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Tischtennis: Der TTC Berlin gewinnt mit drei Ex-Driburgerinnen die Champions-League

Die Königinnen Europas

Linz/Bad Driburg

Der TTC Eastside Berlin hat zum fünften Mal in seiner Vereinsgeschichte die Tischtennis-Champions-League gewonnen. Zu den neuen Königinnen Europas gehören auch die ehemaligen Bad Driburgerinnen Britt Eerland, Nina Mittelham und Jessica Göbel.

Sylvia Rasche

Der TTC Eastside Berlin hat die Tischtennis-Champions-League gewonnen. Spitzenspielerin Shan Xiaona (links) und Trainerin Irina Palina (rechts) rahmen die drei Ex-Driburgerinnen Britt Eerland, Jessica Göbel und Nina Mittelham, ein. Mittelham holte in Finale den Siegpunkt im Tiebreak. Foto: privat

In einem Herzschlag-Finale haben sich die Berlinerinnen in der in einer ganzen Woche in Turnierform in Linz ausgetragenen Champions-League gegen den Gastgeber Linz-Froschberg durchgesetzt.

Den Siegpunkt zum 3:2 holte Nina Mittelham im Tiebreak gegen die Ukrainerin Margaryta Pesotska. Neuerdings wird der Entscheidungssatz nur noch bis zum sechsten Siegpunkt gespielt. Mittelham, die von 2012 bis 2018 das TuS-Trikot trug, gewann mit 6:4 hauchdünn. Entsprechend groß war der Jubel der Hauptstädterinnen.

Zuvor hatte die deutsche Nationalspielerin Shan Xiaona Berlin ebenfalls im Tiebreak gegen Pesotska in Führung gebracht. Linz glich aus. Britt Eerland, von 2018 bis April 2020 in Driburg unter Vertrag, holte die erneute Führung mit einer wahren Meisterleistung gegen die Rumänin Bernadette Szöcz. Eerland wird aktuell in der Weltrangliste auf Platz 27, so hoch wie nie in ihrer Laufbahn, geführt. Szöcz ist die Nummer 26 des Rankings.

Da Linz-Froschberg erneut ausglich, musste Nina Mittelham im Abschlussmatch die Nerven behalten – und tütete den Titel ein.

„Ich habe Nina gesagt, sie solle etwas riskieren. Ihr Topspin ist sicher einer der schnellsten im Damentischtennis überhaupt, doch in solchen Augenblicken ist es sehr schwierig, ihn sicher durchzubringen. Das war ein bemerkenswerter Sieg für sie und die ganze Mannschaft, die wieder einmal tolles Teamwork gezeigt hat“, lobte Trainerin Irina Palina im Gespräch mit dem Fachportal tischtennis.de den Auftritt in Linz.

Eastside-Präsident Alexander Teichmann hob zudem die „starke spielerische Leistung von Britt Eerland“ und den „wesentlichen Anteil von Jessica Göbel, die die anderen eingespielt, beraten und von der Bank gepusht hat,“ am Gewinn des Titels hervor.

Britt Eerland, Nina Mittelham und Jessica Göbel haben insgesamt 13 Jahre für den TuS Bad Driburg gespielt – allerdings nie gemeinsam.

Beim Champions-League-Turnier in Linz waren mit Sarah DeNutte und Andrea Todorovic noch zwei weitere Ex-Driburgerinnen aktiv. Mit ihrem neuen Club Saint-Quentinois sicherte sich die Luxemburgerin DeNutte, von 2014 bis April 2020 in Bad Driburg unter Vertrag und mit den Badestädtern zweimal in der Champions League am Start, den Gruppensieg und den Einzug ins Halbfinale. DeNutte steuerte zwei Einzelsiege bei. Im Halbfinale gab es eine harten Kampf gegen Gastgeber Linz-Froschberg, aber letztlich eine knappe 2:3-Niederlage. In der ersten französischen Liga steht die ehemalige Driburgerin mit ihrem Team ungeschlagen an der Tabellenspitze.

In der Gruppenphase war die Serbin Andrea Todorovic mit ihrem französischen Club CP Lille Metropole im Einsatz. Todorovic, die von 2012 bis 2015 beim TuS spielte und den Wiederaufstieg in die 1. Liga mitmachte, gewann ihr Einzel gegen Cartagena, musste sich gegen Berlin im direkten Duell gegen ihre ehemalige Driburger Doppelpartnerin Nina Mittelham aber geschlagen geben. Letztlich reichte es nur zum dritten Gruppenplatz und damit zum Einzug in den ETTU-Cup.

Ein Kommentar von Sylvia Rasche

Weltklasse-Tischtennis in Bad Driburg ist Vergangenheit. Doch ein Blick auf das Champions-League-Finale von Dienstagabend und auf die aktuelle Dezember-Weltrangliste beweist noch einmal, welch außergewöhnlichen Sport der TuS Bad Driburg über mehr als zwei Jahrzehnte im Kreis Höxter angeboten hat. Sieben der acht Spielerinnen, die sich in Linz im Finale um Europas Krone gegenüberstanden, durften Fans in der Bad Driburger Halle in der Vergangenheit live beobachten, drei von ihnen sogar im heimischen TuS-Trikot. Von den besten zehn Europäerinnen der aktuellen Dezember-Weltrangliste haben acht unter der Iburg aufgeschlagen, zwei für den TuS und sechs als Spielerinnen der Gästeteams.Schade, dass diese Zeiten seit April 2020 vorbei sind. Sie werden aber für immer ihren festen Platz in der heimischen Sportgeschichte behalten.

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