ihren 350 Höhenmetern wohl schon hinter sich gebracht haben, schätzt Markus Pitz.

Dass er nun ausgerechnet beim Pitztaler Gletschermarathon, also sozusagen in „seinem Tal“ den 150. Marathon-und-mehr-Lauf erfolgreich bewältigte, sei purer Zufall gewesen, beteuert er – macht das ohnehin schon sehr beachtliche Jubiläum aber noch ein bisschen runder.

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