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Meine Corona-Pause: Steinheimer Tischtennisspieler Till Hübner hält sich in Eigenregie fit

Starker Start in der Regionalliga

Steinheim

„Ich hätte mich schon gefreut, wenn ich ein Spiel gewonnen hätte“, sagt Till Hübner. Doch es kam besser. Viel besser. Gleich in seinem ersten Regionalliga-Einsatz dieser Saison ging der Steinheimer als Sieger vom Tisch, hat inzwischen eine ausgeglichene Bilanz erspielt und befindet sich ausgerechnet in der Corona-Pause in der Form seines Lebens.

Sylvia Rasche

Im Lockdown ist Einzeltraining im heimischen Keller angesagt. Der Steinheimer Till Hübner spielt beim TTC RG Porz in der Regionalliga und der NRW-Liga. Den Tischtennis-Roboter hat er sich von seinem Heimatverein SV Bergheim ausgeliehen. Foto: privat

Beim Kölner Verein TTC RG Porz ist Till Hübner eigentlich die Spitzenkraft in der zweiten Mannschaft in der NRW-Liga, steht mit dem Team dort auf dem vierten Tabellenplatz und hat selbst starke 8:2-Siege dazu beigesteuert.

Die Verantwortlichen des Vereins hatten dem Steinheimer, der im zweiten Jahr für den TTC aufschlägt, einige Einsätze im unteren Paarkreuz der Regionalliga versprochen. Da unter anderem der Spitzenspieler aus Estland coronabedingt noch gar nicht zum Einsatz kommen konnte, rückte Hübner in die Mitte und trumpfte dort mit 4:4-Siegen auf. „Es hätte sogar noch etwas besser sein können, wenn ich nicht ein schwaches Wochenende erwischt hätte. Da lief nicht viel zusammen“, so Hübner.

Die Saisonvorbereitung absolvierte er weitgehend mit seinem langjährigen Trainer Andrzej Biziorek. „Er hat mich super eingestellt. Wir haben viel zusammen gearbeitet und auch geredet. Andrzej hat mir auch wichtige Tipps für die Regionalliga gegeben“, betont Till Hübner.

Zudem lieh sich der 20-Jährige von seinem Heimatverein SV Bergheim den Tischtennis-Roboter aus und richtete sich so im Keller einen Übungsraum ein, in dem er auch alleine trainieren konnte.

September 2012 in Brakel: Till Hübner wird als B-Schüler erstmals Tischtennis-Kreismeister, genau 50 Jahre nachdem sein Opa Lothar Runte den Doppeltitel der Jungen bei den Kreismeisterschaften in Ottbergen gewonnen hatte. Foto: Sylvia Rasche

Beim SV Bergheim hat er vor gut neun Jahren in der Schüler-Kreisliga die ersten Tischtennis-Schritte absolviert und sich schnell weiter entwickelt. Von Beginn an hatte er qualifiziertes Training, holte sich 2012 in Brakel bei den Schülern B seinen ersten Kreismeistertitel – übrigens genau 50 Jahre nachdem Opa Lothar Runte in Ottbergen Doppelkreismeister der Jungen geworden war. „Mein Opa war in Brakel in der Halle dabei“, erinnert sich Till Hübner.

Dreimal ist er später – noch als Jugendlicher – Kreismeister der Herren A-Kasse geworden. „Allerdings nicht dreimal in Folge, weil ich zwischendurch ein Jahr in Brackwede gespielt habe“, berichtet Till Hübner, der in seiner Altersklasse schnell zu den besten Spielern im Bezirks Ostwestfalen gehörte und sich regelmäßig für die Westdeutschen Meisterschaften der Nachwuchsklassen qualifizierte. „Im letzten Jugendjahr bin ich da hauchdünn an einer Medaille vorbeigeschrammt. Ich hatte im Viertelfinale mehrere Matchbälle gegen einen, der gut 100 Ranglistenpunkte mehr auf dem Konto hatte als ich, und habe dann in der Verlängerung verloren“, blickt Hübner zurück.

