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Sieben-Kontinente-Sportserie: Hendrik Laureyns aus Rheder ist seit dem Start im Juni dabei

„Laufen und spenden gehören zusammen“

Rheder

Laufen und dabei Gutes tun: „Das ist genau mein Ding“, sagt Hendrik Laureyns. Als er im Frühsommer von der Sieben-Kontinente-Sportserie 7CRun hörte, war für ihn sofort klar. „Da mache ich mit.“ Schon seit gut zehn Jahren läuft er mit seinen Arbeitskollegen für den guten Zweck.

Sylvia Rasche

Die Wege im Schlosspark in Rheder kennt Hendrik Laureyns bestens. Hier läuft er gerne seine Trainingsrunden. Foto: Sylvia Rasche

Laureyns arbeitet im Vördener Werk des Unternehmens Egger. „Damals gab es bei uns ein Gesundheitsmanagement. Daraus ist eine Laufgruppe entstanden. Wir sind fast jedes Wochenende bei Volksläufen in der Region unterwegs“, berichtet Laureyns. Vom Unternehmen gibt es pro gelaufenen Kilometer fünf Euro für den guten Zweck. „Einmal im Jahr spenden wir das Geld“, berichtet der Rhederaner.

In den Jahren und in allen Werken Europas sind inzwischen weit mehr als eine Million Euro Spendengelder zusammen gekommen. „Das motiviert. Außerdem ist ein neues Wir-Gefühl entstanden“, betont der Rhederaner, der die Laufgruppe im Werk in Vörden organisiert.

Den letzten offiziellen Lauf absolvierte er mit einigen Kollegen in Bad Salzuflen beim Baukasten-Marathon Ende Februar. Dann kam Corona und damit die Zwangspause. „Ich hatte mich in Bad Salzuflen außerdem verletzt“, sagt der 59-Jährige.

Der 7CRun, der im Juni begann, sei da genau richtig gekommen, um wieder aktiv zu werden. Hendrik Laureyns meldete sich an und legte für Afrika 50 Kilometer zurück. „20 Kilometer auf dem Rad, 20 Kilometer als Walker und zehn Kilometer als Läufer“, beschreibt er seinen Start nach der Verletzungspause. Für Europa waren es anschließend schon 161, für Nordamerika 174 und für Südamerika 237 Kilometer.

„Anfangs war ich mir nicht sicher, wie viel ich schaffen würde. Aber mit der Zeit habe ich mir die 1000 Kilometer zum Ziel gesetzt und wollte dafür pro Kilometer zehn Cent spenden“, berichtet der gebürtige Belgier, der 1979 als Soldat nach Brakel kam und eigentlich nur zwei Jahre bleiben wollte. Aus den zwei Jahren ist mehr als ein halbes Leben geworden. Längst ist der Kreis Höxter keine Zwischenstation, sondern echte Heimat für ihn. „Ich fühle mich sehr wohl hier. Ich glaube, ich kann gar nicht mehr in der Großstadt leben“, sagt Laureyns. Sogar für seine eigentliche Heimatstadt Gent brauche er inzwischen einen Stadtplan. „Da hat sich in den Jahren so viel geändert, dass ich mich kaum noch auskenne.“

Zu Weihnachten wollte er eigentlich gemeinsam mit seiner Frau Karin seine Mutter und Schwester in Belgien besuchen. „Wir bleiben aber jetzt doch zu Hause“, hat Familie Laureyns die Pläne der Corona-Pandemie angepasst.

Am 26. Dezember startet die Etappe des letztes Kontinents, der Antarktis, dann eben in Rheder statt in Gent. „Am zweiten Weihnachtstag tut ein bisschen Sport vermutlich ganz gut - egal wo“, schmunzelt Laureyns. Inzwischen ist er seinen 1000 Kilometern schon sehr nah gerückt. 251 Kilometer absolvierte er für Australien, 110 für Asien. Genau 985,46 stehen damit vor der Antarktis-Etappe auf seiner Uhr, den überwiegenden Teil davon hat er auf dem Rad zurück gelegt, mehr als 150 aber auch als Läufer und Walker. „Die 1000 werde ich also in jedem Fall schaffen, daher habe ich mir ein neues Ziel gesetzt“, erzählt der gelernte Kfz-Mechaniker.

Auf den letzten beiden Etappen, also Asien und Antarktis, sowie einer weiteren virtuellen Laufserie sollen 300 Kilometer als Läufer oder Walker zusammen kommen. Der Grund: „Egger hat entschieden, jetzt auch für virtuelle Läufe die fünf Euro pro Kilometer zu spenden. Das betrifft beim 7CRun diese beiden Kontinente und soll sich ja auch lohnen“, lacht der Belgier, der von den 300 schon 270 Kilometer absolviert hat.

Dazu hat er sich entschieden, seine ursprünglich geplanten eigenen zehn Cent pro Kilometer zu verdoppeln. „Mir geht es gut, da möchte ich anderen helfen, die dieses Glück nicht haben.“ Die Deutsche Duchenne Stiftung, für die Feuerwehrmann Mathias Schmidt laufend unterwegs ist, will er unterstützen. Die Organisation wird auch regelmäßig von den Spendengeldern, die er mit seinen Arbeitskollegen bei Volksläufen erarbeitet, bedacht.

„Wir wählen die Projekte, die wir unterstützen, selbst aus“ erklärt der Läufer.

2019 kamen zum Beispiel allein im Werk in Marienmünster 12 000 Euro zusammen. 2020 wird es sicher weniger werden. „Jetzt hoffen wir, dass es zumindest mit der Winterlaufserie in Holzminden Ende Januar weitergeht“, blickt der Athlet voraus und wird selbst schon vorher seine Laufschuhe schnüren: Spätestens am zweiten Weihnachtstag beim 7CRun für die Antarktis.

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