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Meine Corona-Pause: Nieheimer Landesliga-Fußballer Philippe Soethe über seine neue Rolle und Fitness im Lockdown

„Ich fühle mich auch in der Abwehr wohl“

Nieheim

Acht Meisterschaftsspiele in einem vollständigen Kalenderjahr: Philippe Soethe überlegt nicht lange: „So wenig Fußball wie 2020 habe ich noch nie gespielt“, sagt der Nieheimer.

Sylvia Rasche

Philippe Soethe ballt die Siegerfaust und feiert zusammen mit Teamkollege Dirk Büsse einen Torerfolg. Der Nieheimer hofft auf einen baldigen Re-Start in der Landesliga und möchte mit dem FCN dann an die starken Leistungen vor dem Lockdown anknüpfen. Foto: Sylvia Rasche

Selbst dann nicht, als er sich in seiner Zeit beim Oberligisten Gütersloh beide Achillessehnen gerissen hatte und verletzt aussetzen musste. „Das waren zweimal fünf Monate. Aber jetzt ist es schlimmer. Damals konnte ich ja nicht spielen, jetzt bin ich fit“, sagt der 30-Jährige, der in der dritten Saison wieder bei seinem Heimatverein, dem FC Nieheim, spielt. Als F-Jugendlicher hatte er in der Weberstadt mit dem Fußball begonnen, wechselte als D-Jugendlicher aber zum TuS Bad Driburg und später in der Jugend zum SV Höxter und der Spvg. Brakel.

2012 war in Dringenberg das ganze Dorf auf den Beinen, um das Double aus Bezirksliga-Meisterschaft und Kreispokalsieg zu feiern. Mittendrin: Philippe Soethe, der den Pokal auf dem „Rathausbalkon“ in die Höhe reckt. Foto: Sylvia Rasche

Erste Erfolge im Seniorenbereich feierte der Nieheimer beim SV Dringenberg. Das Team wurde Bezirksligameister und Kreispokalsieger. Bei der Doublefeier auf dem eigens installierten Rathausbalkon im Frühsommer 2012 war das ganze Dorf auf den Beinen – und Familie Soethe. Trainer des Erfolgsteams unter der Burg war damals nämlich Philippes Vater Richard Soethe. „Er war in der Jugend schon einige Jahre mein Trainer. In Dringenberg war es purer Zufall. Ich hatte schon zugesagt, als mein Vater dort Trainer wurde“, erinnert sich der damalige Torjäger. Auf den gemeinsamen Fahrten zum Training und zurück habe man sich natürlich ausgetauscht. „Zu Hause war der Fußball aber dann nur noch selten ein Thema.“

Zweieinhalb Jahre später zog es Philippe Soethe zum Oberligisten nach Gütersloh. Trotz seiner Verletzungen kam er dort – übrigens unter der Regie von Trainer Heiko Bonan, der in der kommenden Saison Chefcoach in Nieheim wird – auf elf Einsätze und immerhin ein Tor.

Nieheims Philippe Soethe springt höher als die Gegenspieler aus Bruchmühlen. Beim Fußball-Landesligisten hat der 30-Jährige seinen festen Platz mittlerweile in der Innenverteidigung gefunden. Foto: Wolfgang Tilly

Apropos Tor: Der frühere Stürmer hat inzwischen erfolgreich zum Innenverteidiger umgeschult. „Das fing in Gütersloh schon an. Da habe ich Linksverteidiger gespielt. Nach der Rückkehr nach Dringenberg und auch später in Lippspringe war mein Platz wieder weiter vorne“, berichtet der 30-Jährige. Im Bezirksliga-Meisterjahr beim FC Nieheim half er zuerst wieder hinten links aus, rückte später zuerst als Aushilfe nach Innen und blieb dort. „Ich fühle mich auf der Position ganz wohl. Inzwischen gehöre ich ja zu den erfahrenen Spielern im Team und kann die Jungen von dort aus besser steuern als von vorne“, stellt er sich gerne in den Dienst der Mannschaft.

Drei bis vier Trainingseinheiten in der Woche haben er und seine Teamkollegen beim FC Nieheim im Herbst absolviert. Als die Saison unterbrochen wurde, ging es online weiter. „Wir haben im November unter Anleitung unseres neuen Fitnesscoaches Vildan Duranovic zweimal in der Woche 90 Minuten über Zoom trainiert und zusätzliche eine Laufeinheit absolviert“, berichtet Soethe. Als klar war, dass es vorzeitig in die Winterpause geht, fuhr der Landesligist sein Training runter und wartet nun auf den Re-Start im neuen Jahr. „Wir hoffen, dass wir bald wieder auf den Platz dürfen und wollen dann an die guten Leistungen direkt vor dem Lockdown anknüpfen. Da hat man gesehen, was möglich ist, wenn alle fit sind“, betont der Industriekaufmann.

Zum Training muss er übrigens nur ein paar Kilometer zurücklegen. Zusammen mit Ehefrau Sina lebt Philippe Soethe in Vörden. „Ich habe im Moment natürlich mehr Zeit als sonst. Die nutzen wir auch oft für Spaziergänge. Das habe ich früher fast nie gemacht, werde in Zukunft aber vermutlich häufiger zu Fuß unterwegs sein.“ Dann mit dem Kinderwagen. In diesen Tagen erwartet das Paar sein erstes Kind. „Es wird in Junge. Das haben wir im Familien- und Freundeskreis schon verraten. Den Namen behalten wir aber für uns, bis das Baby da ist.“

Kurz gefragt

Lauf- oder Krafttraining: Ganz klar Krafttraining. Ich bin nicht so der Läufer, aber das gehört ja auch dazu.

Bringdienst oder selber kochen: Ich koche am liebsten selber. Wenn es nach Heimspielen am Wochenende aber wieder später geworden ist, nutze ich auch gerne den Bringdienst.

Podcast oder Buch: Podcast. Da höre ich gerne alles mögliche über Fußball und auch American Football.

Playstation oder Netflix: Eher Netflix. Wir gucken gerne mal eine Serie oder auch Filme auf Netflix.

Spotify oder Radio: Während der Arbeit Spotify, weil ich da selber entscheiden kann, was ich höre. Im Auto schalte ich das Radio ein, allein schon, um zu wissen, wo die Blitzer stehen...

Lieblingsinternetseite: Da bin ich auf Fußballseiten unterwegs und bei bild.de.

Sportlerbiografie: Ich habe zuletzt das Hörbuch von Zlatan Ibrahimovic gehört. Das war sehr interessant. Er ist total überzeugt von sich, das gefällt mir.

Corona-Ritual: Ich gehe mehr spazieren als sonst. Das ist schon mal eine gute Übung für künftige Runden mit dem Kinderwagen.

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