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TuS Bad Driburg spielt 5:5 in Hessen

Eine furiose Aufholjagd in Rheinhessen

Bingen  (WB). Was für eine im wahrsten Wortsinn punktgenaue Landung: Der TuS Bad Driburg spielt in Rheinhessen bei der TTG Bingen am letzten Spieltag der Tischtennis-Bundesliga 5:5. Die Partie ist nichts für schwache Nerven. Nach den Doppeln und dem ersten Einzel lag Driburg bereits 0:3 im Hintertreffen. Es folgten ein Kraftakt erster Klasse und eine furiose Aufholjagd.

Jürgen Drüke

Abklatschen: Britt Eerland spielt an ihrer alten Wirkungsstätte in Bingen toll auf und hat maßgeblichen Anteil am 5:5-Endstand. TuS-Betreuer Kevin Kösling freut sich. Foto: Jürgen Drüke

Sollten Eerland, Bollmeier und Co. noch auf den vierten Platz abrutschen und damit im Viertelfinale nicht auf Wunschgegner TTK Anröchte treffen. »Die Mannschaft hat sich unheimlich reingehauen. Am Ende waren wir alle super glücklich und happy«, lobte der glückliche TuS-Manager Franz-Josef Lingens. Die Vorzeichen waren alles andere als gut, denn Sarah DeNutte musste passen. »Sarah hat sich eine Verletzung der Nackenmuskulatur zugezogen. Sie kann ihren Kopf kaum bewegen«, berichtete Lingens gestern Vormittag. Die Luxemburgerin war nach einem Turnier in Spanien außer Gefecht gesetzt. In Bingen war sie trotzdem dabei, drückte die Daumen und gab fachmännischen Rat. Gut, wenn eine fast gleichwertige Ersatzspielerin bereit steht. Für diese Fälle hat der TuS die erfahrene Yan Su. Die routinierte Akteurin sprang in die Bresche. Allerdings konnte die Düsseldorferin letztlich keinen Punkt beitragen.

Spannung pur

Die Chronologie der Partie glich einem Thriller. Der TuS Bad Driburg war eigentlich schon raus und kam dann so stark zurück. Die beiden Doppel mussten die Gäste abgeben. Eerland/Bollmeier unterlagen an Tisch eins glatt 0:3. Su/Klee hatten an Tisch zwei mit 1:3 das Nachsehen. Nach dem Ausfall von Nummer zwei DeNutte waren beide TuS-Doppel neu besetzt. »Abstimmungsprobleme sind die logische Konsequenz«, stellte Franz-Josef Lingens fest.

Die eingesprungene Su unterlag gegen Zhang 1:3. Sollte es das schon gewesen sein. Parallel kämpfte und spielte Bad Driburgs Nummer eins Britt Eerland an ihrer ehemaligen Wirkungsstätte ganz stark auf und sorgte für das erste Ausrufezeichen: Die Niederländerin war glatt 3:0 gegen Matz erfolgreich. Nur noch 1:3. Noch waren die Kurstädterinnen im Kampf um Platz drei, den Bingen in eigener Halle unbedingt noch erobern wollte, wieder im Rennen.

Top gegen Ex-Verein

Das aktuell größte Tischtennis-Talent Deutschlands war danach an der Reihe: Sophia Klee zeigte Wan die Grenzen auf und gewann 3:1. Was für ein Performance der 15-Jährigen. Der unbändige Wille mündete im Gewinn des Einzels. 2:3 in Bingen. Teamchefin Nadine Bollmeier legte nach und sorgte in einer außerordentlich spannenden Auseinandersetzung gegen Piccolin für einen 3:2-Sieg nach Sätzen. Der TuS hatte aus dem 0:3 ein 3:3 gemacht.

»Kämpfen, gebt alles. Wir sind dran«, motivierte Teamchefin Nadine Bollmeier ihre Schützlinge Die große Moral, die tolle Einstellung und der große Wille sollten im Happy End münden. Britt Eerland agiert in bestechender Form und war an ihrer alten Wirkungsstätte super motiviert. Die agile Niederländerin setzte sich auch in ihrem zweiten Einzel, diesmal gegen Zhang, 3:0 durch. Die in die Bresche gesprungene Su unterlag Mantz mit 0:3. 4:4 vor den beiden abschließenden Doppeln. Wan bezwang Nadine Bollmeier 3:1. Doch da war ja noch Sophia Klee, sie triumphiert 3:0 gegen Piccolin. Nach zwei Stunden und 30 Minuten war das 5:5 vor 170 Zuschauern perfekt. Der TuS spielt nun im Viertelfinale gegen Anröchte.

TuS-Statistik

TuS-Statistik: TTG Bingen/Münster-Sarmsh. – TuS Bad Driburg 5:5: Zhang/Piccolin – Eerland/Bollmeier 3:0, Mantz/Wan – Su/Klee 3:1, Zhang – Su 3:1, Mantz – Eerland 0:3, Wan – Klee 1:3, Piccolin – Bollmeier 2:3, Zhang – Eerland 0:3, Mantz – Su 3:0, Wan – Bollmeier 3:1, Piccolin – Klee 0:3

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