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Meine Corona-Pause: Dennis Göke, Abwehrspieler des VfR Borgentreich II, absolviert Krafttraining auf der eigenen Baustelle.

Er ist stets einsatzbereit und beschäftigt

Borgentreich

„Ich bin gerne beschäftigt und sehe die Zeit, die ich zuhause verbringen darf, positiv“, sagt der Borgentreicher Dennis Göke. Für ihn bedeutet die Corona-Pause, mehr Zeit im eigenen Heim sowie für Frau und Tochter zu haben. Zur Serie 2020/2021 konnte er seit langem mal wieder eine Vorbereitung auf die Fußballsaison komplett mitmachen.

Astrid E. Hoffmann

Mit Übersicht und Erfahrung: Dennis Göke dirigiert die Abwehr des VfR Borgentreich II, hier im Hinrundenspiel in Wormeln. Foto: Günter Sarrazin

Seit der F-Jugend ist er seinem Heimatverein, dem VfR Borgentreich treu. In dieser Saison, die seit Ende Oktober unterbrochen ist, spielt der 33-Jährige mit der zweiten Mannschaft in der Kreisliga B Gruppe 2. In dem Team gehört er schon zu den älteren Akteuren. „Bei dir wurde das Wort Spielerpass noch mit ß geschrieben“, witzeln seine Mannschaftskameraden gern. Doch damit kann der junge Familienvater umgehen, denn er hat viel Spaß am Fußball und freut sich, wenn alles rund läuft.

Mit Ingo Conze hat die Orgelstädter Reserve einen jungen, engagierten Trainer, lobt Göke. Die Vorbereitung sei wirklich hervorragend gelaufen, um so mehr bedauert der Innenverteidiger, dass derzeit nur Rang zehn zu Buche steht. Zwei Siege, vier Remis und zwei Niederlagen brachten zehn Punkte. „Bei den Remis haben wir sogar eher gewonnen“, sagt Dennis Göke. Hier ging es gegen die Teams aus dem oberen Tabellendrittel. Gegen den TuS Willebadessen (0:0), den FC Westheim/Oesdorf (1:1), den SV Herste (0:0) und den SV Menne (2:2) wurde jeweils ein Zähler errungen. Dafür konnte die Conze-Elf beim Kellerkind SV Borussia Hohenwepel eine 2:3-Niederlage nicht verhindern. „Wir haben uns gegen die unteren Teams schwer getan. Uns fehlt vorne oft die Durchschlagskraft“, sagt Dennis Göke, der mit seinen 1,91 Metern Körpergröße eine gute Übersicht in der Abwehr hat.

Dass er die Vorbereitung auf diese Saison komplett mitmachen konnte, ist auch mit der Pandemie zu erklären. Dennis Göke ist als Soldat bei der Luftwaffe in Nörvenich bei Köln stationiert. Er ist in der Woche in Nörvenich und am Wochenende in Borgentreich. Seine Ehefrau ist daran gewöhnt, denn so war es schon, als sich die beiden vor sechs Jahren kennengelernt haben.

Göke ist als Betriebsführer in der Instandsetzung zuständig. „Es geht um die Luftraumsicherung über Deutschland. Dabei muss sichergestellt sein, dass die Flugzeuge stets einsatzbereit sind“, erklärt er. Normalerweise gibt es Früh- und Spätschicht. Damit immer genug Personal zur Verfügung steht, falls jemand sich infiziert hat, wurde auch hier Homeoffice eingeführt. „Ich bin jetzt jede zweite Woche zu Hause in Bereitschaft“, führt der gelernte Elektriker aus. Als die Fußballserie vergangenen September endlich begann, war er topfit.

Natürlich muss er das auch für seinen Beruf sein. Einmal pro Jahr wird das deutsche Sportabzeichen abgelegt und auch in der Kaserne stehen Übungen auf dem Programm. „Aber es ist schon anders, mit den Mannschaftskollegen auf dem heimischen Rasen Taktik, Technik und Kondition zu trainieren“, so Göke.

