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Tischtennis-ABC über die 23 Bad Driburger Bundesliga-Jahre

Von Heimspiel-Atmosphäre und fernen Reisen

Bad Driburg

Zwei Aufstiege in die Bundesliga, zwei Jahre in der Champions-League, vier Jahre im Europapokal, zweimal Deutscher Vizemeister, einmal Vizepokalsieger: Der TuS Bad Driburg hat in 23 Jahren in der ersten und zweiten Tischtennis-Bundesliga einiges zu bieten. Das bittere Ende kommt im Frühjahr 2020 mit dem finanziellen Aus als Folge des coronabedingten Sponsorenrückzuges. Ein alphabetischer Rückblick auf 23 Jahre Spitzensport in Bad Driburg.

Sylvia Rasche

Der TuS Bad Driburg verabschiedet sich als Vizemeister aus der Bundesliga (von links): Britt Eerland, Sarah DeNutte, Nadine Bollmeier, Sophia Klee und Yuki Tsutsui. Foto: Sylvia Rasche

Aufstieg:1998 schafft es der TuS Bad Driburg im Entscheidungsspiel der Vizemeister der beiden Zweitligagruppen gegen den TV Busenbach erstmals in die 1. Bundesliga. 2014 folgt der zweite Aufstieg. Diesmal als Meister der 2. Liga Nord.

Bollmeier: Nadine Bollmeier heuert als einzige Spielerin dreimal unter der Iburg an. Beim ersten Mal, 1992, ist sie noch Schülerin und holt mit dem TuS 1993 die Deutsche U15-Mannschaftsmeisterschaft. Von 1995 bis 2002 ist sie am Durchmarsch in die Bundesliga und der Deutschen Vizemeisterschaft beteiligt. Von 2017 bis 2020 kommt die als Spielertrainerin zurück und wird mit dem Team erneut Vizemeisterin.

Champions-League: Zweimal darf der TuS Bad Driburg im Konzert der zwölf punktbesten Mannschaften Europas in der Königsklasse aufschlagen. 2016/2017 und 2017/2018 ist allerdings jeweils nach der Vorrunde Endstation.

Deutsche: International ist die Besetzung des TuS in den 23 Jahren. Mit insgesamt 13 deutschen Stammspielerinnen kommen aber auch die einheimischen Asse nicht zu kurz.

ETTU-Cup: Zwischen 2005 und 2009 spielt Driburg viermal im Europapokal. Highlight ist der Achtelfinalsieg gegen die hoch favorisierten Spanierinnen aus Cartagena 2006/2007 und der damit verbundene Einzug ins Viertelfinale.

2006 stürmt der TuS Bad Driburg mit einem Sieg gegen Cartagena ins Viertelfinale des ETTU-Cups (von links) Hans-Jürgen Junker, Jessica Göbel, Cristina Kont, Elena Waggermayer, Xu Jie und Natalia Cigankova. Dort kommt das Aus gegen Berlin. Foto: Sylvia Rasche

Frankreich: Die erste europäische Auslandsreise des TuS Bad Driburg führt im November 2005 in die Normandie. Im Achtelfinale in Mondeville unterliegt das Team allerdings 1:3.

Gewinner: In 23 Jahren in der ersten und zweiten Bundesliga gewinnt der TuS Bad Driburg genau 125 Meisterschaftsspiele, Play-offs nicht mitgezählt.

Heimspiel: Die kleine Grundschulturnhalle ist die Heimfestung des TuS. Zu Anfang tummeln sich hier bis zu 400 Zuschauer, Tribünen werden aufgebaut. Aber auch in späteren Jahren mit weniger Fans ist die Atmosphäre hier das große TuS-Plus.

International: Die Driburger Spielerinnen sind im internationalen Geschäft zu Hause. Mihaela Steff wird während ihrer TuS-Zeit im Jahr 2000 Einzel-Vizeeuropameisterin und erreicht das Viertelfinale der Olympischen Spiele in Australien.

Jugend: Sie ist erst 15, als sie zum TuS Bad Driburg wechselt und räumt bei den Schüler- und Jugend-Europameisterschaften groß ab: Fünf Titel, viermal Silber und dreimal Bronze sammelt Nina Mittelham auf internationalem Nachwuchs-Parkett.

KO.: Nach 23 Jahren in erster und zweiter Bundesliga setzt eine Pandemie den TuS Bad Driburg K.O. Wegen fehlender Sponsoren muss der Verein im Frühsommer 2020 den Rückzug antreten.

Landesmeister: Nationale Meister haben im Laufe der Jahre gleich mehrere in Bad Driburg gespielt. Keine von ihnen hat aber so viele Titel gesammelt wie Sarah DeNutte. Die Luxemburgerin ist achtfache Einzelmeisterin ihres Landes!

