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Sieben-Kontinente-Sportserie: Andreas Redeker gewinnt die Trailwertung

Hoch über dem Diemeltal

Warburg

Der Schmetterlingssteig führt über die Höhenzüge entlang der Diemel. Die Schweiz ist weit weg. Für den Daseburger Andreas Redeker gibt es trotzdem eine Verbindung. Der 45-Jährige hat die Trailrunningwertung der Sieben-Kontinente-Sportserie mit dem Schwerpunktland Schweiz gewonnen – und war dafür vorwiegend auf den Höhen zwischen Germete und Herstelle unterwegs.

Sylvia Rasche

„Läuft“: Zwei von drei Etappen auf dem Schmetterlingssteig haben Andreas Redeker (links) und Tim Rose bereits absolviert. Foto: privat

Nach den neun Tagen der Schweiz-Challenge liegt der Daseburger mit 166 Trailkilometern und 4144 Höhenmetern auf Platz eins. Gute 100 Kilometer davon hat er an der Seite des Scherfeders Tim Rose auf dem Schmetterlingssteig zurück gelegt. Das Duo hat ein besonderes Projekt in Angriff genommen: Im Sommer sind beide den kompletten Schmetterlingssteig mit dem Mountainbike in zehn Stunden abgefahren. Jetzt wollen sie den Weg laufen. Die letzte Etappe führt am kommenden Samstag von Zwergen nach Haueda.

„Wir laufen sehr regelmäßig zusammen. Im Sommer sind uns verstärkt die neuen Wegmarkierungen des Schmetterlingssteigs aufgefallen. Da kamen wir auf die Idee, uns einen schönen Tag zu machen und die komplette Strecke abzufahren“, berichtet Redeker.

Andreas Redeker (rechts) und Tim Rose (links) mit Radkollegen auf dem Quast. Im Sommer sind sie den Schmetterlingssteig mit dem Mountainbike abgefahren. Foto: privat

Mit dabei waren weitere Radkollegen. Doch nur das Duo aus Daseburg und Scherfede macht sich jetzt auch laufend auf den Weg. Die erste Etappe am Samstag vor zwei Wochen, dem ersten Wertungstag des 7CRuns Europa-Schweiz, führte von Haueda nach Bad Karlshafen: 53 Kilometer und 1400 Höhenmeter! „Wir laufen ja nicht so schnell. Das geht schon“, sagt Tim Rose. Der Scherfeder ist eigentlich Triathlet, wenn nicht gerade die Corona-Pandemie den gesamten Wettkampfkalender durcheinander bringt. „Geplant ist ein Ironman in Oktober in Portugal. So richtig glauben kann ich daran aber noch nicht“, sagt der 24-Jährige und hält sich unterdessen mit langen Läufen fit. Auf der zweiten Etappe ging es am vergangenen Samstag von Karlshafen nach Zwergen. Erneut 50 Kilometer mit 1400 Höhenmetern waren dabei zu bewältigen. Zumindest für Tim Rose.

Andreas Redeker wollte mehr. „Ich hatte ausgerechnet, dass ich die 7CRun-Trailwertung gewinnen könnte, brauchte dafür aber noch 15 Kilometer mehr“, berichtet der Daseburger. Also ließ er seinen Laufkollegen alleine mit dem Auto nach Hause fahren und lief von Haueda über verschlungene Pfade zurück nach Daseburg. Der Lohn war die Krone der Trailrunner und ganz viel Respekt vom Orga-Chef des 7CRuns. „Andreas ist umgerechnet 250 Höhenmeter auf zehn Kilometer gelaufen. Das ist enorm“, betont Jan Braun.

Neben den gemeinsamen Schmetterlingssteig-Kilometern mit Tim Rose ist Andreas Redeker unter der Woche noch die eine oder andere Extra-Runde für den 7CRun gelaufen – unter anderem mehrfach auf den Desenberg. „Vermutlich kennt keiner so viele verschiedene Wege auf und um den Berg“, lacht Redeker, der nur 1,5 Kilometer entfernt wohnt und damit den perfekten Trail praktisch vor der Haustür hat. „Ich suche mir gerne auch neue Wege und plane Strecken, die ich noch nicht gelaufen bin.“

Auf einer dieser Routen rettete er zusammen mit Laufpartner Tobias Dunschen in der vergangenen Woche dann auch noch einen seit Tagen vermissten Hund, der in einem Wassergraben gefangen war und sich alleine nicht befreien konnte. „Der Hund hat laut gebellt. Erst hatten wir Angst, weil die Gegend so einsam war. Als wir näher kamen, haben wir gesehen, dass er sich in einer Notlage befand“, erzählt der Daseburger. Polizei und Ordnungsamt waren schnell verständigt, der Vierbeiner ist wieder wohlauf zu Hause.

Andreas Redeker und Tim Rose bereiten sich jetzt auf die letzte Schmetterlingssteig-Etappe am kommenden Samstag vor. „Wir laufen auch bei Schnee“, wollen sich beide nicht von ihrem Projekt abbringen lassen.

Am Montag hat sich das Duo übrigens auf unterschiedliche Weise von den Strapazen erholt. Rose ist schon in aller Früh locker durch den Schnee gejoggt. Redeker war am Nachmittag mit dem Snowboard unterwegs – natürlich am Desenberg.

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