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Reiten: Neben dem Corona-Virus grassiert nun auch das Herpes-Virus

Auch das Freispringturnier fällt jetzt aus

Kreis Höxter

Der Ausbruch des lebensgefährlichen Pferdeherpes-Virus bei einer Turnierserie im spanischen Valencia zieht auch für die Pferdesportler im Kreis Höxter weit reichende Konsequenzen mit sich. In Abstimmung mit den Landesverbänden hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung FN ab sofort alle nationalen Pferdesport- und Zuchtveranstaltungen bis einschließlich 28. März abgesagt.

Lena Brinkmann

Berufsreiter Andre Ernst vom RV Nethegau Brakel hat am vergangenen Wochenende noch am Profispringturnier in Warstein teilgenommen. Nun hat die FN aufgrund des Pferdeherpes-Virus vorerst alle Pferdesportveranstaltungen in Deutschland abgesagt. Foto: Lena Brinkmann

Die Corona-Pandemie hatte die heimischen Turnierveranstalter für den März ohnehin bereits zum Absagen ihrer Turniere gezwungen. Nun sorgt das Herpes-Virus für einen Turnier-Lockdown und macht weitere Planungen auch über den März hinaus schwierig. Mit der Absage für alle Pferdesportdisziplinen soll verhindert werden, dass nach dem Ausbruch im Ausland sich das Geschehen in eine weltweite Pferdepandemie entwickelt.

Bereits Anfang des vergangenen Jahres, als von Corona noch weit weg schien, wurde das Neujahrsspringen des RV Nethegau Brakel oder auch das internationale Turnier in der Halle Münsterland abgesagt, weil es in Nordrhein-Westfalen damals Fälle von Pferdeherpes gab.

Das coronabedingt auf Ende März verschobene Freispringturnier wird vom Kreiszuchtverband Höxter nun ganz abgesagt. „Auch das Finale im April wurde bereits abgesagt, weil aufgrund von Corona und jetzt dem Herpesvirus keine Qualifikationen in den Kreisen stattfinden konnten“, berichtet Ingo Linnenbrink, erster Vorsitzender des Kreiszuchtverbandes Höxter-Warburg. Linnenbrink betreibt mit seiner Familie in Warburg ein Zucht-, Ausbildungs- und Reitstall. „Da wir auch viele Zuchtstuten im Stall haben, müssen alle Pferde bei uns im Stall gegen Herpes geimpft sein. Aber in Spanien sollen auch geimpfte Pferde an dem Virus erkrankt sein. Ich finde gut, dass die Deutsche Reiterliche Vereinigung nun alle Pferdesportveranstaltungen radikal gestrichen hat und nicht jeder Landesverband wieder sein eigenes Ding durchziehen kann“, stellt Ingo Linnenbrink heraus. So muss auch Timo Freise, neuer Bereiter im Stall Linnenbrink, mit seinen Turnier- und Berittpferden erst einmal zu Hause bleiben.

Die Berufsreiter im Kreis treffen die Turnierabsagen noch einmal härter, da sie für die Vorstellung und Vermarktung ihrer Pferde auf die Turniere angewiesen sind. Auch während des Corona-Lockdowns durften die Berufsreiter an Turnieren ausschließlich für Profis teilnehmen. So waren Andre Ernst vom RV Nethegau Brakel, Katharina Albersmeier vom RV St. Georg Diemeltal oder Anncatrin Redder von der RSG Eggeland Alhausen erst am vergangenen Wochenende noch beim Springturnier in Warstein erfolgreich unterwegs. Auf Menschen überträgt sich das Herpes-Virus nicht. Das Training in den heimischen Vereinen und Betrieben ist noch von den Maßnahmen ausgenommen, auch wenn das Pferd dafür transportiert werden muss.

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