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Markus Friedel gewinnt M**-Springen beim Turnier in Steinheim

Volles Risiko wird belohnt

Steinheim (WB). Reitturnier einmal anders: Mit einem Hauch von Karneval hat das Steinheimer Reitturnier eine besondere Note gesetzt. Acht Mannschaften mit etwa 40 Reiterinnen und Reitern waren dabei als das Springen im Kostüm in der Karnevalsmetropole Premiere gefeiert hat.

Heinz Wilfert

Mit einem Ritt auf der Rasierklinge siegt Markus Friedel vom RV Nethegau Brakel beim abschließenden M** Springen des Reitturniers in Steinheim, der höchsten Prüfung des Wochenendes, auf seinem Schimmel Arquito de Bamboo. Foto: Heinz Wilfert

Dennoch dominierte der Sport beim 91. Steinheimer Reitturnier, das beim abschließenden Wettbewerb am Sonntag, einem Zwei-Sterne-M mit Siegerrunde um den Preis der Vereinigten Volksbank, Nervenkitzel pur erlebte. Fünf Teilnehmer hatten sich nach fehlerlosen Umläufen für das Finale qualifiziert. Die besten Karten hatte Leonie Jonigkeit (RV St. Hubertus Wolbeck) aus dem Münsterland, die sich gleich mit drei Pferden qualifiziert hatte und mit Lamborghini fehlerlos weiter machte, wo sie im Normalumlauf aufgehört hatte. Mit ihrem zweiten Pferd Chapelita legte sie nach. Alle Stangen blieben liegen, die Zeit war nur zwei Zehntel langsamer. Auch bei Simone Kippmann (RFV Cherusker) blieb alles liegen, ihre Zeit (34.71) bedeutete vorerst Rang drei.

»Hopp oder topp - ich musste etwas riskieren«

Geht es schneller, war die Frage als Markus Friedel in den Parcours einritt. Es ging - und wie! Der Brakeler setzte mit seinem Schimmel Arquito de Bamboo alles auf seine Karte und zeigte mit seinem Husarenritt eine Wahnsinnrunde auf der letzten Rille. Die Wende zum vorletzten Sprung war so gewagt, dass Friedel fast mit dem Schlusssprung kollidiert wäre. Das hohe Risiko zahlte sich aus, die neue Bestzeit (30.97) war fast drei Sekunden schneller. »Hopp oder topp - ich musste etwas riskieren, nachdem Leonie vorgelegt hatte«, meinte ein cooler Sieger, der mit dem neunjährigen Westfalen Arquito de Bamboo alles richtig gemacht hat und die anspruchsvolle Kurssetzung lobte.

Dennoch war auch Leonie Jonigkeit über die Plätze zwei, drei (mit Ciwaluca) und vier (mit Chapelita) zufrieden. Ihre jungen Pferde haben gezeigt, welches Potenzial in ihnen steckt. Am Wochenende wartet auf die junge Reiterin beim Reitturnier in Vechta nämlich eine gewaltige Prüfung. Dann startet sie in einem Drei-Sterne-S.

Hauchdünn am Finale vorbei schrammte die 18-jährige Lisa Mahlmann vom RV Steinheim, die durch einen Flüchtigkeitsfehler die Siegerrunde der anspruchsvollen Prüfung mit der elfjährigen Rijenna knapp verpasste und Sechste wurde.

Kostümspringen lockt Zuschauer an

Markus Friedel (RV Nethegau Brakel) hatte mit Cosmopolitan und der Wertung 8.40 in einer M* Prüfung die Nase vor Leonie Jonigkeit (8,30, Dia de la Vita) vorn, noch einmal Markus Friedel (Casteline 8,20) und wieder Leonie Jonigkeit (Ciwaluca, 8.10). Jörg Rethemeier (RV Nethegau Brakel) siegte in einer weiteren M* Prüfung auf Licanto (0/47.71) vor Marie Rellensmann (RFV Hubertus Eschenbruch) auf 30 Arcansas (0/48.42) und dem in Steinheim stark auftrumpfenden Markus Friedel (RV Nethegau Brakel) auf Arquito de Bamboo (0/51.72).

Der RV Steinheim hatte das Sommerturnier ausfallen lassen und auf den Herbst auf zwei Wochenenden verschoben. Nachdem vor einer Woche die Dressurreiter im Mittelpunkt standen, war am Wochenende beim Springreiten und Wettbewerben von A-Springen bis M** Prüfungen Speed und Action angesagt. »Die Premiere war durchaus erfolgreich, so dass dieser Modus beibehalten werden soll«, zog Andrea Mahlmann das erste Fazit, das auch deshalb so positiv ausfiel, weil das Kostümspringen auf eine super Resonanz gestoßen war. »Die Reithalle war am Samstagabend voll und die Zuschauer hatten ihren Spaß«, so die stellvertretende Vorsitzende. Acht Mannschaften waren am Start, alle in phantasievollen Kostümen. Auch die Vierbeiner waren entsprechend karnevalistisch drapiert. Steinheims Karnevalsprinzessin Claudia van Lengerich hatte die schwere Aufgabe, die besten Kostüme zu prämieren.

Reiterball am 25. November

Beim Spaßwettbewerb ging es aber auch um Zeit und Fehler. Es siegte Friederike Ellermeier (RFV Cherusker) auf Conn Spirit, der mit der Bellenbergerin eine starke Leistung wie schon in der 1. Abteilung einer L-Prüfung am Sonntag zeigte und mit null Fehlern und in der Zeit von 45.53 siegte. Der 18-jährige Schimmel hat wegen seiner Größe mit Wendungen zwar Nachteile in der Halle, die er aber durch einen mächtigen Galopp ausgleicht. »Er ist aber sehr gelassen und ausgeglichen, auf ihn kann ich mich absolut verlassen«, so Ellermeier. In der zweiten Abteilung belegten die Brakeler Heinz und Martina Kirchhoff die Plätze vier und fünf.

Für die Junioren und Jungen Reiter gab es eine Qualifikationsprüfung zum Springfördercup der Volksbank Höxter. Es siegte Katharina Leifert (RV St. Georg Diemeltal) auf Camptra (8.20), Dritte wurde Philippa von Hahn (RV Steinheim) auf Petite floure (8.00), Vierte Julia Ulrich (RSG Eggeland Alhausen) auf Captain Kirk (7,90). Siege für die heimischen Starter holten Helena Bräkling (RV Steinheim) auf Steinway B in zwei A-Prüfungen; Markus Friedel in einer L-Prüfung auf Chapeau Claque (8.50).

Am 25. November findet in der Stadthalle der große Reiterball des Reit- und Fahrvereins Steinheim statt. Karten gibt es im Vorverkauf in der Sparkasse Steinheim und der Vereinigten Volksbank.

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