Meister: Im Frühjahr 2014 machen TuS-Fans das Auswärtsspiel in Baunatal zum Heimspiel – und heizen ihrem Team in Nordhessen ordentlich ein. Der Lohn: Das 5:5-Unentschieden reicht zum Meistertitel der 2. Bundesliga und damit zum Wiederaufstieg in Liga eins.

Nichtabstieg: Der TuS Bad Driburg steigt sportlich nie aus der 1. Bundesliga ab. 2010 zieht sich der Verein aus finanziellen Gründen freiwillig in die 2. Liga zurück. 2020 folgt das Aus ebenfalls aus finanziellen Gründen.

Olympia: Drei Spielerinnen haben sich in ihrer Zeit beim TuS Bad Driburg für Olympia qualifiziert: Mihaela Steff im Jahr 2000, Svetlana Ganina 2004 und Elena Timina 2008.

Drei Spielerinnen haben sich in ihrer aktiven Driburger Zeit für Olympia qualifiziert: Mihaela Steff im Jahr 2000, Svetlana Ganina 2004 (Foto) und Elena Timina 2008. Foto: Sylvia Rasche

Pokal: 2018 erreicht der TuS Bad Driburg in Hannover das Finale um die deutsche Pokalmeisterschaft und wird Zweiter hinter Abosieger TTC Berlin.

Qi Shi: Zweimal spielt die Chinesin für den TuS Bad Driburg. Von 2008 bis 2010 und von 2015 bis 2017. Als der TuS sie erstmals verpflichtet, ist sie in Deutschland unbekannt.

Russland: 2700 Kilometer Richtung Osten führt die längste Auswärtsreise des TuS Bad Driburg. Im russischen Taganrog setzt es allerdings eine 1:3-Niederlage im Europapokal.

Spitzenreiter: Im November 2019 nutzt der TuS einen Doppelspieltag im Süden Deutschlands zum Sprung an die Tabellenspitze. Erstmals führt Driburg die Tischtennis-Bundesliga mit 12:0-Punkten an.

Trauerflor: Im Februar 2019 rückt ein 6:0-Sieg in Anröchte in den Hintergrund: Die TuS-Damen spielen mit Trauerflor zu Ehren des am Tag vor dem Auswärtsspiel überraschend verstorbenen langjährigen Teambetreuers Siggi Rüster.

Universiade: Selbst die Weltspiele der Studierenden kommen nicht ohne Bad Driburger Beteiligung aus: Dreimal darf Katharina Michajlova, die von 2013 bis 2017 in Driburg spielt, dort aufschlagen.

Vizemeister: Zweimal feiert der TuS Bad Driburg die deutsche Vizemeisterschaft. Im Juni 2000 nach verlorenem Play-off-Finale gegen den damals auch in Europa vorherrschenden TTC Langweid und noch einmal zum Abschied 2020 nach dem Abbruch der Saison 2019/2020.

Deutscher Vizemeister 2000 (von links) Thorsten Kleinert, Nadine Bollmeier, Zuzana Poliackova, Jing Tian-Zörner, Franz-Josef Lingens und Mihaela Steff. Foto: Sylvia Rasche

Waggermayer: Insgesamt 14 Jahre spielt Elena Waggermayer für den TuS Bad Driburg. So lange wie keine andere Spielerin in der Bundesliga! Sie kommt 2003 aus der Regionalliga und wird 2012 in Dortmund und 2014 in Tokio von Österreich für die Weltmeisterschaften nominiert.

Xu Jie: Als völlig unbekannte junge Chinesin kommt Xu Jie 2002 nach Bad Driburg und wird schnell die unangefochtene Nummer eins im Team. Sie bleibt bis 2008 und ist in dieser Zeit eine Art Driburger Lebensversicherung im Abstiegskampf. Sie gewinnt insgesamt 120 Einzel.

Ihr erstes Heimspiel für den TuS Bad Driburg bestreitet Nina Mittelham mit 15 Jahren. Heute ist sie amtierende Deutsche Meisterin und Damen-Nationalspielerin. Foto: Sylvia Rasche

Youngster: Sie bekommen als junge Mädchen in Driburg die Chance, in der Bundesliga zu spielen und entwickeln sich zu deutschen Nationalspielerinnen: Nadine Bollmeier, Jessica Göbel, Kristin Silbereisen, Irene Ivancan und Nina Mittelham sind einige Beispiele, Sophia Klee auf dem besten Weg in ihre Fußstapfen zu treten.

Zörner: Jing Tian-Zörner ist der erste echte Star, den der TuS Bad Driburg verpflichtet. Die gebürtige Chinesin kommt mit dem Aufstieg 1998, ist 1999 die Nummer vier der Weltrangliste und bleibt zwei Jahre in Driburg.

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