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Serie Meine schönsten Sporterlebnisse: Wolfgang Mönnikes, Luftpistolenschütze des SSV Dringenberg, blickt auf seine Starts bei den Deutschen Meisterschaften zurück

Mit dem Fanbus zur Olympia-Anlage

Dringenberg

München-Hochbrück – das ist für Deutschlands Sportschützen der höchste nationale Wettkampfort. Dort, wo Olympiasieger und Weltmeister gekürt wurden, hat Wolfgang Mönnikes achtmal an Deutschen Meisterschaften teilgenommen. Neben seinem ersten Start im Schülerbereich gehört sein Einzelstart im Jahr 2013 in der Schützenklasse zu den schönsten Sporterlebnissen des Dringenbergers. „Dass ich in der fortgeschrittenen Wettkampfklasse noch einmal dabei sein konnte, war schon etwas Besonderes für mich“, sagt er.

Günter Sarrazin

Mit dem T-Shirt der Titelkämpfe steht Wolfgang Mönnikes am 23. August 2013 vor der Olympia-Schießanlage in München-Hochbrück. Er schaffte als erster Akteur des Vereins in der Schützenklasse die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Foto: Privat

In der Saison 1993/1994 begann Mönnikes als Schüler aktiv mit dem Schießsport. „Mein Freund Alex Ferber war schon dabei. Sein Vater war damals Vorsitzender des SSV Dringenberg“, blickt er zurück. Gemeinsam schießen sie noch heute für die Burgschützen. Gleich zu Beginn ging es von Erfolg zu Erfolg. Dringenberg wurde 1994 in der Disziplin Luftpistole mit der Schülermannschaft Kreis- und Bezirksmeister. Damit buchten die SSVer das Ticket zu den Landesmeisterschaften in Dortmund. Im dortigen Landesleistungszentrum errangen sie auf Anhieb den ersten Landesmeistertitel mit der Mannschaft. Als Luftpistolen-Landesmeister stürmte Dringenberg weiter zu den Deutschen Meisterschaften auf der Olympia-Schießanlage von 1972 in München-Hochbrück. Was für ein Einstand.

„In der Schülermannschaft haben Alex Ferber, der Bonenburger Henning Goelden und ich geschossen“, berichtet Wolfgang Mönnikes, der damals 13 Jahre alt war, auf Anfrage. Als Trainer förderte in den Anfangsjahren Hubert Uhe die Jungs, die Talent und Begeisterung mitbrachten. Dreimal in der Woche wurde auf dem Schießstand in der Dringenberger Burg trainiert.

„Im folgenden Jahr waren wir mit der Luftpistole wieder in München dabei. Bis zum Jahr 2001 folgten auch Teilnahmen mit der fünfschüssigen Luftpistole, mit der auf Klappscheiben geschossen wird“, denkt Mönnikes an die erfolgreiche Schüler- und Jugendzeit mit weiteren Einzel- und Mannschaftstiteln auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene zurück. Dortmund sei schon eine große Anlage, München-Hochbrück aber noch deutlich größer. „In Dortmund werden Luftdruck- und Kleinkaliber geschossen, in München kommen die großkalibrigen Disziplinen dazu“, erklärt der Familienvater, der einen Ordner voller Urkunden als erfolgreicher Sportschütze hat.

Die treffsicheren Dringenberger Nachwuchsschützen wurden von ihren Eltern, Freunden und Vereinsmitgliedern nach München begleitet. „Wir sind mit 20 bis 30 Leuten mit dem Bus dorthin gefahren“, hat Wolfgang Mönnikes noch lebhaft vor Augen. Für alle war es Highlights. Übernachtet wurde jeweils in München-Eglharting. „Heute ist der Ort schnell im Internet zu finden“, sagt der 39-Jährige, der während seines dualen Studiums mit dem Schießsport kürzer trat, mit einem Schmunzeln.

2013 qualifizierte er sich erstmals in der Schützenklasse für die Deutschen Meisterschaften. „Es hat in Dortmund gut geklappt“, blickt er in seiner ruhigen und sachlichen Art auf die Anfang Mai ausgetragenen Landesmeisterschaften zurück, bei denen er mit sicherer Hand die erforderliche Limitzahl von 372 Ringen um einen Ring übertraf.

Alexander Ferber, André Beine und Wolfgang Mönnikes traten in Dortmund für den SSV Dringenberg an. In der Mannschaftswertung landeten sie unter 30 Teams auf dem vierten Platz. Mönnikes wurde auch in der Einzelwertung Vierter. Und das unter 150 Startern. Bei 373 von 400 Ringen fehlten ihm nur zwei Ringe zum ersten und ein Ring zum dritten Rang. „Auch wenn es kein Platz auf dem Treppchen war, konnte ich mit dem Ergebnis zufrieden sein“, sagt der Betriebswirt. Die Freude wuchs mit der Bekanntgabe der Limitzahlen für die Deutschen Meisterschaften.

Nach den vielen Starts in München_Hochbrück im Schüler- und Jugendbereich war die DM-Teilnahme am 23. August 2013 ein besonderes Ereignis für Wolfgang Mönnikes und den SSV Dringenberg. Bis dahin hatte noch kein Akteur des Vereins in der Schützenklasse die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften erreicht. Zuvor hatte zuletzt Stefan Zitzmann den SSV in München vertreten. Und zwar im Jahr 2004 in der Disziplin Luftpistole Herren.

„Besonders war für mich auch, dass ich erstmals mit meiner Frau Bianca zu den Wettkämpfen fahren konnte. Unsere Tochter Leana war noch kein Jahr alt und wurde von den Großeltern betreut“, berichtet Mönnikes.

Am Vorabend seines Wettkampfes ging es nach der Arbeit nach München. Sein Vater Helmut Mönnikes reiste mit Vereinskollegen am Wettkampftag an. Pünktlich zum Start um 10.15 Uhr waren sie vor Ort. Mit dem 105. Platz verfehlte Wolfgang Mönnikes knapp sein persönliches Ziel, unter die 100 besten Pistolenschützen Deutschlands zu kommen. „Trotzdem war es mit das schönste Sportereignis meiner Laufbahn“, sagt er zufrieden.

Schöne Erfolge sind auch die Leistungen der Dringenberger Luftpistolen-Mannschaft im zurückliegenden Jahrzehnt. Nachdem er zweimal knapp verpasst worden war, gelang im Jahr 2012 der Aufstieg in die Westfalenliga. In insgesamt acht Jahren als höchstschießendes Team des Kreises Höxter qualifizierten sich die Burgschützen zweimal sogar für die Aufstiegsrunde zur 2. Liga.

Als Investition in die Zukunft hat der SSV Dringenberg unter anderem eine Licht-Schießanlage für seinen Stand angeschafft. „Seitdem können auch Kinder unter zwölf Jahren am Training teilnehmen“, berichtet Wolfgang Mönnikes, der selbst mit zwölf Jahren mit dem Schießsport begonnen hat.

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