1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Hoexter
  6. >
  7. Kraft tanken für 2021

  8. >

Landesliga-Torhüter Max Pape spricht über das Cyber-Training

Kraft tanken für 2021

Brakel/Dalhausen

Die Spieler der Spvg. 20 Brakel schauen auf ihre Bildschirme - und lauschen den Anweisungen von Sportwissenschaftler Tim Sablotny sowie Sportphysiotherapeut Marco Congia. Cyber-Training ist der neue Fitness-Trend in Zeiten von Corona. Max Pape gibt einen Einblick, wie sich die Fußballer des Landesligisten während der langen Pause fit halten.

René Wenzel

Max Pape gehört zu den besten Torhütern im Sportkreis Höxter. Als Nummer eins ist der 27-Jährige beim Landesligisten Spvg. 20 Brakel inzwischen gesetzt. In dieser Aktion pariert der Dalhäuser einen Schuss von Kaunitz-Angreifer Nico Thieschnieder stark. Foto: Uwe Caspar

„Wir müsse pro Woche zwölf Kilometer laufen. Ich teile mir das immer in zwei Einheiten auf. Zudem treffen wir uns immer dienstags zu einem Fitness-Workout via Zoom“, erklärt Pape. Trainer Haydar Özdemir ist natürlich auch zugeschaltet. Sablotny und Congia erklären dabei die Übungen. Rico Brandl, Kevin Koch und Co. setzen die Vorgaben vor der Webcam um. So lief Fitness-Training auch schon bei Bundesliga-Klubs wie dem FC Bayern München.

Einheit am Bildschirm

Neben der Einheit vor dem Bildschirm geht´s aber auch noch raus auf den Asphalt oder direkt in den Wald. Pape kann in Dalhausen die Strecken flexible gestalten. „Die sechs Kilometer müssen wir in 35 Minuten schaffen. Das ist auch für einen Torhüter kein Problem. 30:32 Minuten war bisher die schnellste Zeit von mir“, erklärt der 27-Jährige. Fit ist der Keeper sowieso. Der gelernte Tischler arbeitet als Vorarbeiter bei einer Firma aus Beverungen und setzt täglich Fenster, Haustüren, Raffstore oder auch Rollläden ein. „Durch die körperliche Arbeit bin ich sofort einsatzbereit“, so Pape, der auch in den eigenen vier Wänden ein kleines Fitness-Studio nutzt.

Beruflich viel unterwegs

Der Dalhäuser ist beruflich viel unterwegs. An den Trainingstagen fehlt Pape aber nur selten. Seit dieser Spielzeit geht´s aber stets alleine in Richtung Brakel und wieder zurück. Kumpel Daniel Suermann kickt seit dieser Serie wieder für seinen Heimatklub SG Dalhausen/Tietelsen-Rothe. „Das tat schon weh“, sagt Pape über den Wechsel seines früheren Mitspielers, der ihn 2019 nach Brakel gelotst hatte: „Aber ich habe inzwischen auch viele neue Freunde in Brakel kennengelernt.“

Auf den 27-Jährigen wartete nach dem Transfer vom FC Blau-Weiß Weser zum Landesliga-Klub an die Nethe eine ungewohnte Situation. In der Bezirksliga war Pape immer als Nummer eins gesetzt – er verpasste in über fünf Jahren nur ganz wenige Spiele. In Brakel sollte sich sein Status ändern. Der Dalhäuser war nicht mehr permanent die umstrittene Stammkraft. Pape musste einen Zweikampf mit Alexander Fischer bestreiten. „Das war total ungewohnt, auch mal ein Spiel auf der Bank zu sitzen. Aber ich habe mich mit Alex immer sehr gut verstanden. Wir standen auch mit dem Trainer im regelmäßigen Austausch“, sagt der Vorarbeiter.

In dieser Saison ist die Situation eine andere. Pape ist klar gesetzt. Er verpasste in den bisherigen acht Spielen keine einzige Minute. „Ich weiß, dass der Trainer auf mich setzt“, betont der 27-Jährige. Der aus der zweiten Mannschaft hochgezogene Marvin Fenske und Ex-Jugendkeeper Finn Nolte stehen aktuell im Ranking hinter dem Dalhäuser. „Nicht nur diese Konkurrenzsituation ist im Vergleich zu meiner Zeit bei Weser eine andere. In Brakel kommen viel mehr Spieler zum Training, die Intensität und der Aufwand sind zudem deutlich höher“, erklärt Pape, der sich in letzter Zeit immer wieder mit Problemen im Adduktorenbereich beschäftigen musste: „Ich war sonst die Jahre immer bei einhundert Prozent. Jetzt nutze ich die Pause auch, um wieder richtig fit zu werden.“

Nach der Unterbrechung steht der Keeper natürlich zu seinem Wort und bleibt der Spvg. 20 Brakel bis Sommer 2021 definitiv erhalten. Über die weitere Zukunft sei aber noch keine Entscheidung gefallen. „Ich bin erst mal froh, wenn es endlich wieder losgehen kann“, so der ehrgeizige Pape, der aber schon jetzt mit Blick auf seine sportliche Zukunft verkünden kann: „Irgendwann führt mich der Weg zurück nach Dalhausen.“

Kurz gefragt

Lauf- oder Krafttraining: Ich bin nicht ohne Grund Torhüter geworden (lacht). Auf meiner Position läuft man bekanntlich nicht ganz so viel. Daher mache ich lieber Krafttraining. Da habe ich zu Hause auch ein paar Möglichkeiten.

Bringdienst oder selber kochen:  Wenn ich an so einen typischen Sonntag nach einem Fußballspiel denke, muss ich hier eher den Lieferdienst nennen. Eine schöne Pizza nach einem Spiel muss abends mal sein. Sonst kocht meine Freundin meistens. Ich bin dann für das Fleisch anbraten zuständig. Aber insgesamt unterstützen wir uns auch in der Küche immer gut.

Playstation oder Netflix: Eine Playstation besitze ich aus zeitlichen Gründen nicht. Über Netflix schauen wir aktuell die Serie „Marvel‘s The Punisher“. Ansonsten bin ich für Filme oder Serien aus fast allen Genres offen.

Podcast oder Buch: Eher Podcast, aber auch nicht so oft. Ich habe mir mal ein paar Folgen von Boris Becker angehört – die waren ganz gut.

Spotify oder Radio: Beim Sport höre ich Spotify. Aber im Alltag schalte ich auch gerne mal Radio Hochstift im Radion an. Dort wird viel aus der Region berichtet und die Musik ist vielseitig.

Lieblingsseite im Internet: Ich schaue mich gerne auf den heimischen Nachrichten-Portalen aus dem Sport-Bereich um. Ansonsten informiere ich mich auf sport1.de über die News aus der Bundesliga und dem internationalen Fußball.

Sportlerbiografie: Eine Biografie habe ich bisher noch nicht gelesen. Ich habe mir nur mal den Film von Toni Kroos angeschaut.

Corona-Rituale: Man schätzt es in dieser Zeit noch mehr, wenn man sich mal mit einem Kumpel treffen kann. Da verbringt man die Zeit dann noch intensiver. Auch mit der Familie genießt man die gemeinsamen Stunden noch mehr als sonst.

Startseite