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Meine Corona-Pause: Tennis-Urgestein Thomas König hat an seinem neuen Fachwerkhaus mit den ersten Arbeiten begonnen

Stemmhammer statt Tennisschläger

Höxter  (WB). Der Tennisschläger ist das bevorzugte Utensil von Thomas König. In diesen Tagen allerdings arbeitet er mit dem Stemmhammer. Die Kombination Schläger und Kompressor passt trotz des Teil-Lockdowns in Zeiten von Corona zusammen. Der 60-jährige Vorzeige-Tennisspieler und Trainer von Rot-Weiß Höxter ist froh darüber. König spielt im Tennis-Center Solling in Schönhagen – knapp 30 Kilometer von seiner Noch-Heimat Bruchhausen entfernt.

Tennis-Urgestein Thomas König lässt den Stemmhammer kreisen. Foto: Rene Wenzel

„Es ist irgendwie schon komisch, dass in Niedersachsen Tennissport in der Halle erlaubt ist und in Nordrhein-Westfalen nicht“, beschreibt das Tennis-Urgestein die aktuelle Lage. „Hinfahren, spielen, ein bisschen bewegen und wieder wegfahren. Mehr ist im Moment nicht drin“, sagt König. Das Kuriose dabei: Die eigentliche Tennis-Heimat des Sportsmann im Winter ist das Gronemeyer-Tenniscenter in Stahle – direkt an der Landesgrenze von NRW zu Niedersachsen. „Hier liegt aktuell die Tennis-Trennungslinie“, lacht König. Die Außenplätze des TC Schwarz Gelb Holzminden, unmittelbar neben der Gronemeyer-Halle, befinden sich auf niedersächsischem Terrain. „Einige Meter hinter Stahle kann ich wieder Tennis spielen“, beschreibt der Tennis-Enthusiast die exklusive Lage.

Niedersächsische Vorzüge

Der 60-Jährige nutzt die niedersächsischen Vorzüge. Als Tennislehrer kann der Mann von RW Höxter nun allerdings nicht aktiv sein. Die Trainingseinheiten nehmen in normalen Zeiten fast das komplette Wochenprogramm des gebürtigen Dorsteners in Anspruch. Fünf Tage in der Woche, von montags bis freitags, steht König ansonsten auf dem Platz. Dabei beginnt die erste Einheit sehr oft um 8 Uhr und endet in den Abendstunden nach 20 Uhr. In Zeiten von Corona ist alles anders. In Schönhagen geht König seiner Leidenschaft nach. An diesem Samstag ist sogar ein Turnier in Isernhagen bei Hannover geplant – in der für den Bruchhausener seit wenigen Wochen neuen Altersklasse 60+. „Da ist man als jüngster Spieler eigentlich ganz gut mit dabei“, lacht der Sportler.

In den Sternen

Wie es im Sport und explizit im Tennissport weitergeht, steht in diesen außergewöhnlichen Zeiten in den Sternen. „Sicher ist, dass es in dieser Saison keine Auf- und keine Absteiger geben wird. Die bereits ausgefallenen Partien werden zudem nicht nachgeholt. Vielleicht wäre das auch für andere Sportarten ein akzeptabler Weg. Eine Saison, die nach der Hälfte der Spiele gewertet wird, macht doch wenig Sinn“, betont der erfahrene Akteur. Noch stehe das nächste Heimspiel gegen den TuS Eintracht Bielefeld für Samstag, 9. Januar, 2021 auf dem Spielplan. Danach wären der TC Dornberg am 20. Februar sowie in eigener Halle der Cor-TC Rheda am 6. März die weiteren Gegner für RW Höxter. „Die Austragung der Spiele im Februar und März ist wesentlich wahrscheinlicher als der Termin im Januar“, orientiert sich König an den aktuell hohen Inzidenzwerten.

Außergewöhnlich

Der Trainer nutzt die außergewöhnlichen Zeiten, hat er doch mit seiner Ehefrau ein Fachwerkhaus in Höxter gekauft. „Wir stehen erst am Anfang und warten auf Genehmigungen. Fördermittel müssen noch beantragt werden. Das allerdings ist im Moment aufgrund von Corona alles etwas schwierig“, berichtet der Hausbesitzer. Immerhin gab es schon eine Abrissgenehmigung für den Schuppen. Mit dem Stemmhammer rüttelt der 60-Jährige in der Rodewiekstraße mehrere Stunden am Tag. „Danach mache ich abends nichts mehr und schlafe auch sehr gut“, lacht der Sportler. Zeitdruck gibt es beim Projekt Fachwerkhaus nicht. Als Tennistrainer möchte Thomas König indes so schnell wie möglich wieder arbeiten. „Das ist mein Hauptjob“, sagt er.

Kurz gefragt

Kraft- oder Lauftraining: „Weder noch. Im Moment gehe ich alle zwei Tage auf meinen Cross-Trainer. Ansonsten hole ich die Kondition direkt auf dem Tennisplatz beim Spielen. Ich mache dann lieber mal ein paar Dehnübungen.“

Bringdienst oder selber kochen:    „Meine Frau und ich kochen sehr gerne zusammen. Wir haben diverse Kochkurse mitgemacht. Meine Lieblingsgerichte sind Rinderrouladen und Ochsenbäckchen. Aber auf der Baustelle gibt es auch mal Fast Food.“

Playstation oder Netflix: „Playstation hatte ich kurz auf dem Plan. Das ist nichts für mich. Bei Netflix schaue ich auch nicht rein. Ich gucke mir dann lieber über Sky die Tennis-Turniere wie die ATP Finals an.“

Podcast oder Buch: „Wenn, dann eher ein Buch. Aber normalerweise bin ich fast den ganzen Tag auf dem Tennisplatz oder in der Tennishalle. Zum Lesen fehlt leider die Zeit.“

Spotify oder Radio : „Ich schalte gerne das Radio ein. Radio-Hochstift oder WDR 2 laufen dann. Einfach einmal die Charts hören und auch Musik aus den 80er Jahren – das gefällt mir.“

Lieblingsseite im Internet: „Auf www.mytennis.info informiere ich mich über aktuelle Ergebnisse. Dort kann man auch mal nachschauen, welche Spieler bei einem Turnier dabei sind und wie die zuletzt o gespielt haben.“

Sportler-Biografie: „Ich kenne einige Sportlerbiografien. Gelesen habe ich allerdings noch keine.“

Corona-Rituale: „Da gibt es bei mir nichts Besonderes. Ich finde es einfach nur schade, dass Restaurant-Besuche zum zweiten Mal in diesem Jahr nicht mehr erlaubt sind. Auch die Treffen mit mehreren Freunden fehlen mir sehr. Im Sommer bin ich sehr gerne Motorrad gefahren. Das ist in jedem Sommer so.”

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