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Spielothek-Cup: TuS N-Lübbecke verpasst Finale nach 17:25 gegen TSV Hannover-Burgdorf

Emir Kurtagic hat einen dicken Hals

Lübbecke

Die Handballer des TuS N-Lübbecke haben ein Gefühl dafür bekommen, was sie in der 1. Liga in Kürze erwartet. Im Halbfinale des Spielothek-Cups bekommt der Gastgeber von der TSV Hannover-Burgdorf am Freitag die Grenzen aufgezeigt und muss sich mit 17:25 (9:11) geschlagen geben.

Von Alexander Grohmann

Ilja Brozovic (rechts) drängt Lutz Heiny ab. Lübbeckes Rückraumspieler hatte gegen die TSV Hannover-Burgdorf wie der gesamte TuS-Angriff einen schweren Stand. In der 1. Liga ist die Luft eben merklich dünner. Foto: Noah Wedel

Die Leistung gibt Emir Kurtagic zu denken. Der Trainer trommelt die TuS-Profis nach dem Spiel im Geräteraum der Halle zusammen, um ein paar Takte zu sagen, und wirkt auch Minuten später noch aufgebracht. „Wir haben im Angriff Kindergarten-Fehler gemacht. Das war gutes Zweitliga-Niveau von uns, mehr nicht. Wir müssen die Augen öffnen und uns klar werden, dass uns die Zeit bis zum Saisonstart langsam davon läuft“, sprudelt es nach der Klatsche aus dem Lübbecker Coach heraus, der vor allem die zweite Halbzeit als „katastrophal“ bezeichnet.

Der wichtige Formtest zwei Wochen vor dem Saisonstart deckt beim Bundesliga-Aufsteiger große Defizite auf. Vor allem die etlichen unvorbereiteten Fehlwürfe wurmen Kurtagic. Mit viel Kampf können sich die Hausherren bis zur Pause im Spiel halten, sind im zweiten Durchgang aber chancenlos. „Das Einzige, womit ich zufrieden war, ist die Abwehrleistung. 25 Gegentore sind okay“, sagt Kurtagic. Doch das kann die 30 technischen Fehler nicht annähernd aufwiegen.

260 Zuschauer sind an Tag eins des Spielothek-Cups in die Merkur Arena gekommen. „Da geht noch mehr“, sagt Organisator Mark Truschkowski (Gauselmann Gruppe), der sich trotzdem über eine gute Stimmung in der Halle freut. Unter den Zuschauern auf der Tribüne ist auch Paul Gauselmann selbst.

Wie gerne würde er jetzt helfen: Der an der Achillessehne operierte Tom Wolf kann sich das Spielothek-Cup-Halbfinale am Freitag aber nur von der Seite aus anschauen. Der Frust ist dem Lübbecker Neuzugang anzusehen. Foto: Noah Wedel

Tom Wolf verfolgt die erste Halbzeit sitzend auf einem Turnkasten neben dem Spielfeld. Den verletzten Fuß hat der Spielmacher, der am Mittwoch an der Achillessehne operiert worden ist und schätzungsweise sieben Monate ausfällt, hoch gelegt. Der Ausfall ist ein Albtraum für den TuS N-Lübbecke, der Wolf als neues Herzstück des Angriffs verpflichtet hatte.

Für Wolf soll Benas Petreikis am Freitag das Spiel ordnen. Das Heft in die Hand nimmt aber von Beginn an die TSV Hannover-Burgdorf, die vor allem über die Rückraum-Routiniers Ivan Martinovic und Fabian Böhm Akzente setzen kann. Nach 15 Minuten haben sich die disziplinierten Recken schon auf vier Treffer abgesetzt (3:7). Der TuS ist beim 7:8 wieder dran (22.). Allerdings ist jedes Erfolgserlebnis im Angriff mit einer Menge Arbeit verbunden. Spielerisch fehlen den Lübbeckern zum Teil die einfachen Lösungen.

Not amused: TuS-Coach Emir Kurtagic kritisierte ungewohnt offen die schwache Leistung seiner Mannschaft. Vor allem den Angriff nahm sich der Coach zur Brust. Foto: Alexander Grohmann

Im Innenblock leisten Leos Petrovsky und Tin Kontrec beim TuS dagegen in Halbzeit eins ganze Arbeit. Das Deckungs-Duo funktioniert als neuer Räumdienst. Dass es sich bei dem Spiel um eine Standortbestimmung für beide Teams handelt, ist von Minute eins an zu spüren. Die Akteure gehen in den Zweikämpfen voll zur Sache.

Die TSV hat am Ende aber mehr zuzulegen – zur Freude von Christian Prokop: „Wir haben in der ersten Halbzeit bei den Abschlüssen noch geschludert. Später wurde es besser. Ich bin zufrieden“, sagte der frühere Bundestrainer auf der Hannoveraner Bank, der als guter Gast aber auch ein Lob für den TuS hatte: „Die Nettelstedter haben es uns mit ihrer leidenschaftlichen Abwehr lange schwer gemacht.“ Mehr Positives nimmt der Aufsteiger aber nicht mit.

TuS N-Lübbecke: Asheim, Rezar (bei zwei Siebenmetern) – Heiny (3), Ebner, Petreikis (1), Mundus (1), Dräger (1), Spohn (1), Nissen (1), Speckmann (5/4), Strosack, Kontrec (2), Petrovsky, Baumgärtner (2), Skroblien (1/1).

GWD Minden verliert enges Duell – Carstens ist zufrieden – es kommt zum Derby

Im zweiten Halbfinale lieferten sich der SC Leipzig und GWD Minden einen heißen Schlagabtausch. Wenige Minuten vor Schluss führte Leipzig mit 23:21, doch die neu zusammengewürfelte Mindener Mannschaft mit dem Tunesier Mohamed Amine Darmoul auf der Mitte kam beim 23:23 noch einmal zurück (59.). In der 59. Minute erhöhte Leipzig wieder auf 24:23, in der Folge musste GWD in doppelter Unterzahl agieren und kassierte schließlich auch noch den 23:25-Endstand.

„Wir haben bis zum Schluss alles gegeben. Es waren ein paar gute Aktionen dabei. Ich kann nicht unzufrieden sein“, bilanzierte GWD-Coach Frank Carstens, der es mit seinem Team am Samstag im kleinen Finale mit dem TuS N-Lübbecke zu tun bekommt. Im Finale stehen sich ab 19 Uhr die TSV Hannover-Burgdorf und Leipzig gegenüber.

Amine Darmoul benötigt keine lange Anlaufzeit: Gegen Leipzig blühte der tunesische Neuzugang bei GWD Minden auf und zeigte in der Merkur Arena seine Klasse. Foto: Oliver Krato
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