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Sieben-Kontinente-Sportserie: Manu Lange aus Natingen ist seit der ersten Etappe dabei

Wenn der Marathon immer länger wird

Natingen (WB)

Manu Lange liebt die Natur. „Ich laufe am liebsten durch den Wald oder über Feldwege und genieße dabei die Landschaft“, sagt die 55-Jährige. Dabei kommen eine ganze Menge Kilometer zusammen. Die nächsten neun Tage sammelt die Natingerin diese in der Sieben-Kontinente Sportserie 7CRun für Asien.

Sylvia Rasche

Manu Lange aus Natingen ist am liebsten in der Natur unterwegs. Sie hat schon mehr als 600 Kilometer für den 7CRun zurück gelegt. Foto: Sylvia Rasche

Sie ist seit dem ersten Kontinent, dem Lauf für Afrika im Juni, mit dabei und bislang mehr als 600 Kilometer in der Serie unterwegs gewesen. „Ich finde es gut, dass beim 7CRun auch soziale Projekte unterstützt werden“, betont Manu Lange und spendet stets für eines der angebotenen Projekte. „Das gehört für mich dazu“, sagt die Natingerin.

Sie hat 2006 mit dem Ausdauersport begonnen. Zunächst wollte sie einfach nur etwas für ihre Gesundheit tun. „Ganz schnell habe ich Spaß am Laufen gefunden und dann kam der Ehrgeiz dazu“, lacht die Natingerin. Ihren ersten Marathon lief sie schon 2007 in München. Inzwischen sind es genau 30, davon sieben Ultras.

Einer der eindrucksvollsten Marathons war 2016 in New York. „Das war ein tolles Event. Da habe ich auch nicht auf die Zeit geachtet, sondern die ganze Atmosphäre aufgesogen. Ein sehr schöner Lauf“, schwärmt Lange noch vier Jahre später.

Seit einer klassischen Distanz in Heidelberg, die mit 1800 Höhenmetern äußerst anspruchsvoll angelegt war, hat Manu Lange auch den Trail für sich entdeckt und lief im vergangenen Jahr zum ersten Mal den langen Rennsteig-Marathon über 74 Kilometer. Dieses Jahr sollte eigentlich der nächste Schritt folgen. Einen Hundert-Kilometer-Lauf wollte Manu Lange in Angriff nehmen, hatte sich schon angemeldet und natürlich vorbereitet. Doch dann kam die Corona-Absage. „Irgendwann klappt es schon noch mit dem 100er“, geht sie es gelassen an und hatte sich eigens auch einen 24-Stunden-Lauf für diese Strecke herausgesucht. „Ich wollte keinen Stress mit dem Zeitlimit haben“, gibt sie Einblick in ihre Planungen.

Im Corona-Jahr hat sie trotz des abgesagten 100ers deutlich mehr Kilometer als üblich absolviert. Statt sonst um die 2000 sind es aktuell schon mehr als 3000 - und das Jahr ist noch nicht zu Ende. „Je nach Tagesform laufe ich mal etwas schneller, mal langsamer“, erzählt die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen.

Vor dem zweiten Lockdown war sie in Südthüringen und in Werl unterwegs. 47,5 Kilometer mit knappen 2000 Höhenmeter ging es durch die Wälder rund um Suhl. „Das war mal wieder ein realer Lauf, bei dem man auch andere Sportler getroffen hat. Einer der wenigen in diesem Jahr.“ Gleich eine Woche später lief die Natingerin in Werl noch einen 45-Kilometer-Marathon. „Beide Veranstaltungen hatten sehr gute Hygienekonzepte“, betont sie.

Der 7CRun ist nicht der einzige Anreiz, auf die Strecke zu gehen. Seit Beginn der Corona-Zeit, seit 36 Wochen, beteiligt sich Manu Lange auch an einer virtuellen Sportserie in Österreich.

„Da gibt es jeden Sonntag die Aufgabe für die Folgewoche. Letzte Woche ging es darum, verschiedene Sportarten auszuprobieren“, berichtet die 55-Jährige. Zumba mit Anleitung aus dem Internet, Hanteltraining und Gymnastik streute sie daher in ihr Laufprogramm ein. „Das sorgt für Abwechselung.“

Diese Woche war die Aufgabe schwerer: „Man sollte mehr laufen als in der Vorwoche. Ich bin aber sowieso jeden Tag unterwegs“, lacht die sportliche Natingerin, die sich auch für die neue Trail-Running-Wertung der Sieben-Kontinente-Serie angemeldet hat und zum Team „Gemeinsam stark“, das sich aus Athleten aus ganz Deutschland zusammen setzt, gehört.

Die nächsten neun Tage und in der Antarktis-Serie des 7CRuns Ende Dezember sammelt Manu Lange dann wieder fleißig Kilometer für ein besonderes Ziel, das sie sich erst jetzt gegen Ende der Serie gesetzt hat: „Ich würde gerne die 1000 voll machen. Dazu müsste ich jeden Tag etwa 20 Kilometer laufen. Da ich es langsam angehen lasse, könnte es klappen“, hat die Athletin berechnet. Das Wetter wird ihr da kaum einen Strich durch die Rechnung machen. Seit ihrer Zeit in der Non-Stop-Ultra Brakel ist aus der anfänglichen „Schönwetter-Läuferin“ eine Allwetterläuferin geworden. „Bei Gewitter und Glatteis bleibe ich zu Hause, sonst laufe ich bei jedem Wetter.“

Ihr Crosstrainer, den sie sich zu Anfang eigentlich für die kalte Jahreszeit angeschafft habe, verstaube bereits, lacht Manu Lange und freut sich auf die Läufe durch Wiesen und Felder für Asien.

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