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Tatjana Pinto vom LC Paderborn ist am frühen Freitagmorgen bei Olympia in Tokio gefordert

„Energie der Zuschauer fehlt“

Paderborn

Daumendrücken für Tatjana Pinto: Die Sprinterin des LC Paderborn steigt am frühen Freitagmorgen bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio zum ersten Mal in den Startblock. Um 4.40 Uhr deutscher Zeit beginnen die Vorläufe über die 100 Meter der Frauen.

Für Tatjana Pinto vom LC Paderborn beginnen am Freitagmorgen um 4.40 Uhr deutscher Zeit die Olympischen Spiele in Tokio mit den 100-Meter-Vorläufen. Foto: dpa

Seit 2016 startet die 29-Jährige für den LC Paderborn. Ihre 100-Meter-Bestzeit von 11,00 Sekunden mag wohl bereits fünf Jahre alt sein, doch Ende Juni in Leverkusen (11,10 sec) kam sie ziemlich nah ran. Damit ein Endlaufticket zu lösen, könnte indes schwierig sein. Topfavoritin auf Gold ist die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce, die im Juni in Kingston mit 10,63 Sekunden auf Platz zwei der ewigen Weltbestenliste sprintete, gleich hinter Weltrekordlerin Florence Griffith-Joyner (USA; 10,49 sec). Ihre ärgsten Rivalinnen kommen ebenfalls aus Jamaika: Rio-Olympiasiegerin Elaine Thompson-Herah (10,71 sec) und Shericka Jackson (10,77 sec).

Tatjana Pinto gehört ebenfalls dem deutschen 4 x 100-Meter-Staffelquartett an. Das führt aktuell mit 42,38 Sekunden, gelaufen bei der Sparkassen-Gala in Regensburg, sogar die Weltjahresbestenliste an. Entsprechend liebäugelt Schwarz-Rot-Gold in der Besetzung Alexandra Burghardt, Gina Lückenkemper, Rebekka Haase und Tatjana Pinto mit einer Podiumsposition. „Das Beste steht noch bevor“, sagt sie kämpferisch.

Tatjana Pinto ist bereit, ein weiteres Kapitel ihrer Karriere zu schreiben. Das stand länger mal auf der Kippe. Einem Muskelfaserriss im Winter folgte eine schwierige Zeit. „Wieder so zurückzukommen, ist keine Selbstverständlichkeit“, geht ihr Dank auch an LC-Trainer Thomas Prange.

Tokio vorgeschaltet war für den Feinschliff ein einwöchiges Vorbereitungscamp in Miyazaki im Norden Japans. Für Tatjana Pinto, dreifache Deutsche Meisterin (2014, 2016, 2019) sind es nach London 2012 und Rio de Janeiro 2016 bereits die dritten Olympischen Spiele. „Total krass“ findet das die vierfache Sportlerin des Jahres der Stadt Paderborn. „Ein Mal Olympische Spiele zu erleben ist definitiv schon cool. Bereits das dritte Mal hintereinander über die 100 und die Staffel bei Olympia dabei zu sein, ist ziemlich schön. Keine Selbstverständlichkeit, wie so vieles im Leben. Aber der Glaube daran, es zu schaffen, wenn es soweit ist, ist jedes Mal da“, philosophiert sie.

Klar möchte sie „das Beste rausholen“. Aber ob das ohne atmosphärische Kulisse klappt? „Ohne Zuschauer ist es wirklich uncool, schade und traurig.“ Natürlich sei die Motivation trotzdem da, doch das „Feeling“ sei anders. „Ziemlich erstaunlich, dass im Fußball scheinbar alles machbar ist und so ein Event wie Olympia nicht die Möglichkeit bekommt, seine Werte zu zeigen. Und das ist sicherlich eigentlich das Zusammenkommen der Menschen. Diese Energie wird im Stadion definitiv fehlen, das wird ungewohnt“, hatte Pinto vor ihrer Abreise nach Japan geunkt.

Weitere Startzeiten – Samstag um 12.15 Uhr 100-Meter-Halbfinale, um 14.50 Uhr 100-Meter-Finale. Am Donnerstag, 5. August, Vorlauf 4 x 100 Meter Frauenstaffel (3.00 Uhr). Freitag, 6. August: 4 x 100 Meter Finale (15.30 Uhr).

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