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Tischtennis-Bundesliga: TuS Bad Driburg erwartet Berlin

Der Meister ist angeschlagen

Bad Driburg (WB). Wenn der Abo-Meister aus Berlin zum Tischtennis-Bundesligaspiel nach Bad Driburg kommt, hagelt es regelmäßig deutliche Niederlagen für die Badestädter. An diesem Sonntag könnte es allerdings auch ganz anders laufen.

Sylvia Rasche

Driburgs Spitzenspielerin Sarah DeNutte kommt gegen Berlin eine Schlüsselrolle zu: »Wenn sie sich gegen den japanischen Neuzugang durchsetzt, können wir gegen den Meister punkten«, hat Manager Franz-Josef Lingens ausgerechnet. Foto: Sylvia Rasche

»Wenn wir es schaffen, in die zweite Einzelrunde im unteren Paarkreuz zu kommen, können wir einen Punkt holen. Der stünde uns im Kampf um die Play-off-Plätze gut zu Gesicht«, meint Driburgs Manager Franz-Josef Lingens vor dem Duell der beiden deutschen Champions League-Teilnehmer.

Der Hintergrund: Meister Berlin plagen in dieser Saison große Personalsorgen. »Berlin hat es hart getroffen. Sogar noch härter als uns vergangene Saison«, betont Lingens. So müssen die Hauptstädter in jedem Fall auf Nationalspielerin Petrissa Solja verzichten. Die WM-Dritte im Mixed legt eine schöpferische Pause ein. Shan Xiaona, ebenfalls deutsche Nationalspielerin und Team-Olympia-Zweite von Rio, hat muskuläre Probleme und spielt daher nur sporadisch. Ex-Nationalspielerin Kathrin Mühlbach fehlt wegen ihrer Schwangerschaft. »Das sind gravierende Ausfälle. Nur deshalb hat Berlin gegen Bingen verloren«, sagt Lingens und spricht dabei die 2:6-Niederlage des Meisters gegen den aktuellen Tabellenführer an. Zuvor hatte Berlin in der Bundesliga seit Mai 2014 nicht mehr verloren. Der letzte Driburger Sieg gegen Berlin liegt sogar noch weiter zurück und datiert aus dem April 2010!

Trotz seiner Ausfälle verfügt der TTC Eastside immer noch über ein exzellentes Spitzenpaarkreuz mit der mehrfachen Europameisterin Gina Pota aus Ungarn und dem japanischen Neuzugang Shiho Matsudaira. Beim TuS Bad Driburg muss neben Sarah DeNutte die Jugendnationalspielerin Sophia Klee im oberen Paarkreuz aufschlagen. »Sie wird gegen beide kaum Chancen haben«, meint Franz-Josef Lingens. Sarah DeNuttes Partie gegen die Japanerin ist für ihn dagegen eines der beiden Schlüsselspiele auf dem Weg zur zweiten Einzelrunde der Positionen drei und vier. »Wenn Sarah sich durchsetzt, steigen unsere Chancen, unten ein zweites Mal aufzuschlagen«, rechnet der Manager vor.

Das zweite Schlüsselspiel sei das Match zwischen Elena Waggermayer und Berlins Trainerin Irina Palina. »Bedingt durch die Personalnot muss Palina selbst zum Schläger greifen. Sie ist immer noch eine enorm starke Abwehrspielerin. Ich hoffe aber, dass sich Elena und Nina Mittelham durchsetzen können. Beide spielen gut gegen Abwehr.« Palina ist inzwischen 47 Jahre alt, hat viermal an Olympischen Spielen teilgenommen und 1994 mit Russland den World-Team-Cup gewonnen. In der Bundesliga spielt sie aktuell als »Aushilfe« eine positive Bilanz.

Wen die Berlinerinnen als Nummer vier mitbringen, steht nicht fest. »Sie haben zwei junge Mädchen aus der Oberliga auf der Liste, eine davon ist Palinas Tochter«, sagt Lingens und rechnet diese beiden Punkte fest für sein Team ein. Mit einem 1:1 aus den Doppeln ergibt seine Kalkulation damit ein Remis, wenn mindestens eines der beiden Schlüsselspiele kommt und Nina Mittelham zum Abschied im unteren Paarkreuz noch einmal doppelt siegt. Die Mannschafts-Vizeeuropameisterin hat in der Hinrunde ordentlich gepunktet (7:1-Siege) und darf in der Rückrunde wieder im oberen Paarkreuz aufschlagen.

Im letzten Heimspiel vor Weihachten hat das TuS-Team noch ein ganz besonderes Geschenk für die Fans parat: Die Spielerinnen treffen sich bereits am Samstag zum Plätzchenbacken beim Spieltagssponsor »Goeken backen« und werden die Kekse am Sonntag an die Zuschauer verteilen.

Zuschauer-Info: Das Heimspiel beginnt am Sonntag um 14 Uhr in der Sporthalle der Grundschule.

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