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Serie Meine schönsten Sporterlebnisse: Fußballer Björn Wetekam nennt Erfolge mit dem TuS Wrexen, dem VfB Marsberg und Rot-Weiß Erlinghausen

Er setzt auf Teamarbeit

Wrexen

Fünf Jahre Bezirksliga, drei Jahre Landesliga und vier Jahre Verbandsliga: Björn Wetekam blickt auf eine interessante Fußball-Laufbahn im Erwachsenenbereich zurück. Die Aufstiege mit dem TuS Wrexen in die Bezirksliga und mit dem VfB Marsberg in die Verbandsliga gehören zu seinen schönsten Sporterlebnissen. Ebenso zählt der Wrexener die Klassenerhalte mit Marsberg in der Landesliga und die Zeit beim SV RW Erlinghausen dazu. In seinem Heimatverein TuS Wrexen engagiert er sich seit sechs Jahren im Vorstand. „Die Corona-Krise ist dabei die herausfordernste Aufgabe für das Führungsteam und für alle Mitglieder“, betont er.

Günter Sarrazin

Die Trainingspullover und Shirts zeigen die Stationen seiner Fußball-Laufbahn im Erwachsenenbereich: Björn Wetekam (44) hat mit dem TuS Wrexen, dem VfB Marsberg und dem SV Rot-Weiß Erlinghausen Erfolge gefeiert. Seit sechs Jahren engagiert sich der frühere Verbandsligaspieler im TuS-Vorstand. Foto: privat

In einem großen Pappkarton hat der 44-jährige Familienvater viele Berichte und Fotos aus seiner aktiven Fußballzeit gesammelt. „Die Siege mit Marsberg und Erlinghausen beim damaligen RWE-Hallenmasters und die Erfolge beim Westheimer-Cup im Freien und in der Halle waren ebenfalls Highlights“, sagt der ballsichere Abwehr- und Mittelfeldspieler. Als besondere Partien mit Rot-Weiß Erlinghausen kommen zwei Testspiele gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund hinzu. Da waren der eine oder andere Reservist der Bundesliga-Mannschaft und Jungprofis dabei. „Zum Beispiel Nuri Sahin. Der war damals schon gut“, erinnert sich Wetekam.

In der Saison 1995/1996 hat er als junger Spieler des TuS Wrexen gleich in seinem ersten Seniorenjahr den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. „Der Mix aus erfahrenen und jungen Akteuren und der Teamgeist waren unsere Stärken“, blickt er auf die Mannschaft von Trainer Burkhard Sarrazin zurück. Nach einem Jahr in der Bezirksliga mit dem direkten Wiederabstieg und einem Jahr A-Liga wagte er den ersten Sprung zu einem höherklassigen Verein. 1998 wechselte er zum Landesligisten VfB Marsberg. Dort wiederholte sich die Geschichte. Wie mit Wrexen stieg er auch mit den Sauerländern, bei denen er sich einen Stammplatz erkämpfen musste und später Kapitän war, in der ersten Serie auf. „Das war gar nicht das Ziel. Aber wir waren ab dem siebten Spieltag durchgehend Tabellenerster. Es war wie ein Lauf“, denkt er zurück.

Ebenfalls in lebhafter Erinnerung: „Den Abschluss der Aufstiegsparty haben wir nach Wrexen verlegt. Aufgestiegen sind wir Pfingstsonntag, so haben wir bis in die Abendstunden des Pfingstmontags im Landgasthof Kussmann gefeiert“, beschreibt der damals 22-Jährige mit einem Lächeln.

Um höherklassig Fußball spielen zu können, hat der frühere Warburger Junioren-Kreisauswahlspieler viel Zeit investiert und viel trainiert. In der Landesliga und in der Verbandsliga standen während der jeweiligen Vorbereitung fünf bis sechs Einheiten pro Woche an. Während der Saison war dreimal in der Woche Training. Viele Sonntage waren reine Fußballtage. Das zeigt schon ein Blick auf die Entfernungen zu Auswärtsspielen. Die weitesten Fahrten in der Verbandsliga führten nach Vreden an der deutsch-niederländischen Grenze (etwa 220 Kilometer), Emsdetten (etwa 190 Kilometer) und Lotte (140 Kilometer – jeweils eine Strecke). „Und auch in der Sauerland-Bezirksliga ging es weit. Das Sauerland ist schon schön, doch rar an Autobahnen“, formuliert Wetekam, der mit Marsberg und Erlinghausen in bekannten Stadien gespielt hat.

