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Fußball-Bezirksliga: VfR Borgentreich dominiert 4:0 in Steinheim

Zweite Bauchlandung des TSC

Steinheim (WB). Der VfR Borgentreich hat den Druck nach seiner Auftaktpleite besser verkraftet als der TSC Steinheim und 4:0 beim Aufsteiger gewonnen. Dreimal traf Niklas Mertens. »Wir haben in der Höhe verdient verloren, wenn nicht sogar das ein oder andere Tor zu niedrig«, sagte TSC-Trainer Norbert Dölitzsch.

Michael Risse

Tuncay Aydin (l.) erlebt mit dem TSC Steinheim die sprichwörtliche Bauchlandung. Der Aufsteiger hat nach zwei Spielen null Punkte und 1:9-Tore. Gestern verlor der TSC 0:4 gegen Borgentreich (hier Christian Rasche). Aydin kam erst morgens aus dem Urlaub. Foto: Michael Risse

»Wenn sich zwei Mannschaften nach ihren Auftaktniederlagen etwas vorgenommen hatten, war das eher bei Borgentreich zu sehen. Die waren bezirksligareif. Wir hatten nicht einmal A-Liga-Niveau«, sagte Dölitzsch in einer schonungslosen Analyse. Seine Mannschaft habe fast alles vergessen, was er im Training und in der Vorbesprechung des Spieles gesagt hatte. Es fehlten Spritzigkeit und Dynamik. Das Stellungsspiel war schlecht. »Wir haben es dem Gegner zu einfach gemacht«, sagte Steinheims Trainer.

Borgentreich agierte in der ersten Halbzeit effektiv. »Wir wollten das Spiel breit machen, im Mittelfeld pressen und schnell umschalten«, schilderte Coach Daniel Bartoldus. Zählbares gab es durch einen Schuss aus 25 Metern von Tobias Cloidt (0.1, 20.) sowie dem 2:0 (30.) und 3:0 (40.) von Niklas Mertens. Bartoldus gab zu, dass die Konzentration nach 30 Minuten abnahm. Der VfR hätte mehr Tore erzielen können. »Dafür gibt es auch nur drei Punkte«, sagte Bartoldus, der mitempfand, wie es den Steinheimern erging: »Wenn man in der Bezirksliga einmal nicht wach bist, bestraft es der Gegner ohne Ende.« Bartoldus freute sich zugleich über die befreiend wirkenden ersten Punkte, erwartet aber »eine harte Nummer für uns und andere Bezirksligisten aus dem Kreis Höxter.«

Nachdem das Spiel zur Pause entschieden zu sein schien, wünschte sich Dölitzsch einen Auftritt, der die Außenwirkung des TSC besser als das Ergebnis aussehen lässt. Mit dem Wort »halbherzig« hatte Kapitän Bilal Bozkurt die ersten 45 Minuten zusammengefasst. Aufgrund der hohen Temperatur und bei einigen TSC-Akteuren mageren Saisonvorbereitung, war in der zweiten Hälfte wenig Aufbäumen spürbar.

Drei Spieler sind noch im Urlaub, Tuncay Aydin stieg nach einer Woche Türkei erst am Sonntag um 9 Uhr aus dem Flugzeug. »Ich habe nicht geschlafen, war die ganze Nacht unterwegs«, sagte der bezirksligaerfahrene 30-Jährige, der dennoch durchspielte.

In der Offensive fehlte Zielstrebigkeit. Dölitzsch konnte kaum Alternativen bringen. Irfan Özcan und Torhüter Griebat mussten wegen Verletzungen ersetzt werden. Mit seinem dritten Treffer erhöhte Niklas Mertens auf 4:0 (85.).

»Aus der spannenden und interessanten Aufgabe, die ich vor sieben Wochen angetreten habe, ist Stand jetzt eine Herkulesaufgabe geworden. Wir haben so viel aufzuarbeiten«, sagte Dölitzsch. Die Körpersprache passe nicht. Der TSC sei nicht als Team aufgetreten. »Permament wurde die Schuld beim Schiedsrichter oder Mitspieler gesucht«, ergänzte Dölitzsch, der sich besonders über drei gelbe Karten wegen Meckerns ärgerte. Die TSC-Kicker beschwerten sich andauernd über das für sie ungewohnte, körperbetontere Spiel in der Bezirksliga, statt es selbst für sich umzusetzen.

TSC Steinheim: Griebat - Ahmad, Akyazi, Özcan (58. M. Bozkurt), B. Bozkurt, Öztürk, Birinci, E. Erünsal, A. Rünsal, Akbulut (53. Plat), Aydin

Borgentreich: Dohmann - Schumacher, J. Fögen (80. Güthoff), Kornhoff, Mertens (87. R. Fögen), Cloidt (85. Conze), Berlage, Unger, Rasche, A. Fögen, Arendes

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