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Fußball: Alexander Rempe gleicht im Bezirksliga-Derby beim TSC Steinheim in der 95. Minute mit einem umstrittenen Wembley-Tor zum 1:1 für die Schmidt-Elf aus. Muhammed Bozkurt legt 1:0 vor

Glücklich für Dringenberg

Steinheim (WB). In einem spielerisch nicht überzeugenden Bezirksliga-Derby trennen sich der TSC Steinheim und der SV Dringenberg 1:1 (0:0). Ein Wembley-Tor in der letzten Minute der Nachspielzeit lässt Dringenberg jubeln.

Wolfgang Tilly

Lufthoheit für Steinheims Torwart: Sahin Yilanci fängt den Ball nach einer hohen Dringenberger Hereingabe ab. Foto: Wolfgang Tilly

Mit einem fulminanten Schuss von der Strafraumgrenze aus beförderte Alexander Rempe den Ball in der 95. Minute zum 1:1 des SVD unter die Latte des Steinheimer Tores und von da aus hinter die Torlinie, so Schiedsrichterin Lisa Glowatzki. Steinheim hatte mit einem berechtigten Strafstoß das 1:0 vorgelegt (53.).

Dringenberg begann wie ein Favorit, hatte in den ersten 20 Minuten die Hoheit im Mittelfeld und auch die erste Chance. Mario Scholtz drückte einen Kopfball gegen die Latte (8.). Ansonsten operierte die Schmidt-Elf vor dem gegnerischen Tor ziemlich umständlich. Wie beispielsweise nach einer Viertelstunde und einem Angriff über die linke Seite mit Patrick Stiewe. Die beiden dann mitwirkenden Christoph Richter und Dennis Kriger fanden rund um den Elfmeterpunkt keine Einschussmöglichkeit. Steinheim zeigte sich nun wesentlich kampfbereiter als der Gegner. Spritziger, immer besser zum Ball stehend, ließen die Gastgeber bis zum Spielende keinen geordneten Dringenberger Angriff mit Abschluss zu. Die nun zumeist lang in den Steinheimer Strafraum getretenen hohen Bälle konnten in der Regel von den kleineren Abwehrspielern sogar durch ein besseres Stellungsspiel immer wieder abgefangen werden. Der letzte Ball gelang den Dringenbergern immer weniger. Stattdessen wurde der TSC im Spiel nach vorne immer mutiger und hatte dabei im ersten Abschnitt die besseren Einschussmöglichkeiten. Zweimal hatte Lukas Platt nach einem schnellen Antritt ein Tor auf dem Fuß. Beide Schüsse gingen aber knapp vorbei (28., 33.).

Nach dem Anpfiff der zweiten Hälfte wurde die Qualität der Torchancen noch schlechter. Steinheim kämpfte unverdrossen weiter und hatte einen äußerst geschickt im Strafraum agierenden Enes Akbulut. Nach einer schnellen Drehung stand ihm ein Dringenberger Bein im Weg, das zum Foul und Strafstoß führte. Muhammed Bozkurt verlud Schlussmann Rene Wübbeke und machte den viel umjubelten TSC-Führungstreffer. Wer jetzt an ein Aufbäumen der Dringenberger dachte, sah sich getäuscht. Die Burgherren spielten weiter wie bisher und Steinheim freute sich schon über drei wichtige Punkte gegen den Abstieg.

Die Unparteiische, die in einer emotionalen Begegnung insgesamt eine gute Leistung bot, ließ wegen einiger Unterbrechungen in der zweiten Halbzeit fünf Minuten nachspielen. Der aufgerückte Alexander Rempe fasste sich direkt vor dem Schlusspfiff ein Herz und hämmerte den Ball an die Alu-Unterkante. Erinnerungen an das Wembley-Tor von 1966 wurden sofort wach. Nach kurzer Überlegung zeigte Glowatzki Richtung Mittelpunkt und gab zum Entsetzen der Steinheimer das Tor. Am Ende begründete sie ihre Entscheidung gegenüber Dringenbergs Vorsitzendem Christian Rohe auch damit, dass nach dem Lattenkracher der auf den abspringenden Ball zulaufende Dringenberger Christoph Richter umgestoßen wurde und es dann sowieso einen Strafstoß hätte geben müssen.

Trainerstimmen

Nach dem Schlusspfiff sah sich Steinheims Trainer Norbert Dölitzsch als der eigentliche Gewinner und haderte über den Verlust von zwei Punkten gegen den Abstieg. »Wir hatten ein Chancenplus und mussten unverdient zwei Punkte hergeben«, sagte er und ergänzte: »Ich glaube nicht, dass der Ball beim Ausgleichstreffer die Torlinie regulär überschritten hat.« Dringenbergs Coach Sven Schmidt zeigte sich von seiner Mannschaft etwas enttäuscht und sprach von einem eher nicht so guten Spiel seines Teams.

TSC Steinheim: Yilanci – Altintas, Bozkurt, Birinci, Erünsal, Kücüker, Akbulut, Plat, Uslu, Aydin, Akyazi

SV Dringenberg: Wübbeke – Steinig, Kirchhoff, Neumann, Hartramph, Scholtz, Schipp, Stiewe, Rempe, Kriger, Richter

Tore: 1:0 Bozkurt (53.), 1:1 Rempe (95.)

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