„In Lotte war die Werbebande hinter dem Tor so hoch und breit, dass man das Tor schwer erkennen konnte. Gegen Paderborn II im Hermann-Löns-Stadion zu spielen, war schon toll – allerdings ist es auch komisch, wenn sich in den Stadien 100 Leute verlaufen und man beim Einlaufen in Richtung leerer Tribünen winken soll“, beschreibt der Wrexener.

Als Fußballer wurde er beim VfB Marsberg, mit dem er später dreimal in Folge Bezirksliga-Vizemeister geworden ist, gleich in seinem ersten Landesligajahr vom Mittelfeld- zum Abwehrspieler umgeschult. Auf der linken Seite in der Viererkette fand er seine neue Position. „In Erlinghausen wurde dieses System intensiviert. Aki Watzke hat das mit Trainingsmethoden von Matthias Sammer mitgebracht“, sagt er angesprochen auf den langjährigen Vorsitzenden und Förderer des SV Rot-Weiß Erlinghausen, der als Geschäftsführer von Borussia Dortmund bekannt ist.

„Hans-Joachim Watzke hat mich nach einem Kreispokalendspiel mit Marsberg gegen Erlinghausen mal direkt gefragt, ob ich mir einen Wechsel vorstellen könnte“, berichtet Björn Wetekam, der in Marsberg blieb. Ein Jahr später wechselte er dann nach Erlinghausen. Mit den Rot-Weißen wurde der Wrexener, der als E-Jugendlicher mit einer 0:24-Niederlage mit dem Mannschaftsfußball begonnen hat, in der Verbandsliga zweimal Fünfter.

An Hans-Joachim Watzke imponiert ihm besonders, dass dieser trotz des großen Erfolges beim BVB nie seinen Heimatverein vergessen hat. So habe er einen großen Aufwand betrieben, um beim Training und bei Spielen vorbeizuschauen – selbst auswärts. „Auch ist er in der Halbzeit des Öfteren in der Kabine aufgetreten, um uns klar seine Meinung zu unserer Leistung zu sagen“, führt Björn Wetekam aus.

„Fußball ist und bleibt ein Teamsport – allein kann man es nicht schaffen“, betont der FC Bayern-München-Fan, der vielen ehemaligen Mitspielern und Trainern dankbar ist. Alle können hier aus Platzgründen nicht aufgeführt werden. Mit Hermann Rodehutskors und Theo Bücker waren zwei Ex-Profis unter seinen Trainern. Auch in den Jahren in Marsberg und Erlinghausen blieb Björn Wetekam dem TuS Wrexen stets verbunden. „Der Fußball mit seinen besten Freunden. Der Sportplatz, auf dem man schon als Kind der ersten Mannschaft zugesehen hat. Das Vereinslokal Kussmann, in dem so viel und mit so vielen über Fußball gesprochen und gefeiert wurde“, nennt er Erinnerungen, die ihn immer mit dem TuS vereinen.

Nach dem Wiederaufstieg mit dem VfB Marsberg in die Landesliga kehrte er im Jahr 2010 zu seinem Heimatverein zurück. „Der Aufstieg war ein schöner Abschluss. Auch standen berufliche Veränderungen an“, sagt der gelernte Industriekaufmann, der seit 25 Jahren in Wrexen bei Smurfit Kappa Paper & Board arbeitet. In der Saison 2010/2011 gelang mit dem TuS Wrexen die Rückkehr in die Kreisliga A, in der er noch zwei Jahre spielte. Dann folgte der endgültige Abschied aus dem Seniorenbereich. „Auch, um mehr Zeit für die Familie zu haben“, sagt er, dass seine Frau stets viel Verständnis für seine Fußball-Leidenschaft gezeigt hat.

Wie eingangs geschrieben, ist er seit sechs Jahren im Vorstand des TuS Wrexen aktiv. Er versuche, etwas zurückzugeben, da er die besten Fußballerjahre nicht hier gespielt hat, erklärt er sein Engagement. Mit dem Vorstandsteam, das elf Personen umfasst, möchte er den Verein und das Ehrenamt erhalten, so dass der fast 500 Mitglieder zählende Turn- und Sportverein in der Lage ist, ein Angebot für alle Generationen in verschiedenen Sparten anbieten zu können. Einen Höhepunkt seiner Vorstandszeit gab es im Juli 2019 mit dem 125-jährigen Bestehen. „TuS gemeinsam vereint“, steht auf den T-Shirts, die dafür angeschafft wurden.

Auf Zusammenhalt baut Björn Wetekam, der sich vorstellen kann, einmal als Trainer zu arbeiten, auch weiterhin mit seinen Mitstreitern im Vorstand und mit den Vereinsmitgliedern. Wie auf dem Fußballplatz und im Beruf setzt er auf Teamarbeit.

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