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Polizei verhindert nach türkischem Derby TSC gegen TiG Schlimmeres

»Wir haben alle verloren«

Steinheim (WB). Der Fußball und das Endergebnis traten in den Hintergrund: Während des A-Ligaspiels zwischen den beiden türkischen Teams TSC Steinheim und TiG Brakel (2:1) gab es am Sonntag, 7. Mai, eine Schlägerei. Nach der Partie drohte sogar eine Eskalation.

Jürgen Drüke

Ferdi Bozkurt, Trainer des TSC Steinheim, registriert während und nach dem Derby gegen TiG Brakel Tumulte und Schlägereien. Polizeikräfte verhindern Schlimmeres. »Verloren hat der türkische Fußball«, sagt Özdemir und verurteilt die Ausraster. Foto: Michael Risse

»Die Vorkommnisse und Vorfälle am Rande haben uns alle traurig gemacht. Es war ein umkämpftes Spiel. Auf dem Platz ging es fair zu«, blickte TiG-Trainer Haydar Özdemir auf die Geschehnisse zurück. Sein Kollege Ferdi Bozkurt vom TSC pflichtete dieser Beschreibung der Lage bei und kam gestern gegenüber dem WESTFALEN-BLATT zu dem Fazit: »Verloren hat der türkische Fußball.«

Was war passiert? Etwa eine Stunde war es vor etwa 350 Zuschauern eine spannende Spitzenpartie. Die im Aufstiegskampf befindlichen Brakeler lagen mit 1:2 im Hintertreffen. Plötzlich habe sich ein Fan, so schildern es beide Übungsleiter, von der Tribüne auf die gegenüberliegende Seite begeben. »Einer unserer Ordner wollte den Mann stoppen«, berichtete Bozkurt. Plötzlich sei es zu einem Schlagabtausch mit Fäusten zwischen Ordner und Fan gekommen. Schiedsrichter Josef Wegener (TuS Hembsen) unterbrach die Partie. Nach etwa fünf Minuten hatten sich die Gemüter beruhigt, zumal drei Streifenwagen am Steinheimer Kunstrasenplatz eingetroffen waren. Wer die Polizeikräfte alarmiert hatte, wussten die beiden Trainer nicht. Die Präsenz der Polizeibeamten sorgte dafür, dass das Spiel fortgesetzt werden konnte.

»Wir hatten uns vor dem Anpfiff mit den TiG-Verantwortlichen darauf vereinbart, dass sich die Fans beider Teams nur auf der Tribünenseite aufhalten sollten. Die Zuschauer sollten auf Abstand zum Spielgeschehen gehalten werden. Es galt, verbale Gefechte, Beleidigungen und Auseinandersetzungen zu verhindern«, begründete TSC-Coach Bozkurt die Maßnahme. »Denn zwischen beiden Vereinen ist die Rivalität seit mindestens zehn Jahren groß. Niederlagen werden nicht vergessen. Besonders, wenn der Unterlegene am Ende letztlich absteigt oder den Aufstieg verpasst«, weiß Haydar Özdemir. Der 39-Jährige ist Steinheimer und erst im vergangenen Sommer vom TSC zur TiG gewechselt. »Deshalb machen mich die Vorfälle besonders betroffen«, verstand Özdemir nicht, dass die Lage nach dem Schlusspfiff erneut ausartete. Involviert war dabei der TiG-Schlussmann. »Der Torhüter von TiG hat sich wohl von einem Zuschauer provoziert gefühlt. Der Vater des Torwarts eilte hinzu. Die Kontrahenten schlugen sich«, schilderte Bozkurt.

»Ein 23-jähriger Mann ist verletzt worden. Die Aussagen sind bisher sehr dünn«, sagte Pressesprecher Georg Arendes von der Polizei Höxter. Schiedsrichter Josef Wegener wird einen Sonderbericht anfertigen. Das teilte Marcel Rehermann, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses, mit. »Der Sieg des TSC ist letztlich verdient. Doch nach diesem Spiel gibt es nur Verlierer«, ist Haydar Özdemir sicher.

Lesen Sie dazu einen Kommentar in unserer Ausgabe am Dienstag, 9. Mai, im Lokalsportteil der Ausgabe Höxter/Warburg. Zudem einen weiteren Bericht mit weiteren Details und Aussagen zu den Vorkommnissen in unserer Ausgabe am Mittwoch, 10. Mai, im Lokalsportteil Höxter/Warburg.

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