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Spielertrainer gibt beim SV Dringenberg II im Abstiegskampf Gas

Der Otto-Motor läuft wieder

Dringenberg (WB). Spielertrainer Daniel Otto läuft fast ungehindert auf das Tor des Spitzenreiters zu. Es folgt ein Heber. Ein Blick und fast ungläubiges Staunen: Tor! Der Ball ist drin! 3:2 für A-Liga-Kellerkind SV Dringenberg II beim Spitzenreiter SV Brenkhausen.

Jürgen Drüke

»Unglaublich, wir haben den Siegtreffer beim Spitzenreiter in letzter Sekunde gemacht.« Während Sieg-Torschütze und Spielertrainer Daniel Otto fast erdrückt wird, schreiten Christopher Kröger (Nummer zwei) und Co. zurück in die eigene Hälfte. Foto: Jürgen Drüke

Der Jubel bei den Blau-Gelben im Brenkhausener Vierlindenstadion war groß. Dieser späte Treffer soll die späte Aufholjagd der Burgkicker im A-Liga-Aufstiegskampf nun unbedingt einleiten. Bis auf zwei Zähler hat sich der SVD bei 270 noch ausstehenden Minuten wieder ans rettende Ufer und den Viertletzten TuS Vinsebeck herangepirscht. Vieles ist wieder möglich, was vor dem Anpfiff in Brenkhausen unmöglich und fast schon verloren schien.

»Heute haben wir alle bis zum Umfallen gekämpft. Es hat bestens gepasst«, sagte der Spielertrainer und zweifache Torschütze. In der 80. Minute hatte Otto nach einem Solo gegen die entblößte SVB/B-Deckung das 2:2 erzielt. In der ersten Minute der Nachspielzeit dann der Kunstschuss zum 3:2. Otto war nicht der einzige Dringenberger Held gewesen. Schlussmann Hendrik Gaubitz machte das Spiel seines Lebens und vereitelte mit klasse Paraden im zweiten Abschnitt mögliche Treffer des Tabellenführers, der nach der Niederlage keiner mehr war. Gaubitz immer wieder Gaubitz. Die Dringenberger konnten sich an der herausragenden Leistung ihrer Nummer eins hochziehen.

Hinten stehen und kontern

»Wir haben hier in Brenkhausen endlich das gemacht, was wir können – hinten stehen und kontern«, lobte ein erschöpfter Otto nach dem Schlusspfiff. Der 39-Jährige hatte bei sommerlichen Temperaturen ein Laufpensum absolviert, das immens war. Der Oldie rackerte und ackerte. In seinem Sog gaben die Mitspieler keinen Ball verloren und kämpften nach dem 1:2-Rückstand des nun deutlich überlegenen SVB/B weiter. Dabei nutzte Routinier Otto, der noch niemals in seiner langen Laufbahn abgestiegen ist, alle seine Freiheiten auf dem Feld aus. Hatte der SVB/B diesen Kämpfer nicht auf der Rechnung? Otto als Sinnbild für Einstellung und Willen. »Mag vieles in dieser Saison schief gelaufen sein. Jetzt wollen wir es noch schaffen«, war Mittelfeldspieler Christoph Beller nach dem Schlusspfiff voller Adrenalin und Kampfeslust.

Drei Spiele noch Vollgas

Die drei noch ausstehenden Gegner der Dringenberger Reserve sind der SV Steinheim auf eigenem Platz sowie die Gastspiele beim direkten Abstiegskonkurrenten und Vorletzten FC Westheim/Oesdorf und am letzten Spieltag beim Tabellendritten TiG Brakel. »Wir geben nicht auf. Nach diesem Erfolg erst recht nicht«, sagte Daniel Otto. Der Blick entschlossen. Ein Otto steigt eben nicht ab. Zu oft hat die Mannschaft, die aus zahlreichen Ex-Bezirks- und Landesligaakteuren besteht, ihr Potenzial nicht abgerufen. Zu oft fehlte die Leidenschaft. In Brenkhausen war alles anders gewesen. Der Spielertrainer lief sich die Lunge aus dem Leib und war für seine Spieler der Motor. Otto wird zum Saisonende allerdings aufhören. Das hat der Verein gestern in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Der Mann, der die Reserve inzwischen im vierten Jahr trainiert, hat das dem Verein bereits in der Winterpause mitgeteilt. Otto wünscht sich mehr Zeit für andere Dinge.

Der Nachfolger ist gefunden: B-Lizenzinhaber Frank Kleine-Horst ist seit vielen Jahren Juniorentrainer im Verein und aktuell für die erste B-Juniorenmannschaft zuständig. »Wir haben einen Fachmann«, ist Vorsitzender Christian Rohe überzeugt. Der Neue würde den SVD II liebend gerne in der A-Liga übernehmen. Otto und sein Team geben dafür Gas.

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