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Special Olympics: Nach starken Auftritten in Berlin warten Peckelsheimer Boccia-Spieler auf Nominierungen

Hoffen auf das WM-Ticket

Peckelsheim

Berlin ist immer eine Reise wert, vor allem wenn man mit viel Gold, Silber und Bronze heimkehrt. Die Boccia-Spieler aus der Wohngruppe Peckelsheim der Lebenshilfe Brakel waren bei den Special Olympics sehr erfolgreich und hoffen nun, sich auch einen Qualifikationsplatz für die Weltsommerspiele 2023, ebenfalls in Berlin, erkämpft zu haben.

Von Astrid E. Hoffmann

Sieglinde Tabaka (von links) ist im Olympia-Organisationskomitee. Sebastian Krull war diesmal Delegationsleiter der Peckelsheimer Sportler Ralf Kleine, Dirk Scheerer, Jörg Orth, Adolf Köring, Manuela Hartinger (Unified Partner), Heike Jochheim und Silvia Schwill. Headcoach Eileen Kröhn und die Boccia-Spielerinnen Ursula Neudeck und Esther Hiege gehören ebenfalls zu diesem Team Foto: Astrid E. Hoffmann

„Das ist ein langwieriges Auswahlverfahren, schließlich gibt es nur acht Plätze für über hundert in Frage kommende Sportler“, weiß Sieglinde Tabaka, die diesmal im Organisationskomitee der Spiele für die Volunteers zuständig war. Frühestens im November wird hier eine Entscheidung erwartet.

Der Freude der neun Boccia-Spieler tut dies keinen Abbruch. Sie haben in der Woche tolle Eindrücke und insgesamt 13 Medaillen und drei Schleifen gesammelt. Das Unified-Team mit Manuela Hartinger als Unified-Partner und Jörg Orth gewann als Doppel die Goldmedaille. Jörg Orth legte im Einzel noch Gold nach. Gold im Einzel errangen auch Silvia Schwill und Heike Jochheim. Ursula Neudeck und Ralf Kleine versilberten ihre Einzelauftritte.

Für Adolf Köring wurde es Bronze im Einzel, ebenso für Esther Hiege, für sie war es die erste Olympiateilnahme. Adolf Köring und Ursula Neudeck holten als Duo Gold, Silvia Schwill und Ralf Kleine kamen auf Rang zwei und damit zu Silber. Mit einer Schleife wurde der vierte Rang von Heike Jochheim und Dirk Scherer bedacht. Eine Schleife gab es auch für den sechsten Platz von Dirk Scherer im Einzel. „Es ist Anerkennung und Ansporn für die Athleten, wenn auch die Ränge außerhalb des Podiums gewürdigt werden“, berichtet Sieglinde Tabaka.

Die Leistungen der Peckelsheimer sind durchaus hoch einzustufen. „In der Klassifikation, die am ersten Tag der Spiele stattfand, mussten alle schon hochkonzentriert sein“, erklärt Delegationsleiter Sebastian Krull. Hier erfolgte die Einteilung in die insgesamt 15 Leistungsklassen. Die Peckelsheimer erspielten sich Wettkampfplätze in den ersten vier Klassen. Gespielt wurde schon nach den internationalen Regeln der Weltsommerspiele. Es war die inoffizielle Generalprobe – auch für die vielen Helfer, Betreuer und Ausrichter.

Mit dem Zug waren sie nach Berlin gereist und lernten dort, mit U- und S-Bahn zu fahren, auch das war eine echte Herausforderung. „Hier musste man beim Einsteigen schon schnell genug sein, das waren wir nicht gewöhnt“, sagte Betreuerin Manuela Hartinger. Doch auch das klappte am Ende. Die Spiele wurden im Stadion der Alten Försterei, dort trägt Bundesligist Union Berlin seine Heimspiele aus, eröffnet. „Es hat die Band Mia gespielt, die Sängerin nennt sich Mieze Katz, sie heißt richtig Maria Mummert“, ist Goldmedaillengewinner Jörg Orth genau informiert. Nach dem Vergnügen wurden es sehr lange und heiße Wettkampftage. Nicht immer klappte alles reibungslos, die Eingaben im Computer erfolgten schon nach dem neuen System und da hakte es durchaus. Die Unified-Wettkämpfe wurden abgebrochen und erst am nächsten Tag nachgeholt. An einem Tag waren sie tatsächlich 17 Stunden unterwegs. Die strengeren Regeln – der Delegationsleiter durfte nicht, wie sonst möglich, an der Bahn coachen – verlangten allen alles ab. „Wenn es darauf ankam, waren aber alle super konzentriert“, lobte Sieglinde Tabaka. Die Medaillenausbeute spricht für sich.

Nach den Spielen ist vor den Spielen. Am olympischen Fackellauf nehmen sie am 20. August in Borchen teil. Das ist der Auftakt für die speziellen Landesspiele in Bonn am 7. bis 10. September, die ihr nächster Einsatz sind.

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