Acht Spiele fanden schließlich statt. Fünf Spiele stand er mit seiner zweiten Mannschaft auf dem Platz, einmal davon auch als Kapitän. Am siebten und achten Spieltag war der Routinier in der Bezirksliga-Mannschaft des VfR gefragt. Mit der Ersten gelang ein 4:3-Sieg gegen den SV Dringenberg. Gegen den Tabellenzweiten Lemgo wurde überraschend 2:1 gewonnen. In diesem Spiel verletzte sich Göke Anfang der zweiten Halbzeit am Knie und musste ausgewechselt werden. „Danach hat es bis Neujahr gedauert, bis ich wieder Sport machen konnte“, blickt er zurück. Um erst einmal wieder Kondition aufzubauen, geht er nun wieder Laufen.

In der Jugend war er als Leichtathlet aktiv. Hochsprung, Weitsprung und der 100-Meter-Lauf gehörten zu seinen Disziplinen. „Ich war ganz gut unterwegs, aber nie ganz vorn und es ist halt lange her“, stapelt der 33-Jährige vielleicht etwas tief. Ein zweiter Platz bei den OWL-Meisterschaften im Hochsprung war dann schon dabei. Seine Leidenschaft gehört aber dem Fußball und da passt als Sport in Corona-Zeiten natürlich das Laufen perfekt.

Krafttraining absolviert Dennis Göke auf der eigenen Baustelle. Vor drei Jahren kaufte er sich mit seiner Frau Jessica ein altes Bauernhaus mit Stall und Scheune, zu dem auch ein unter Denkmalschutz stehendes Heiligenhäuschen gehört. Im Zweiten Weltkrieg war das Haus getroffen und dann wieder aufgebaut worden. „So sind noch Lehmdecken und Bruchsteinmauerwerk vorhanden, die älter sind als 70 Jahre“, berichtet der gelernte Handwerker.

Innerhalb eines Jahres hat er das Wohnhaus bezugsfertig gemacht. Was er selbst konnte, erledigte er an den Wochenenden und an freien Tagen. Für alles andere fand er Hilfe. Mit einem Lächeln fügt Dennis Göke hinzu: „Das Haus ist eine Lebensaufgabe.“

An erster Stelle stand bei diesem Projekt zuletzt der Ausbau des Kinderzimmers, denn dort zieht jetzt die vergangene Woche geborene Tochter Merlene ein. Damit dürfte es dem gern beschäftigen Vater nicht mehr an Aufgaben mangeln.

Kurz gefragt

Lauf- oder Krafttraining: Auf jeden Fall Laufen. Das ist eher meine Disziplin. Krafttraining mache ich, wie gesagt, beim Umbau des Hauses.

Bringdienst oder selber kochen: Ich koche sehr gerne, aber ab und zu muss es einfach etwas vom Lieferdienst sein.

Playstation oder Netflix: Als Film- und Serienfreak bevorzuge ich definitiv Netflix.

Podcast oder Buch: Da heiß es bei mir Podcast. Wie zum Beispiel „Let there be Rock“, das ist der AC/DC-Podcast, oder „Radio orchid“ von Fury in the Slaughterhouse.

Spotify oder Radio: Ich höre gerne und viel Radio.

Lieblings-Internetseite: Eine Lieblingsseite habe ich nicht. Ich schaue wieder mehr auf Facebook, um auf dem Laufenden zu sein.

Sportlerbiografie: Eine Biografie habe ich nie gelesen, aber ich finde den Torwart von Juventus Turin, Gianluigi „Gigi“ Buffon, einfach einmalig. Auch wenn ich kein Torwart bin. Der ist schon ewig Profi und man liest eine Menge über ihn. Mich beeindruckt, dass er in diesem hohen Fußballeralter immer noch auf so einem Niveau spielt.

Corona-Rituale: Corona-Rituale habe ich keine. Ich mache alles wie vorher – nur mit Maske.

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