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Meine Corona-Pause: Ehemaliger Verbandsligafußballer Christian Multhaupt trainiert B-Ligisten Erkeln/Hembsen

Mit neuem Team hoch hinaus

Herstelle

Seit fast einem Jahr trainiert der Hersteller Christian Multhaupt den B-Ligisten TuS Erkeln. Im vergangenen Sommer hat Erkeln erfolgreich mit dem TuS Hembsen eine SG gegründet. Gemeinsam mit seinen langjährigen Fußballkumpels Fabian Tewes und Boris Hartmann im Gespann hat Christian Multhaupt aus der Spielgemeinschaft ein Spitzenteam geformt. Von bisher sieben Saisonspielen hat die SG Erkeln/Hembsen bis zum Lock Down alle gewonnen und führt die B-Liga souverän an.

Lena Brinkmann

Spitzenreiter: Christian Multhaupt auf dem Skywalk mit Blick auf seinen Wohnort Herstelle. In der B-Liga liegt der Trainer mit der SG Erkeln/Hembsen ebenfalls souverän an der Tabellenspitze... Foto: Lena Brinkmann

Entspannt steht Christian Multhaupt an diesem kalten Wintertag auf dem Weser-Skywalk im heimischen Dreiländereck. In der coronabedingten Fußballpause genießt der 36-Jährige von hier oben den Ausblick auf seinen Heimatort Herstelle. In wenigen hundert Metern Luftlinie liegt Weser abwärts schon sein Wohnhaus in Sichtweite. Direkt zu Füßen des Skywalks auf der anderen Weserseite Richtung Bad Karlshafen sticht das weite Grün des Hersteller Sportplatzes ins Auge. Dort wo die Karriere sowohl des Spielers als auch des späteren Trainers Christian Multhaupt vor mehr als 30 Jahren begann.

Genau wie die Laufbahn seines heutigen Co-Trainers bei der SG Erkeln/Hembsen, Fabian Tewes, der sein Elternhaus ebenfalls in Herstelle hat. „Nach gemeinsamen erfolgreichen Beverunger Jugendjahren zog es Fabian zum damaligen Verbandsligisten Spvg Brakel. Ich absolvierte mein erstes Seniorenjahr beim SV Höxter in der Verbandsliga“, erinnert sich Multhaupt, der zur aktiven Zeit im zentralen Mittelfeld die Fäden zog.

Die Wege der Freunde Multhaupt, Tewes und später auch des heutigen Erkelner Sportchefs Boris Hartmann kreuzten sich im Verlauf der Jahre immer wieder. „Zu gemeinsamen Höxteraner Landesliga-Spitzenzeiten unter Andreas Wegener und Mario Plesse als Trainer hatten wir mit Fabian, Boris, Daniel Schwager, Ferdi Günter, Stefan Zeisberg, Vadim Thomas oder Basti Uth, dem Bruder vom heutigen Schalker Mark Uth, die wohl beste Mannschaft, in der ich je gespielt hatte“, stellt der Fan des 1. FC Köln heraus.

Zwischenzeitlich vor seinem erneuten Höxteraner Engagement spielte Multhaupt aber noch bei der Spvg Brakel und zuvor auch wieder in der Heimat beim VfB Beverungen, wo er zeitgleich als 23-Jähriger seine erste Trainerstation als A-Jugendtrainer hatte. Mit der Beverunger A-Jugend holte der B-Lizenz-Inhaber als Trainer dreimal den Kreismeistertitel.

„Jeden Tag der Woche auf dem Sportplatz zu stehen, war dann aber doch ein bisschen zuviel“, schmunzelt Multhaupt der bei der Beverunger Firma Mahrenholz im Vertrieb tätig ist. Vor seiner jetzigen Station in Erkeln und Hembsen war der Hersteller vier Jahre Spielertrainer bei der SG Weser-Diemel.

Dieses Archivfoto ist aus dem Jahr 2011: Christian Multhaupt (rechts) hat in der Verbandsliga und der Landesliga für den SV Höxter gespielt Foto: Gerrit Nolte

„Anschließend habe ich aber auch mal eine fußballerische Pause eingelegt und den Blick über den Tellerrand gewagt. Mein Bruder und meine Schwägerin waren höherklassig im Volleyball aktiv, neben ihren Spielen habe ich mir zudem viel Handball im Lipperland oder regelmäßig Spiele des SC Paderborn angeschaut. Auch von anderen Sportarten kann man sich viel für den Fußball abgucken“, betont der ehrgeizige Sportsmann.

