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Tischtennis: TuS Bad Driburg ist zweimal deutscher Vizemeister und einmal deutscher Vizepokalsieger – keine Zukunft im Spitzensport

Dreimal Silber und europäische Glanzlichter

Bad Driburg (WB). An diesem Sonntag hätte der TuS Bad Driburg sein letztes Bundesliga-Heimspiel der laufenden Tischtennissaison gegen den SV Böblingen ausgetragen – und vermutlich die deutsche Vizemeisterschaft mit seinen Fans ausgiebig gefeiert.

Sylvia Rasche

Volle Hütte: Sarah DeNutte, Britt Eerland (von links) und Co. begeistern insbesondere in der aktuellen Saison die Zuschauer in Bad Driburg. Die Vizemeisterschaft der Bundesliga ist der Lohn für diese Top-Leistungen. Foto: Sylvia Rasche

Den zweiten Bundesliga-Vizetitel der Vereinsgeschichte haben die Badestädterinnen nun schon vor vier Wochen nach Abbruch der Saison zugesprochen bekommen. Nach Feiern ist ihnen allerdings nicht zumute. Wie berichtet, hat Manager Franz-Josef Lingens die Bundesliga-Mannschaft aus finanziellen Gründen zurück gezogen.

23 Jahre hat der Verein in der ersten und zweiten Bundesliga gespielt, dabei viele Erfolge gefeiert und auch einige Misserfolge hinnehmen müssen.

Insgesamt 41 Spielerinnen aus 17 Nationen nimmt Franz-Josef Lingens in den 23 Jahren unter Vertrag. Dazu kommen noch 16 „Aushilfen“ aus der jeweiligen zweiten Mannschaft, die zwischenzeitlich übrigens auch bis in die zweite Bundesliga aufsteigt. Mit 16 Akteurinnen sind die deutschen Spielerinnen beim Bundesligisten eindeutig in der Mehrzahl. Auf Rang zwei der internen TuS-Länderrangliste folgen die Niederlande mit Melissa Muller, Elena Timina, Dong Li, Linda van der Leur Creemers und natürlich der aktuellen Topspielerin Britt Eerland.

Ein glückliches Händchen beweist Manager Franz-Josef Lingens unter anderem mit der Verpflichtung der damals in Europa völlig unbekannten Chinesin Xu Jie. Die Penholderspielerin ist zwischen 2002 und 2008 sechs Jahre beim TuS aktiv und gehört dabei stets zu den bilanzbesten Bundesligaspielerinnen. Mit 13 Spielzeiten hält Elena Waggermayer den Driburger Rekord in der ersten und zweiten Bundesliga. Sie spielt mit einer einjährigen Unterbrechung von 2003 bis 2017 unter der Iburg.

Mit der Rumänin Mihaela Steff und der Deutschen Jing Tian-Zörner schlagen in der Saison 1999/2000 sogar zwei Top-10-Spielerinnen der Weltrangliste für die Badestädterinnen auf. Das Team mit Steff und Zörner sowie Nadine Bollmeier und Zuzana Poliackova wird im Juni 2000 erstmals Deutscher Vizemeister. Überraschend erreicht das Quartett dabei das Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft gegen die damalige Übermannschaft aus Langweid. Bis zum zweiten Vizemeistertitel sollte es noch 20 Jahre dauern, immerhin gibt es 2018 noch einen Deutschen Vize-Pokalsieg in der TuS-Vita.

Glanzlicher in den 23 Bundesligajahren sind auch die internationalen Auftritte. 2005 startet der TuS Bad Driburg erstmals im ETTU-Cup und erreicht auf Anhieb das Achtelfinale. 2006/2007 geht es sogar bis ins Viertelfinale. Wer den dramatischen Achtelfinalsieg gegen den hohen Favoriten aus Cartagena/Spanien damals in Bad Driburg miterlebt hat, wird die Bilder noch vor Augen haben. Vier Jahre spielt Driburg damals international und wagt sich später, 2016/2017 und 2017/2018, sogar an die Champions-League.

Nach 23 Jahren ist die Erfolgsgeschichte nun beendet. Geblieben sind nur die Erinnerungen an Spitzen-Tischtennis unter der Iburg.

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