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TT-Champions League: Driburg unterliegt beim Topfavoriten

»Das ist eine andere Welt«

Bad Driburg (WB). Es war die erwartete Lehrstunde für den TuS Bad Driburg beim polnischen Meister und Champions-League Favoriten KTS Tarnobrzeg. 0:3 verloren die Badestädter ihr erstes Champions League Gruppenspiel der Saison.

Sylvia Rasche

Sarah DeNutte und Co. haben gegen den Favoriten der Champions League die erwartete Niederlage kassiert. Foto: Sylvia Rasche

Dabei zeigte Tarnobrzeg schon mit seiner Aufstellung, wie ernst er den Gast aus Deutschland nahm. Das Team war in der kompletten Aufstellung, also mit allen sechs Spielerinnen, vor Ort. An den Tisch gingen dann die besten drei, die sich allesamt in den Top-50 der Weltrangliste und unter den besten zwölf Einzelspielerinnen Europas befinden. »Das ist eine ganz andere Qualität, fast eine andere Welt«, unterstrich TuS-Manager Franz-Josef Lingens nach der deutlichen Niederlage.

Lichtblicke sah er im Spiel von Nina Mittelham, mit Weltranglistenplatz 108 übrigens derzeit beste Driburgerin, gegen ihre Nationalmannschaftskollegin Han Ying. »Da hat man deutlich gesehen, dass Nina sich im Aufwind befindet. Vor allem der dritte Satz war richtig gut. Da haben beide den etwa 200 Zuschauern in der Halle tolle Bälle geboten«, berichtete Lingens. Bekanntlich spielt Driburgs Nina Mittelham sehr gerne gegen Abwehr. Allerdings ist Han Ying die weltbeste Abwehrspielerin überhaupt. »Sie macht kaum Fehler und kann auch sehr gut angreifen«, geriet Lingens regelrecht ins Schwärmen. Han Ying brachte ihr polnisches Team sicher in Führung. Diese baute die ehemalige Einzel-Europameisterin Elizabeta Samara gegen Driburgs Sarah DeNutte schnell auf 2:0 aus. »Doch auch Sarah hat gut gespielt. Ihre Gegnerin ist nun mal besser«, meinte Lingens.

Während Mittelham und DeNutte sich zumindest phasenweise auf Augenhöhe der Gastgeberinnen präsentierten, kam Driburgs »Küken« Sophia Klee völlig unter die Räder. Die 14-Jährige musste gegen die mehrfache polnische Meisterin Li Qian an den Tisch. Beide trennen in der Weltrangliste gute 400 Ränge (!) und in Praxis Welten. »Sophia kann den Schnitt noch nicht lesen. Sie hätte gegen eine offensivere Spielerin bestimmt besser ausgesehen«, vermutete Lingens. Klee kam in den drei Sätzen zusammen gerade mal auf fünf Zähler.

»Wir müssen die Partie schnell abhaken und nach vorne schauen. Gegen Lille im zweiten Gruppenspiel sind wir zwar auch Außenseiter, haben aber mehr Chancen«, fasste Franz-Josef Lingens zusammen.

Abenteuerlich gestaltete sich übrigens die Anreise des Bundesligisten. Der gebuchte Flug von Düsseldorf nach Warschau wurde unmittelbar vor dem Start gestrichen. »Wir hatten Glück, dass wir noch Plätze mit einer Zwischenlandung in München ergattert haben«, berichtete Lingens. Statt am frühen Nachmittag war die Driburger Delegation erst um 21 Uhr in Tarnobrzeg. Die geplante Trainingseinheit fiel somit aus. Am Morgen vor der Partie konnte sich das Team aber in der Spielhalle auf die Bedingungen einstellen.

Die TuS-Statistik: Han Ying – Nina Mittelham 3:0 (11:5/11:6/11:8), Elizabeta Samara – Sarah DeNutte 3:0 (11:7/11:7/11:7), Li Qian – Sophia Klee 3:0 (11:1/11:2/11:2)

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