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Saison wird in der dritthöchsten Spielklasse der Frauen abgebrochen – Tina Drewitz gibt die Doppelrolle ab und ist nur noch Trainerin

SV Bökendorf bleibt Regionalligist

Bökendorf  (WB). Die Fußballerinnen des SV Bökendorf, sie sind das ranghöchste Fußballteam des Kreises Höxter, werden auch in der Saison 2020/21 in der Regionalliga dabei sein. Die aktuelle Spielzeit wird aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen. Das haben die Regionalliga-Vereine nach der dritten Telefonkonferenz entschieden. So wird es in der Frauen-Regionalliga West zwei Aufsteiger und keine Absteiger geben.

Lena Brinkmann

Torjägerin Sarah Mönnekes (links), hier gegen die SpVg Berghofen, bleibt mit dem SV Bökendorf Regionalligist. Foto: Jürgen Drüke

Vereine entscheiden

„Die Vertreter der einzelnen Mannschaften hatten sich bereits in der zweiten Telefonkonferenz dafür ausgesprochen, dass die Saison beendet und damit abgebrochen wird. Zwölf der 14 West-Regionalligisten haben dafür gestimmt. Nun haben sich die Verantwortlichen darauf festgelegt, dass es zwei Aufsteiger geben wird. Bei regulärem Saisonverlauf hätten sich der Tabellenerste und der Zweite für die Aufstiegsrelegation qualifiziert. Außerdem gibt es keine Absteiger”, berichtet Bökendorfs Spielertrainerin Tina Drewitz. Letzteres ist für den SV Bökendorf entscheidend, denn der SVB war nach 16 Spielen mit elf Punkten Drittletzter und auf einem Abstiegsplatz angesiedelt.

Kommentar von Jürgen Drüke

Aus und Ende. Das ranghöchste Fußballteam des Kreises Höxter spielt auch in der Spielzeit 2020/21 in der Regionalliga. In Zeiten der Corona-Pandemie wäre eine Fortsetzung in der Frauen-Regionalliga fatal gewesen.

Dieses Vorhaben wäre bereits an den weiten Fahrten in den englischen Wochen gescheitert. Von Bökendorf nach Köln – das ist für Amateurfußballerinnen, die studieren oder beruflich tätig sind, nicht machbar. Von regelmäßigen Tests auf das Coronavirus ganz zu schweigen.

Nach dem Aufstieg im Frühjahr 2018 und der starken ersten Saison in der Regionalliga gestaltete sich das zweite Jahr holprig und schwierig. Die Mannschaft der Talente aus der heimischen Region befindet sich im Umbruch. Den eingeschlagenen Kurs werden sie fortsetzen. Einen anderen Weg kann es nicht geben. Tina Drewitz allerdings wird ab sofort nur noch einspurig fahren – die Doppelrolle Spielerin und Trainerin ist beendet. Deshalb werden die Verantwortlichen bestrebt sein, Erfahrung auf den Platz zu holen. Trainerin Drewitz plant für die dritte Regionalligasaison. Der SVB steht in schweren Zeiten irgendwie am Anfang.

„Wir freuen uns, dass wir auch in der kommenden Saison in der Regionalliga dabei sind. Dabei sehen wir den Klassenerhalt jetzt keinesfalls als Geschenk an. Wir belegen zwar einen Abstiegsplatz, allerdings war der SVB zu keiner Sekunde abgeschlagen und nach wie vor mit guten Aussichten auf den Ligaverbleib ausgestattet“, betont Drewitz. Im Tabellenkeller sei es knapp zugegangen. „Wir haben gegen die Spitzenteams gute Leistungen gezeigt und oft Unentschieden gespielt. Der SVB hat es verdient, auch in der kommenden Saison in der Regionalliga zu spielen”, sagt Drewitz.

Abbruch auch in Liga zwei

Aus der Regionalliga in die zweite Liga wird auf jeden Fall der Tabellenzweite Borussia Bocholt aufsteigen. Für den souveränen Tabellenführer 1. FC Köln II steht der Aufstieg allerdings noch in der Schwebe. „Der 1. FC Köln I ist nämlich in der ersten Liga noch nicht aller Sorgen ledig und steht auf einem Abstiegsplatz. Hier soll die Saison mit Geisterspielen, so wie in der ersten Bundesliga der Männer, fortgesetzt werden. Ein Fortsetzungstermin steht noch aus. Beide Kölner Teams dürften nicht in Liga zwei spielen. Dann würde der Tabellendritte SpVg Berghofen neben Bocholt aufsteigen. Aus der Westfalen- und Niederrheinliga wird drei Mannschaften der Sprung nach oben ermöglicht”, berichtet die SVB-Spielertrainerin. In der zweiten Bundesliga der Frauen wird die Saison ebenfalls abgebrochen.

In der Gewissheit auch im kommenden Jahr in der dritten Liga zu spielen, kann der SV Bökendorf seine Planungen für die neue Spielzeit starten. Vorausgesetzt, dass die Spielzeit in Zeiten von Corona im September überhaupt starten kann.

Eine Personalie ist fix

Eine Personalie ist bereits fix:. „In der kommenden Saison werde ich beim SV Bökendorf nur noch als Trainerin und nicht mehr als Spielertrainerin tätig sein“, hatte Tina Drewitz diese Entscheidung bereits im Verlauf der Saison angedeutet und es nun den SVB-Verantwortlichen mitgeteilt. Die 34-Jährige hat das Amt der Spielertrainerin in der Winterpause der Saison 2017/2018 übernommen und das Team in die Regionalliga geführt. Hier gelang dem SVB im vergangenen Jahr eine herausragende Premierensaison.

Letztes Spiel am 1. März

Das letzte Meisterschaftsspiel für den SV Bökendorf hat Drewitz damit vor mehr als zehn Wochen am 1. März beim 0:0 gegen den Tabellenachten FFC Recklinghausen bestritten. Vielleicht ergibt sich noch die Gelegenheit für ein Abschiedsspiel der verdienten Bökendorfer Mittelfeld- und Ex-Bundesligaakteurin. Ansonsten kann der SV Bökendorf für die kommende Saison mit allen Leistungsträgerinnen planen. „Auch mit potenziellen Neuzugängen führen wir bereits Gespräche. Wie es aussieht, können wir bald ja wieder auf dem Platz trainieren. Wenn auch vorerst ohne Körperkontakt“, blickt Drewitz nach vorne.

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