Aktuell hält er sich in Eigenregie fit und pendelt zwischen Köln und Steinheim, da auch das Duale Studium an der Polizeihochschule auf Online-Betrieb umgestellt hat. „Das ist ganz schön anstrengend. Ich fand den Präsenzunterricht an der Uni besser. Aber da müssen wir jetzt alle durch“, nimmt es der 20-Jährige gelassen. Ab Mitte Januar folgt eine praktische Phase der Ausbildung in Köln-Brühl, dann wird er sein WG-Zimmer wieder regelmäßiger bewohnen. „Ich wohne auf der rechten Rheinseite, fahre mit dem Fahrrad zwei Minuten zum Rhein, zehn Minuten zur Hochschule. Mit dem Auto ist es eine Viertelstunde nach Porz zum Training“, erzählt Till Hübner und freut sich, dass er es mit seinem neuen Verein so gut getroffen hat.

“Von klein auf habe ich bei Andrzej trainiert. Ihm habe ich viel zu verdanken“, sagt Till Hübner über Andrzej Biziorek. Mit dem heimischen Profitrainer hat er sich auch im Corona-Sommer intensiv auf die Regionalliga vorbereitet. Foto: Sylvia Rasche

Eigentlich war er schon vor einem Jahr vom damaligen Verbandsligisten SV Bergheim zum Regionalligisten gewechselt und freute sich auf die neue Herausforderung in der ersten und zweiten TTC-Mannschaft. Doch dann zog er sich ausgerechnet kurz vor dem Start beim Fußball einen Bänderriss zu. „Ich spiele mit einigen Freunden beim A-Ligisten SG Altenbergen/Vörden und habe viel Spaß beim Fußball. Der Bänderriss war allerdings super ärgerlich, weil ich gut drauf war und dann lange pausieren musste“, berichtet der Steinheimer. Ein paar Einsätze hatte er trotzdem, doch so richtig in Fahrt kam er in Porz erst jetzt in der zweiten Saison und vor dem Lockdown. Daran möchte er nach der Corona-Zwangspause am liebsten anknüpfen.

Kurz gefragt

Lauf- oder Krafttraining: Beides. Ich habe in der Coronazeit mit Krafttraining begonnen und versuche, jeden Abend eine kleine Einheit mit Sit-ups, Liegestützen und Hanteln zu absolvieren. Ich laufe aber auch gerne. Die richtige Mischung ist wichtig.

Bringdienst oder selber kochen: Ich esse so viel, da koche ich lieber selber. Dann weiß ich, dass ich satt werde. Ab und zu bestelle ich aber auch mal was. Wenn ich in Steinheim bin, lasse ich mich auch gerne zu Hause bekochen.

Podcast oder Buch: Das ist beides nicht so mein Ding.

Playstation oder Netflix: Playstation ist mir lieber, allerdings habe ich auch schon mal ein paar Serien auf Netflix geguckt.

Spotify oder Radio: Im Auto höre ich meistens Radio, zu Hause ganz gerne mal Spotify. Am liebsten höre ich deutsche Popmusik oder auch mal Balladen.

Lieblingsinternetseiten:Ich bin eher selten im Internet unterwegs und auch nicht bei Facebook und Co angemeldet. Wenn, dann gucke ich bei mytischtennis.de oder suche gezielt nach Informationen.

Sportlerbiografie: Gelesen habe ich noch keine. Ich habe aber zwei sehr gute Dokumentationen auf französisch über die Fußballer Nicolas Anelka und Antoine Griezmann gesehen. Tadeusz Klimkowski, den ich aus den regelmäßigen Trainingslagern im Sommer in Polen kenne, hat ein Tischtennis-Buch geschrieben. Das werde ich als nächstes lesen.

Corona-Rituale:Ich habe mit den täglichen Krafteinheiten begonnen und mache mir morgens in der ersten Pause zwischen den Vorlesungen neuerdings ein Müsli aus Haferflocken, Milch, Quark und Banane. Damit starte ich gut in den Tag.

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