Als Boris Hartmann vor einem Jahr anrief, ob er nicht den B-Ligisten TuS Erkeln trainieren will, musste Christian Multhaupt nicht lange überlegen. Nach dem Zusammenschluss mit Hembsen läuft es für die SG Erkeln/Hembsen top. Das sportliche Führungstrio Multhaupt, Tewes und Hartmann hat einen mittelmäßigen B-Ligisten und einen guten C-Ligisten souverän an die Spitze der B-Liga geführt. Nach sieben Siegen in sieben Spielen mit 28:3 Toren liegt die SG hier auf Aufstiegskurs. Zudem hat das Team den Bezirksligisten FC Peckelsheim-Eissen-Löwen aus dem Kreispokal geworfen.

„Wir sind sehr zufrieden. Die Mannschaft ist charakterlich top und hochmotiviert. Mit einer starken Trainingsbeteiligung haben wir in der B-Liga eine gute Fitness und sind in den Spielen oft einen Schritt weiter als der Gegner. Zudem wollen wir die eigenen Spieler aus Erkeln und Hembsen stärken. Das macht sich auch an den Zuschauerzahlen bemerkbar. Wir hatten in den Spielen teilweise 280 Zuschauer, das wurde regelmäßig mit der 300er Corona-Begrenzung knapp. Hoffentlich darf in dieser Saison noch gespielt werden, damit es zu einer Wertung kommt“, meint Christian Multhaupt.

Tim Lütkemeier, Kapitän der SG Erkeln/Hembsen, der damals mit Boris Hartmann und Fabian Tewes bereits bei der Spvg Brakel zusammen gespielt hatte, hebt abschließend hervor: „Das Trainerteam um Christian Multhaupt ergänzt sich sehr gut, ist immer top vorbereitet und will das Beste aus der Mannschaft herausholen. Siehe den Kreispokal gegen Peckelsheim – und das war keine Eintagsfliege.“

Kurz gefragt

Kraft- oder Lauftraining: „Natürlich ist es auch gerne mal ein kleines Workout, aber ansonsten lieber Lauftraining. Zu meiner aktiven Zeit musste ich als zentraler Mittelfeldspieler schon immer etwas mehr laufen als der Durchschnitt.“

Bringdienst oder selber kochen: „Hauptsache es geht schnell, denn das ist bei mir doch sehr zeitabhängig.“

Playstation oder Netflix: „Weder noch. Dann schaue ich lieber Sport aller Art im TV, vor allem aber die Fußball-Bundesliga oder die Premier League bei Sky.“

Podcast oder Buch:„Ich höre gerne Podcasts. Momentan über Immobilien und Finanzen. Wenn man sich damit beschäftigt, sind das interessante Themen.“

Spotify oder Radio: „Die Podcasts höre ich überwiegend über Spotify. Auch in Sachen Musik ist man bei Spotify ebenfalls flexibeler und kann je nach Stimmung aufdrehen.“

Lieblingsseite im Internet: „Neben Westfalen-Blatt.de sind das Kicker, Facebook oder Instagram.“

Sportlerbiografie:„Ich habe noch keine Biografien gelesen. In Deutschland stehen Fußballer wie Bastian Schweinsteiger oder Toni Kroos natürlich immer im Fokus. Da sind Ausnahmesportler wie Dirk Nowitzki, Michael Schumacher oder Jan Ullrich doch ein bisschen weiter unter dem Radar geflogen, obwohl sie in ihren Sportarten bemerkenswertes abgeliefert haben.“

Corona-Rituale:„In der fußballfreien Zeit fahre ich viel Fahrrad oder auch mal mit dem Kajak auf der Weser, die direkt vor der Haustür liegt. Mit der Mannschaft fokussieren wir uns mit Zoom Einheiten oder einer Lauf App. Allgemein ist mein Ritual in dieser Zeit aber optimistisch in die Zukunft zu blicken.“

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