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Westfalenliga-Spitzenreiter SV Bökendorf noch ohne Punktverlust

Höhenflug mit Bodenhaftung

Bökendorf (WB). Marc Beineke schlägt leise Töne an. »Wir freuen uns über den Erfolg, bleiben aber bescheiden und arbeiten in Ruhe weiter«, sagt der Trainer des Frauenfußball-Westfalenligisten SV Bökendorf. Nach der Hälfte der Hinrunde führt sein Team die Liga mit voller Punktzahl und nur zwei Gegentoren an.

Sylvia Rasche

Doppelter Spitzenreiter: Sarah Mönnekes ist nicht nur die Toptorjägerin des SV Bökendorf, sondern auch der gesamten Liga. Nach sieben Spieltagen führt sie die Torjägerliste der Frauen-Westfalenliga mit elf Treffern an. Foto: Sylvia Rasche

Den Platz an der Sonne bezeichnet der 40-Jährige, der in Bökendorf seine erste Trainerstation im Frauenfußball erst zu Saisonbeginn angetreten hat, als »schöne Momentaufnahme«, schiebt das Thema Regionalliga aber ganz weit weg. »Ich höre das im Umfeld oft. Die Zuschauer dürfen auch ruhig ein bisschen träumen. Unser Job ist es aber, auf dem Teppich zu bleiben und genau das tun wir«, unterstreicht der Coach.

Es werde seinem jungen Team nicht gerecht, das Saisonziel nach dem tollen Start zu modifizieren und es damit unter Druck zu setzen. »Wir haben vor der Saison einige junge Spielerinnen dazu gewonnen, die sich sehr gut schlagen. Allerdings kann gerade bei einer jungen Mannschaft ganz schnell auch mal ein Tief kommen«, mahnt Marc Beineke trotz der 21 Punkte aus sieben Spielen zur Besonnenheit.

Nimmt man die beiden Pokalwettbewerbe auf Kreis- und Verbandsebene dazu, hat der SVB in dieser Saison sämtliche elf Pflichtspiele gewonnen. Mit dabei war ein deutliches 6:0 im Westfalenpokal gegen Regionalligist Warendorf. Dessen Trainer bescheinigte Bökendorf anschließend uneingeschränktes Regionalliga-Niveau. Genau wie zuletzt am vergangenen Sonntag der Coach der Gäste aus Dröschede. »Klar freue ich mich, wenn die Mannschaft so gelobt wird«, sagt Marc Beineke. Allerdings sei er schon so lange im Fußballgeschäft, »dass ich weiß, dass solche Worte schnell vergessen werden, wenn es mal nicht so läuft.«

Dafür, dass es läuft, arbeitet Beineke zusammen mit seinem Co-Trainer Markus Korth und dem Vorstandsteam akribisch weiter. »Jetzt kommen die harten Monate. Unsere direkten Konkurrenten können durchgehend auf Kunstrasen trainieren. Wir müssen mit Halle und Fitnessstudio improvisieren, machen aber das Beste draus«, erklärt Beineke und freut sich, dass er mit seinem Team im Winter zumindest einmal wöchentliche eine Einheit auf dem neuen Kunstrasen in Neuenheerse absolvieren darf.

Verändert hat er auch auf dem Platz einiges. »Wir haben andere Laufwege einstudiert und ziehen uns zum Beispiel nach Ballverlusten nicht sofort zurück, sondern versuchen, ihn gleich vorne wieder zu erobern«, erklärt er – und lobt seine Mannschaft. »Es ist überragend, wie die Mädels das alles umsetzen.«

Topfavorit Recklinghausen, der schon zwei Niederlagen, davon eine gegen Bökendorf, kassiert hat, liegt auf Platz drei der Tabelle sechs Punkte hinter dem SVB, auf Platz zwei hat Ibbenbüren bei einem Spiel weniger ebenfalls noch keine Niederlage kassiert. Am 19. November steigt auswärts das Gipfeltreffen, eine Woche später folgt das Viertelfinale im Westfalenpokal zu Hause gegen Landesligist Thülen. Eine richtungsweisende Woche für die Beineke-Elf. »Im Pokal würden wir gerne überwintern«, sagt der Coach.

Eine neue Zielsetzung in der Liga lässt er sich aber nicht entlocken. »Wir wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen und uns weiter entwickeln.« Und sicher so lange wie möglich das schöne Gefühl an der Tabellenspitze genießen, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren.

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