1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Hoexter
  6. >
  7. Ein Krimi in fünf Akten

  8. >

Tischtennis Champions League: Driburg unterliegt Linz mit 2:3

Ein Krimi in fünf Akten

Bad Driburg(WB). Dieser Abend ist nichts für schwache Nerven. Mehr als viereinhalb Stunden bis kurz vor Mitternacht wehrt sich der TuS Bad Driburg in der  Tischtennis Champions League gegen die drohende Niederlage. Am Ende vergebens. Vor 300 Zuschauern muss der Bundesligist den favorisierten österreichischen Meister Linz AG Froschberg den 3:2-Sieg überlassen.

Sylvia Rasche

Sarah DeNutte hat mit ihrem Fünfsatzsieg gegen die Schwedin Linda Bergström die Driburger Aufholjagd eingeleitet. Foto: Sylvia Rasche

»So ein Spiel habe ich mir bei unserer Heimpremiere in der Champions League gewünscht – allerdings mit dem glücklichen Ende für uns«, meinte TuS-Manager Franz-Josef Lingens, der wie die Teams und Fans in der Südstadthalle durch ein Wechselbad der Gefühle musste.

Zuerst sah alles nach dem erwartet klaren Sieg der Österreicher aus. Sie haben die Champions League schon zweimal gewonnen, standen im Vorjahr im Halbfinale und waren auch ohne ihre verletzte Spitzenspielern Liu Jia der klare Favorit in Bad Driburg. Doch die Badestädter ließen in den ersten beiden Einzeln ihre Chancen nahezu sträflich liegen. Sowohl Shi Qi gegen Sofia Polcanova als auch Nina Mittelham gegen Zhang Mo waren die Außenseiterinnen, hielten die Partien aber bis zum letzten Ballwechsel offen, um dann jeweils knapp mit 1:3 das Nachsehen zu haben. »Wir machen den Sack nicht zu. Einer dieser beiden Punkte wäre schon die halbe Miete gewesen«, wurde Franz-Josef Lingens am Rande des Centre Courts langsam nervös.

Doch dann erwies sich seine Nummer drei als zuverlässige Stütze. Sarah DeNutte ging als Favoritin in die Partie gegen die schwedische Nationalspielerin Linda Bergström. Wie schon in Cartagena beim Champions League-Auftakt im September bekam sie es mit einer Abwehrspielerin zu tun und stellte sich im Laufe der Partie immer besser auf die Spielweise der Schwedin ein. In fünf Sätzen holte sie zur Begeisterung der Driburger Fans den Punkt und hielt ihr Team somit im Spiel. Dem wollte Shi Qi in nichts nachstehen. Gegen die Kanadierin Zhang Mo, die vor einer Woche in der Champions League die Nummer sieben der Weltrangliste, Cheng I Ching, geschlagen hatte, verlor sie die ersten beiden Sätze in der Verlängerung, kämpfte sich dann aber ins Match zurück und schaffte in der Verlängerung des fünften Satzes den 2:2-Ausgleich für Driburg.

Jetzt war die Stimmung in der Südstadthalle auf dem Siedepunkt. Sollte der Außenseiter nach 0:2-Rückstand doch noch die große Überraschung schaffen? Es sah alles danach aus. Nina Mittelham spielte zwei Sätze gegen Sofia Polcanova, die in der Weltrangliste 50 Plätze vor ihr rangiert, wie aus einem Guss. Doch die Vorfreude kam zu früh. Polcanova drehte die Partie und zog den Kopf für ihr Team noch einmal aus der Schlinge. »Ich habe immer an den Sieg geglaubt, obwohl Nina anfangs viel stärker gespielt hat, als ich es von ihr kannte«, verriet die Österreicherin ihr Erfolgsgeheimnis. Nina Mittelham war dagegen geknickt. »Ich wusste nicht mehr, was ich machen sollte. Auf einmal kam ich mit ihren Aufschlägen nicht mehr klar.«

Das Fazit des langen Abends liefert Moderator Sepp Kagerbauer »Glückwunsch zum Sieg an Linz, aber auch Glückwunsch an unsere TuS-Damen für eine ganz starke Leistung.«

Die TuS-Statistik

TuS Bad Driburg - Linz AG Froschberg 2:3 Shi Qi - Sofia Polcanova 1:3, Nina Mittelham – Zhang Mo 1:3, Sarah DeNutte – Linda Bergström 3:2, Shi Qi – Zhang Mo 3:2, Nina Mittelham - Sofia Polcanova 2:3

Startseite