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Serie Meine Corona-Pause: Torjäger und Vereinsvorsitzender Felix Herold

„Ich möchte dieses Jahr mein Comeback feiern“

Körbecke.

Hoffnungsvoll ins neue Jahr gestartet: Das gilt auch für Felix Herold. Der Torjäger der SG Bühne/Körbecke und Vorsitzende des VfB 1921 Körbecke hofft auf ein Comeback im Fußball und wünscht sich, dass im Juni die Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens des VfB stattfinden können. „Die Gesundheit geht aber vor“, sagt der 28-Jährige, der durch und durch Körbecker ist.

Günter Sarrazin

Felix Herold (rechts) sucht den direkten Weg zum Tor. Sein sportlicher Lockdown begann Ende Oktober 2019 mit einer Verletzung. Foto: Sylvia Rasche

Körbecke sei für ihn Heimat und Zusammenhalt, stellt er auf die entsprechende Frage heraus. So erklärt sich auch sein ehrenamtliches Engagement im Sportverein und im Schützenverein des 650 Einwohner zählenden Dorfes. Seit 2016 ist der FC Bayern-München-Fan Vorsitzender des VfB Körbecke, vorher hat er als zweiter Geschäftsführer und Jugendobmann Verantwortung getragen. Im Schützenverein gehört er als Zugführer zum Offizierskorps.

Torjäger, Vereinschef und einer der Platzwarte des VfB – das ist eine seltene Konstellation. Und doch macht Felix Herold kein Aufhebens darum. „Manchmal ist es schwierig, weil man als Vorstand auch Entscheidungen trifft. Zum Beispiel, wenn es um die Trainerfrage geht“, sagt er mit Blick auf das Führungsamt. Mit dem guten Vorstandsteam seien die Aufgaben aber gut zu meistern. Auch investiert er gern die Zeit für das Ehrenamt. Im Schnitt umfasse die Vorstandsarbeit etwa sechs Stunden pro Woche. „Mal mehr, mal weniger.“ Und die Rasenpflege? „Dabei ist man meist allein. Das ist ein guter Ausgleich zum Beruf“, liebt er die Ruhe auf dem Sportplatz.

Als Spieler steht während der Saison zweimal in der Woche Training an, in der Vorbereitung sind es drei- bis vier Einheiten pro Woche. Hinzu kommen Test- und Punktspiele. Auf all das muss der Angreifer jedoch seit mehr als einem Jahr verzichten. Ende Oktober 2019 verletzte er sich bei einem B-Ligaspiel mit der SG Bühne/Körbecke am Rücken und hat noch Ischiasprobleme.

Sein sportlicher Lockdown begann somit schon vor Corona und soll demnächst enden. „Es ist schon viel besser geworden“, will er nun mit lockerem Lauftraining beginnen, um hoffentlich bald ein Comeback feiern zu können. Mit seinen Teamkollegen feierte er im Sommer 2020 den Aufstieg in die A-Liga. Dem vorzeitigen Saisonabbruch folgte in der neuen Spielzeit ein guter Einstand der Olejak-Truppe im Kreisliga-Oberhaus. „Die junge Mannschaft spielt einen sehr attraktiven, offensiven Fußball. Der Zusammenhalt ist gut. Und vor allem ist es gut, dass das Team fast komplett aus Spielern aus unseren beiden Orten Bühne und Körbecke besteht“, hebt Herold hervor, der digitale Medien und Squash als weitere Hobbys nennt. „Squash spiele ich meistens mit Jan Watermeier in Hofgeismar.“

Die Verbundenheit mit den beiden Orten, der Mannschaft und den Vereinen zeige sich auch darin, dass die Spiele von heimischen Anhängern stets gut besucht sind. „Die Zusammenarbeit mit dem 1. FC Bühne ist sehr gut“, stellt Felix Herold heraus. Wann der Punktspielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, ist derzeit offen.

Ebenso wie den Fußball vermisst Felix Herold, dessen Vorbild Bayerns Torjäger Robert Lewandowski ist, gemeinsame Unternehmungen und Treffen mit Freunden. Während der Corona-Zeit sei ihm bewusster geworden, wie wichtig und schön es ist, Freunde zu haben. „Auch wenn man viel per Whatsapp schreibt oder Videokonferenzen macht – es ist doch etwas ganz anderes, sich persönlich zu treffen“, betont der 1,90 Meter große Körbecker, der als Pädagogische Unterrichtshilfe an der Laurentiusschule in Warburg arbeitet.

Zurück zum VfB Körbecke. Mit Blick auf das Corona-Jahr 2020 denkt Felix Herold auch an die Absagen. „Zum Beispiel des Sportfestes, das die Haupteinnahmequelle unseres Vereins ist.“ Absagen wird es auch im neuen Jahr geben. Das fängt mit der traditionell im Februar stattfindenden Mitgliederversammlung an. Mit Fragezeichen sind aktuell die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Vereinsjubiläum verbunden, deren Vorbereitungen seit mehr als einem Jahr laufen. Im Juni sollen ein Festball und das Sportfest stattfinden. Dabei sollen erstmals die Kreispokalendspiele der Männer und Frauen in Körbecke ausgetragen werden. „Wir haben uns frühzeitig beworben und im vergangenen Sommer die Zusage bekommen“, hofft Herold, dass die Feierlichkeiten und die Spiele stattfinden können. „Man weiß aber derzeit nicht, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt“, sagt er, dass der Vorstand die Lage beobachtet und entsprechend entscheiden wird. Geplant sind auch ein Treffen mit dem Schirmherrn Willi Lenz und Ende des Jahres die jährliche Weihnachtsmarktfahrt.

Damit die Mitglieder fit bleiben, gibt es im VfB Körbecke seit dem zweiten Lockdown ein Live-Stream-Sportangebot. „Einmal pro Woche stellt Übungsleiterin Christina Jakobi darin Kraft- und Ausdauerübungen vor, die alle Teilnehmer zu Hause mitmachen können“, berichtet Felix Herold. Er selbst startet jetzt mit dem Joggen, denn er will wieder fit werden, um ein Comeback feiern zu können.

Kurz gefragt

Kraft- oder Lauftraining? Lieber Lauftraining.

Bringdienst oder selber kochen? Beides ganz gerne.

Playstation oder Netflix? Eher Playstation, obwohl ich Netflix mittlerweile auch ziemlich gut finde.

Podcast oder Buch? Weder noch.

Spotify oder Radio? Ich bevorzuge Spotify.

Lieblingsseite im Internet? Twitch.

Sportlerbiografie? Ich schaue mir lieber Biografieverfilmungen an.

Corona-Rituale? Nein, da habe ich keine.

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