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Tischtennis-Final-Four: Eerland fällt aus – Berlin ist zu stark

Driburg verpasst Endspiel

Berlin (WB). Tischtennis-Bundesligist TuS Bad Driburg hat das Endspiel im Pokal-Final-Four klar verpasst. Favorit und Abosieger TTC Berlin war im Halbfinale erwartungsgemäß eine Nummer zu groß.

Sylvia Rasche

Spielertrainerin Nadine Bollmeier hat gegen Doppel-Europameisterin Nina Mittelham vier Sätze mitgehalten, musste ihrer ehemaligen Teamkollegin dann aber zum Sieg und zum Einzug ins Endspiel gratulieren. Foto: Sylvia Rasche

Dabei hatten sich die Badestädter, die zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte beim Final-Four aufschlagen durften, viel vorgenommen, wollten es den Gastgebern so schwer wie möglich machen.

Einen ersten herben Dämpfer erfuhr dieses Vorgaben aber schon vor der Abfahrt in die Hauptstadt. Spitzenspielerin Britt Eerland meldete sich am Freitagabend ab. Eigentlich war sie nach ihrer Fußverletzung wieder im Training und guter Dinge. »Sie hatte plötzlich doch wieder Schmerzen. Der Physiotherapeut hat ihr von einem Einsatz abgeraten«, berichtete Driburgs Manager Franz-Josef Lingens. Da im Januar gleich drei Bundesligaspiele auf dem Programm stehen, davon zwei schon am kommenden Wochenende, ließen die Badestädter Vorsicht walten. »Wir hätten Britt im Pokal gerne dabei gehabt. Es ist aber wichtiger, dass sie am kommenden Wochenende in der Liga fit ist«, betonte Lingens.

Somit stellte sich das Team im Halbfinale gegen Gastgeber Berlin quasi von alleine auf. Im ersten Match musste Sarah DeNutte gegen die Team-Olympia-Zweite von Rio, die deutsche Nationalspielerin Shan Xiaona, an den Tisch. Die Driburgerin versuchte alles, gewann auch einen Satz, musste der Favoritin am Ende aber gratulieren. »Shan hat bärenstark agiert«, stellte Lingens heraus. Die deutsche Jugendmeisterin Sophia Klee bekam es anschließend mit Matilda Ekholm, Nummer 30 der Damen-Weltrangliste, zu tun. Die 15-Jährige ließ sich nicht entmutigen, kämpfte aufopferungsvoll, hatte gegen die Schwedin aber letztlich keine Chance. »Sophia hat gut mitgehalten. Mit der Leistung können wir zufrieden sein«, analysierte Lingens.

Sollte die Partie nicht schon nach den drei Spielen entschieden werden, musste nun Nadine Bollmeier gegen Doppel-Europameisterin Nina Mittelham für das Break sorgen. Mittelham war erst vor Saisonbeginn von Bad Driburg in die Hauptstadt gewechselt. Geschenke hatte sie jedoch nicht zu verteilen. In vier Sätzen machte Mittelham den Sack zu und führte Berlin somit zum sechsten Mal in Folge ins deutsche Pokalfinale. »Nadine hat alle Sätze offen gehalten, in den Schlussphasen aber leichte Fehler gemacht. Insgesamt haben wir uns in allen drei Spielen trotz der Niederlagen gut verkauft«, fasste Franz-Josef Lingens das 0:3 gegen die europäische Top-Mannschaft zusammen.

Am Nebentisch holte sich die TTG Bingen gegen den amtierenden Deutschen Meister DJK Kolbermoor, der mit seiner Ex-Europameisterin Liu Jia angetreten war, zwar einen Ehrenpunkt, zur Überraschung reichte es aber auch hier nicht.

So kam es zum für die Fans in Berlin erhofften Traumfinale des Meisters gegen den Abo-Pokalsieger. Ein Finale, das Driburg und Bingen gerne verhindert hätten. An diesem Tag fehlten beiden Teams dazu allerdings die Mittel. Im Endspiel lieferten sich Berlin und Kolbermoor ein packendes Duell, im dem sich die Bayern nach fast drei Stunden Spielzeit mit 3:1 durchsetzten und den Pokal erstmals mit in den Süden Deutschland nahmen.

Für Driburg geht es am kommenden Wochenende mit einer Doppelschicht in der Bundesliga weiter: Samstag in Langstadt und Sonntag in eigener Halle gegen den SV Böblingen.

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