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Spieler der Landesligisten FC Nieheim und Spvg Brakel halten sich fit

Frühstücks-Kilometer beim Aufsteiger

Brakel/Nieheim  (WB). Das Wort Kontinuität spielt bei den beiden heimischen Fußball-Landesligisten Spvg Brakel und FC Nieheim auch in den schweren Zeiten von Corona eine wichtige Rolle. In Brakel ist der Vertrag mit Haydar Özdemir verlängert worden. In Nieheim ist zwar noch nichts unterschrieben, das weitere Engagement von Trainer Ufuk Basdas ist per Handschlag verlängert worden.

Fabian Scholz

Ufuk Basdas (rechts) hat in der vergangenen Saison noch beim FC Nieheim gespielt und führt das Team seit 1. Juli 2019 als Trainer. Foto: Fabian Scholz

Özdemir fühlt Vertrauen

Die Nethestädter machten den Vertragsabschluss bereits in der Winterpause perfekt: Haydar Özdemir soll mindestens ein weiteres Jahr in Brakel arbeiten. Geht es nach dem erfahrenen Coach, kann das Engagement auch noch deutlich länger dauern. „Es macht mir im Verein sehr viel Spaß. Ich fühle mich absolut wohl und würde zu keinem anderen Verein im Kreis Höxter wechseln wollen. Vorstand, Fans und Spieler geben mir viel Vertrauen und Rückendeckung“, betont Özdemir.

Vor allem die gute Jugendarbeit ist für ihn ein entscheidender Punkt. Aus den Nachwuchs-Landesligateams rücken immer wieder große Talente in die Herrenmannschaft. Gerade das mache den Reiz aus. „Ich mag es nicht, wenn Fußballteams zusammengekauft werden. Es macht viel mehr Spaß, wenn man junge, hungrige Spieler formen und verbessern kann. Diese Art der Förderung und Ausbildung bringt allen Beteiligten deutlich mehr. Das ist hier in Brakel einmalig im Kreis Höxter“, so Özdemir.

Nach bis dato 20 Spielen steht Brakel in der Landesliga auf dem beachtlichen vierten Platz. Die Corona-Pandemie hat das Leben in der ganzen Welt verändert. Der Trainingsbetrieb kann bei den Brakelern wie in allen anderen Amateurvereinen nicht stattfinden. „Je länger die Pause geht, umso schwieriger wird es für alle Spieler. Die Sehnsucht nach der Rückkehr zur Normailtät ist groß. Noch entscheidender, der direkte Kontakt zu Freunden wird schmerzlich vermisst.“

Momentan halten sich die Spvg-Akteure mit individuellem Training fit. Özdemir hat in seine Akteure großes Vertrauen. Er steht mit seinen Schützlingen im ständigen Kontakt. „In der jetzigen Situation ist viel Eigendisziplin nötig. Daran mangelt es bei meinen Spielern nicht, sie wollen. Ich vertrauen jedem Einzelnen. Die meisten Akteure halten sich momentan mit Kraft- und Ausdauer-Training fit. Zwischendurch gibt es immer wieder Einzelgespräche. Das Gespräch ist wichtig.“

Haydar Özdemir wünscht sich ein schnelles Wiedersehen auf dem Platz. „Ich hoffe, dass sich die Lage in den kommenden Wochen beruhigt. Hoffentlich kann der Spielbetrieb im Spätsommer wieder aufgenommen werden. Ich bin überzeugt, dass alle Fußballer ihrem geliebten Hobby wieder auf dem Platz nachgehen wollen.“

Basdas findet neue Rolle

Landesligaaufsteiger FC Nieheim hat unter Ufuk Basdas in seinem ersten Jahr als Chef eine sehr gute Rolle gespielt: 26 Punkte aus 18 Spielen bedeuten Rang acht. Der 34-Jährige plant bereits für die kommende Saison. Eine offizielle Vertragsverlängerung gab es allerdings noch nicht. „Ich will auf jeden Fall auch nach dieser Saison, die wohl nicht abgeschlossen werden kann, Trainer beim FCN sein. Die Kaderplanung laufe bereits auf Hochtouren. Offiziell ist noch nichts, intern ist es aber schon mit einem Handschlag so gut wie beschlossen“, berichtet Basdas.

Vor seinem Engagement beim FC Nieheim agierte Basdas acht Monate als Co-Trainer beim Oberligisten FC Gütersloh. In dieser Saison musste sich Basdas zunächst an die Umstellung gewöhnen nicht mehr nur auf dem Platz zu agieren. „Es war zunächst komisch, die Rolle als Cheftrainer zu bekleiden. Der Umgang mit den Spielern, die ich fast alle kannte, hat sich etwas verändert. Es hat alles reibungslos geklappt“, weiß der Coach um gute Charaktere.

„Jetzt sei es wichtig, dass die Regeln und der Abstand eingehalten werden. „In Zeiten der Pandemie rückt der Sport zwangsläufig in den Hintergrund. Ich hoffe, dass sich die Gesellschaft an die Vorgaben hält und wir in absehbarer Zeit wieder alle in unser normales Leben zurückkehren können. Die Gesundheit ist mit Abstand das Wichtigste.“

Basdas betont, dass er und seine Spieler Trainingseinheiten und Spiele gehörig vermissen würde. „Es fehlt der Ausgleich neben der Arbeit oder dem Studium. Ich vermisse es, dass ich nach dem Training nicht mehr mit den Spielern zusammensitzen kann.“ Das Training stützt sich aufgrund der momentanen Situation ausschließlich auf Kraft- und Ausdauer-Einheiten. „Seitdem ich Trainer bin, waren bei uns nicht unbedingt Laufeinheiten angesagt. Jetzt müssen die Spieler laufen. Das ist für die meisten Akteure eine Umstellung gewesen“, weiß Basdas.

Bei den individuellen Laufeinheiten gebe es innerhalb der Mannschaft immer wieder kleine Wettkämpfe. „Derjenige, der am Ende der Woche die wenigsten Kilometer gelaufen hat, muss beispielsweise das nächste Frühstück ausgeben, bis sich wieder alles normalisiert hat. Damit wächst die Vorfreude auf den normalen Alltag. Der Teamgeist wird zusätzlich gestärkt.“

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