1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Es kribbelt nicht nur bei Kurtagic

  6. >

TuS N-Lübbecke trifft auf Vize-Meister Flensburg-Handewitt

Es kribbelt nicht nur bei Kurtagic

Lübbecke

Aufsteiger TuS N-Lübbecke empfängt am Samstagabend mit Vize-Meister SG Flensburg-Handewitt erstmals ein Schwergewicht in der laufenden Bundesliga-Saison. Zu verschenken haben auch die heimischen Handballer nichts.

Von Alexander Grohmann

Tom Skroblien (links) und Tin Kontrec wollen sich auch am heutigen Abend wieder für den TuS N-Lübbecke zerreißen. Anders als beim umjubelten Heimsieg gegen Balingen vor zwei Wochen dürften es die Flensburger dem Aufsteiger aber schwieriger machen, ein Feuer in der Merkur Arena zu entfachen. Foto: Oliver Krato

Aufsteiger gegen Vize-Meister: Wenn die Handballer des TuS N-Lübbecke heute Abend (2. Oktober) der SG Flensburg-Handewitt gegenüberstehen (Anwurf 20.30 Uhr), sind die Rollen in der Merkur Arena klar verteilt. „Das ist eine Spitzenmannschaft, die da zu uns kommt. Das wird eine ganz schwere Aufgabe“, sagt Trainer Emir Kurtagic über den dreimaligen Meister und Champions-League-Sieger von 2014.

Fast minütlich dürfte bei den TuS-Handballern in dieser Woche die Vorfreude auf das prickelnde Match gestiegen sein. Das Kribbeln ist da. Kurtagic relativiert zwar: „Für uns ist jedes Spiel in der 1. Liga ein Fest, ob jetzt Flensburg, Balingen oder sonstwer der Gegner ist“, ordnet der Coach ein. Dennoch macht auch er keinen Hehl daraus, dass ein besonderer Handball-Abend bevorsteht. „Für die Spieler muss es eine Ehre sein, gegen solch eine Truppe antreten zu dürfen.“

In Ehrfurcht erstarren wollen die Gastgeber natürlich nicht – zumal die Flensburger mit 3:3 Punkten selbst nicht unbeschadet aus den ersten Partien gekommen sind. Zuletzt musste sich die Mannschaft von Maik Machulla im Gipfeltreffen beim THW Kiel empfindlich geschlagen geben (23:33), büßte zuvor auch beim 27:27 gegen Erlangen einen Zähler ein. Blöd für den TuS N-Lübbecke: Die Punktverluste dürften die Sinne der Flensburger Handballer vor der Pflichtaufgabe am Wiehen geschärft haben. Weitere Kratzer im Lack kann das Topteam nicht gebrauchen.

Emir Kurtagic, TuS N-Lübbecke

Dem heimischen Aufsteiger hing dagegen die unglückliche 22:23-Niederlage in Melsungen nach. „Das tut mir immer noch weh, dass wir da nichts mitgenommen haben“, sagt Kurtagic ehrlich. „Wir hatten alle Trümpfe in der Hand, der Matchplan war aufgegangen“, so der Trainer über den verschenkten Punktgewinn. Mit der bisherigen Ausbeute (2:6 Zähler) kann er auch in Anbetracht der zahlreichen personellen Rückschläge dennoch leben. „Wir spielen bislang eine vernünftige Saison“, findet der 41-Jährige, der für den Handball-Hit am Samstag in eigener Sache verspricht: „Wir werden mit allem, was wir haben, ins Spiel gehen!“

Immerhin: Der Druck lastet auf den Schultern der Gäste. „Wir können befreit aufspielen“, verweist der Sportliche Leiter Rolf Hermann auf die eindeutige Konstellation in der Merkur Arena. Einen Sieg erwartet von den Lübbeckern gegen den haushohen Favoriten niemand.

„Vierstellig“: Fan-Unterstützung ist dem Außenseiter gewiss

Die Fans können sich auf große Namen freuen: Mit Rückraumspieler Jim Gottfridsson, Linksaußen Hampus Wanne und dem Torwartgespann Buric/Möller zählt Kurtagic im Vorfeld einige seiner „Highlights“ im Flensburger Kader auf. Den Gegner kennt er ohne zusätzliches Videostudium aus dem Eff-Eff. „Das ist eine Mannschaft, die ein klares Konzept hat. Es ist immer schön, sie spielen zu sehen“, schwärmt er.

Ein klares Konzept wird Kurtagic auch seiner Mannschaft mit auf den Weg geben. Die Erinnerung an den Heimsieg vor zwei Wochen gegen Balingen-Weilstetten, als der TuS beim 33:27-Sieg zahlreiche Ausfälle mit einem fast fehlerfreien Auftritt auffing und für einen rauschenden Abend sorgte, dürfte zudem noch frisch sein. Das Interesse ist jedenfalls im Vorfeld schon groß gewesen: „Wir sind vierstellig“, hieß es aus der Geschäftsstelle mit Blick auf die Zuschauerzahlen. Mehr als 1000 Fans wollen den TuS am Samstag nach vorne peitschen. Die Unterstützung soll den Aufsteiger bei der bislang schwersten Aufgabe in der laufenden Saison tragen.

Startseite