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Vorsitzender Hans-Jörg Koch appelliert an Mitglieder der SpVg Brakel

»Es kann sein, dass ich aufhöre«

Brakel (WB/üke). Die Mitglieder der SpVg Brakel treffen sich heute Abend ab 19 Uhr zur Jahreshauptversammlung. Der Verein steht sportlich und wirtschaftlich gut da. Trotzdem schließt Vorsitzender Hans-Jörg Koch im Interview mit Jürgen Drüke nicht aus, dass er sich nicht mehr zur Wahl stellen wird.

Hans-Jörg Koch (links), Vorsitzender der SpVg Brakel, setzt auf neue Vorstandsmitglieder und vor allem junge Kräfte. Der Vorsitzende schließt einen Rücktritt nicht aus. Foto: Jürgen Drüke

Herr Koch, die SpVg Brakel ist mit Abstand die Nummer eins im Fußballreis Höxter. Der Verein und Sie haben in den vergangenen Jahren so gut wie alles richtig gemacht. Wie sehen Sie das?

Hans-Jörg Koch: Der Verein steht gut da. Das gilt eindeutig sportlich, aber auch wirtschaftlich. Trotzdem gibt es im Hintergrund, das mag für einen Verein dieser Größenordnung auch normal sein, einige Probleme und auch Störfeuer.

Können Sie die Probleme konkret benennen?

Koch: Es sind immer weniger Menschen und Mitglieder bereit, sich an der Vorstandsarbeit zu beteiligen. Mein Ziel ist es, dass ehemalige Vorstandsmitglieder mithelfen, sich einbringen und junge Nachwuchskräfte einarbeiten. Wir haben inzwischen zweimal zusammengesessen. Grundsätzlich finden die ehemaligen Mitstreiter und Vorstandsmitlieder meine Idee gut, allerdings ist bisher niemand bereit, sich weiter einzubringen. Es fehlt mir an dem Willen, sich für den Verein und die Ziele einzusetzen. Nur gemeinsam bringen wir die Spielvereinigung voran. Zudem gibt es immer wieder Störfeuer im Hintergrund, die dem Verein schaden.

Gibt es Mitglieder, die mit Ihrem Kurs und dem des Vorstand nicht einverstanden sind?

Koch: Grundsätzlich können wir über alles reden. Für Vorschläge, konstruktive und zielgerichtete Kritik sind wir alle im Vorstand dankbar. Wenn es allerdings persönlich und aus meiner Sicht unsachlich wird, kann und werde ich das nicht akzeptieren daraus meine Konsequenzen ziehen.

Das bedeutet, Sie treten unter gewissen Umständen nicht mehr zur Wahl an?

Koch: Es kann sein, dass ich aufhöre. Heute wird eine Person zur Generalabrechnung ausholen. Den Namen will ich hier nicht nennen. Sollte sich der Mann für ein Vorstandsamt zur Verfügung stellen, würde ich auf keinen Fall noch zwei Jahre weitermachen.

Sie wollen heute Abend wachrütteln. Was erhoffen Sie sich von der Versammlung und den Mitgliedern?

Koch: Es ist fast davon auszugehen, dass wir uns in vier Wochen noch einmal zur außerordentlichen Versammlung treffen. Denn aktuell haben wir nicht die ausreichende Anzahl an ehrenamtlichen Kräften, die den Verein auf Kurs halten und leiten können. Wir sind zu wenig. Mein Ziel habe ich zu Beginn dieses Interviews erläutert. Sollten wir heute Abend nicht weiterkommen, würde der aktuelle Vorstand zunächst kommisarisch im Amt bleiben.

Sie sind sieben Jahre im Vorstand, das waren drei Jahre als zweiter Vorsitzender und nun vier Jahre als erster Vorsitzender. Mit Ihrer Bilanz können Sie doch sehr zufrieden sein, oder?

Koch: Es geht um den Verein SpVg Brakel. Wir feiern im kommenden Jahr den 100. Geburtstag des Vereins. Vor diesem Hintergrund wollen und können wir etwas auf die Beine stellen. Nach weiteren zwei Jahren würde ich 2021 aufhören. Jüngere Mitglieder sollen ran. Ich bin 54. Mein ursprüngliches Ziel war es, mich mit 55 Jahren von den Ehrenämtern, ich bin auch noch im Rat der Stadt Brakel und im Vorstand des Schützenvereins, zurückzuziehen.

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