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Uni Baskets Paderborn: „Il Capitano“ Ivan Buntic beendet nach schwerer Knieverletzung seine aktive Laufbahn als Profi

„Habe euch für immer in mein Herz geschlossen“

Paderborn.

Das ist nicht nur für die Fans der Uni Baskets Paderborn eine traurige Nachricht: Kapitän Ivan Buntic (29) hat sein Karriereende bekanntgegeben. Der Center hatte sich Ende Februar im Heimspiel gegen die Artland Dragons eine schwere Knieverletzung zugezogen.

Ein Großer geht von Bord und sagt Danke für sieben tolle Jahre in Paderborn: Uni Baskets-Kapitän Ivan Buntic beendet seine Laufbahn aufgrund einer Knieverletzung. Foto: Elmar Neumann

Die stellte sich als langwieriger heraus als gedacht und machte es unmöglich, noch eine weitere Spielzeit auf hohem Niveau zu absolvieren. Damit war die ProA-Saison 2020/21 die letzte in seiner Profikarriere, die 2010 begann und ihn 2014 zu den Baskets nach Paderborn führte. Hier entwickelte sich Buntic schnell zum Leistungsträger und Publikumsliebling und führte seit einigen Jahren das Team auch als Kapitän an.

„Il Capitano“ stammt aus einer basketballbegeisterten Familie: In Kroatien geboren, wuchs er im Saarland auf, wo sich seine Eltern nach ihren aktiven Karrieren zunächst niedergelassen hatten. Vater Robert Buntic spielte erstklassig für den kroatischen Club KK Zagreb und in der 2. Bundesliga für den TSV Speyer. Anschließend trainierte er den Viertligisten Baskets 98 aus Völklingen. Dort begann Ivan Buntic seine Karriere. Mit 18 Jahren wechselte er zur Nachwuchsmannschaft des Erstligisten TBB Trier in die NBBL. Am Ende der Saison 2009/10 folgte sein erster Einsatz in der ProA für die Saar-Pfalz Braves aus Homburg an der Saar. Zur Saison 2011/12 wechselte er in die luxemburgische Liga zum Altmeister BBC Amicale aus Steinsel. Anschließend kehrte Buntic zu seinem Stammverein nach Völklingen zurück und wechselte zur ProA-Spielzeit 2013/14 nach Kirchheim. Dann begann sein erfolgreiches Engagement in Paderborn: In der Saison 2014/15 spielte Buntic erstmals für die damaligen finke baskets und von Beginn an eine tragende Rolle. Seit dieser Zeit hat sich der 29-Jährige mit unermüdlichen Einsatz kontinuierlich in die Herzen der Paderborner Basketballfamilie gespielt und zu einer respektablen Spielerpersönlichkeit entwickelt. Als Kapitän führte er das Team an, das unter Headcoach Steven Esterkamp in der Saison 2019/20, auf Platz sechs liegend, die Play-offs nur durch den Corona-bedingten Saisonabbruch verpasste.

Steven Esterkamp hat Bun-tics Verdienste für das Team in seinen zwei Jahren als Cheftrainer kennen- und schätzengelernt: „Ivan hat sehr viel für die Baskets geleistet. Er hat über so viele Jahre sein ganzes Herz für das Team und die Stadt gegeben. Deswegen ist es für einen Spieler immer schwer, die Entscheidung zu treffen, seine Karriere zu beenden. Ich wünsche ihm alles Gute für seine Zukunft!“

Geschäftsführer Dominik Meyer fällt der Abschied vom Kapitän nicht leicht: „Das ist eine traurige Nachricht. Wir können uns für den bewundernswerten Einsatz von Ivan in den ganzen Jahren einfach nur bedanken. Er ist einer der treuesten Spieler, der je in Paderborn gespielt hat, und hat sich in den sieben Jahren bei uns nicht umsonst zur Identifikationsfigur für die Baskets entwickelt, auf und neben dem Court.“ Einen wie ihn mit einem solchen klasse Charakter könne man nicht einfach so ersetzen. „Wir freuen uns, dass er bei einem unserer wichtigen Sponsoren beruflich einsteigen konnte und jetzt einen neuen, genauso wichtigen Lebensabschnitt beginnen kann.“ Meyer hofft, dass Buntic den Baskets in einer anderen Rolle erhalten bleiben wird.

Ivan Buntic zeigt sich in seinem Abschiedsstatement dankbar und emotional: „Es ist für mich nicht leicht, das Ende meiner Karriere in die richtigen Worte zu fassen. Basketball war bisher der wichtigste Fixpunkt in meinem Leben. Der Sport wird immer eine meiner größten Leidenschaften bleiben.“

Buntic habe lange mit sich gerungen. „Zwei Punkte haben den Ausschlag gegeben: Zum einen mein stärkeres berufliches Engagement beim Paderborner Unternehmen Westfalen-Wind. Vor allem aber die Schwere und Langwierigkeit meiner Verletzung. Ich hätte mich zu gerne mit einem Heimsieg verabschiedet, dazu das Paaadeeerbooorn anstimmend!“ Sein Dank an die Fans: „Ihr habt immer alle bedingungslos hinter mir und der Mannschaft gestanden. Das werde ich nie vergessen!“

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