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Volleyball: VoR-Frauenteam beschließt Vorrunde in der Dritten Liga mit zwei famosen Favoritenstürzen

Jubel in Orange

Paderborn

Die Volleyballerinnen des VoR Paderborn haben zum Abschluss der Vorrunde in der Dritten Liga West für einen Paukenschlag gesorgt und Spitzenreiter SV Bad Laer mit 3:2 die erste Heimniederlage der Saison beigebracht. 19 Stunden später konnte dieses Level konserviert werden; 3:1 hieß es gegen den Dritten TV 1861 Hörde nach der laut Trainer Ali Hobst „besten Saisonleistung. Wir haben nochmal eine Schippe draufgelegt.“ Mit 15 Zählern verbesserte sich VoR Paderborn sogar noch auf Tabellenplatz vier.

Von Jörg Manthey

VoR-Jubel über den nicht unverdienten 3:2-Streich beim Spitzenreiter SV Bad Laer, von links: Maja Pollkläsener (Nummer 9), Cara Beine (10), Xenia Surkov (14), Carina Jolmes (2) und verdeckt Picabo Reinhold. Foto: Stefan Hoppe

„Eine mega Performance. Wir haben super dagegengehalten“, lobte Trainer Ali Hobst sein willensstarkes Kollektiv, das in Bad Laer nach 133 Minuten mit 26:24, 21:25, 21:25, 26:24, 15:12 triumphierte. „Das war beeindruckend.“ Dabei begann die Reifeprüfung so gar nicht nach Wunsch. Vor allem die Aufschläge kamen anfangs nicht. Druckaufbau: Fehlanzeige. Bis Katharina Schlichting kam. Mit einer starken Aufschlagserie stellte sie den Anschluss her. „Kathi kam kalt von der Bank, hat einen überragenden Job im Aufschlag gemacht und es uns mit ihrer Vorbereitung in der Block-Feld-Verteidigung einfach gemacht. Das war der Gamechanger“, befand Ali Hobst. Bis zum Satzgewinn räumte Malin Griesel mit der nächsten Aufschlagserie ab. „Exemplarisch für unsere Entwicklung und den Spielverlauf“, hielt der Coach fest. Aus dem 21:22 wurde erst ein 25:24 – wiederholt bestach in dieser Szene der Beton-Doppelblock mit Carina Jolmes (hinterher als MVP ausgezeichnet) und Cara Beine – und das finale 26:24.

Nach zwei folgenden verlorenen Sätzen samt unglücklicher Schiedsrichterentscheidungen legte der Gast in Durchgang vier wieder vor (9:2), kassierte den 16:16-Ausgleich, lag 24:25 zurück und verwandelte nervenstark den zweiten Satzball zum 26:24. Klar leistete sich der VoR auch mal die ein oder andere nicht so clevere Entscheidung, doch das sollte sich letztlich nicht rächen. „Wir haben Fehler gut weggesteckt. Vor zwei Monaten wären wir daran wohl noch zerbrochen“, sagte Hobst erleichtert. Annahme, Zuspiel, Punkt: Der 7:2-Blitzstart im Tie-Break war die halbe Miete. Zwar drängte Bad Laer auf den Matchgewinn (12:13), doch der effektive VoR ließ sich nicht mehr beirren und rettete das dünne Polster ins Ziel.

Für die Zuschauer war der spannende Krimi allerbeste Unterhaltung. „Wir haben leidenschaftlich im Feld verteidigt“, würdigte Ali Hobst die Annahmequalität ebenso wie die aufgegangene Block- und Feldverteidigungsstrategie, die „Breaks“ erzwang. Den Primus auswärts niedergerungen, „das ist ein sehr schönes Gefühl“, schloss der stille Genießer Ali Hobst; wissend, dass seiner Crew am Sonntag mit Hörde ein anderes Profil, ein physisch starker Gegner gegenüberstehen würde. „Aber wir haben das Momentum.“ Gegen den Tabellendritten sah sich Ali Hobst früh zu einer ersten Auszeit genötigt (1:4). Der VoR übernahm mit 12:7 die Initiative, um 16:18 ins Hintertreffen zu geraten. Die spannende Crunchtime des ersten Satzes sah nach einer Reihe von Paderborner Fehlern Hörde vorn – 22:25.

Im zweiten Durchgang lagen die agilen VoR-Frauen komfortabel mit 13:6 und 18:13 in Front. Mit einem schicken Lop zum 25:22 besorgte Viktoria Mirvoda den 1:1-Satzausgleich. Nun waren das Momentum, Leichtigkeit und Lachen wieder da – bis zum 14:4 in Satz drei. VoR-Nachlässigkeiten wusste Hörde zu nutzen und egalisierte bis auf 23:23. Nach dem 24:25-Rückstand schlug Picabo Reinhold, später als MVP gekürt, zum 27:25 auf.

Der vierte Satz endete mit 25:20. Ali Hobst hatte Spaß und zog den Hut vor seinen Mädels: „Das war ein Erfolg der ganzen Mannschaft. Die Block-Feldabwehr war noch besser als am Samstag, die Annahme noch stabiler. Wir haben super zusammengespielt und Sachen kompensiert.“ VoR Paderborn hat reichlich Selbstbewusstsein angehäuft und ist für die Play Downs gerüstet.

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