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Ultralauf: Holzmindener Jan Kaschura wird Zweiter der Gesamtwertung über 60 Kilometer beim Pitz Alpine Glacier Trail

Im Schutz der Nacht

Holzminden

„In der Nacht habe ich wenigstens die steilen Abgründe nicht gesehen...“ Jan Kaschura ist nach ein paar Stunden Schlaf bester Laune. Der zweite Platz beim schweren Pitz Alpine Glacier Trail in Österreich beflügelt den Holzmindener Ul-tra-Läufer. Und es wäre sogar noch mehr drin gewesen.

Von Sylvia Rasche

11:38 Stunden war der Holzmindener Jan Kaschura beim Pitz Alpine Glacier Trail unterwegs und wurde starker Zweiter. Foto: Philipp Reiter

Im Schein seiner Stirnlampe hat er nach dem Start um 23 Uhr die ersten Stunden bis zum Sonnenaufgang des schweren Laufes absolviert. „Ich hatte eine gute Lampe und war sehr fokussiert auf den Lichtkegel vor mir“, berichtet Kaschura. Er habe sich voll und ganz auf die Strecke konzentriert. „Ich habe nicht mal zwischendurch auf die Uhr geschaut, um meine Zeit zu kontrollieren, sondern hatte nur Augen für den Trail.“ Nach sechs Kilometern geriet er trotzdem mit einem Fuß zwischen zwei größere Steine, ignorierte den Schmerz, lief weiter, bis es irgendwann besser wurde. Mehr als 4000 Höhenmeter musste er auf den gut 60 Kilometern bewältigen. Eine enorme Herausforderung. „Manchmal habe ich vor mir andere Lichtkegel gesehen, immer gab es die Geräuschkulisse von Wasserfällen. Ich habe mich dadurch in der Nacht am Berg nicht einsam gefühlt“, berichtet er von der Strecke. Als es hell wurde hatte er gut den ersten Teil der Strapazen bereits hinter sich. „Es war gut, dass ich mich auf das Schlimmste eingestellt hatte“, erzählt der Ul-traläufer. Über weite Strecken sei an Laufen gar nicht zu denken gewesen. „Das Gelände war so unwegsam, dass man mehr gehen und manchmal auch balancieren musste. Steigungen von 35 Prozent kann man einfach nicht mehr laufen“, betont Kaschura.

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