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Fußball: Kreisjugendausschuss-Vorsitzender Horst Sündermann zieht eine positive Bilanz der vergangenen drei Jahre.

»Wir haben einiges Neues geschaffen«

Kreis Höxter (WB). »Wir haben in den vergangenen drei Jahren einiges Neues im Jugendfußball des Kreises geschaffen«, sagt Horst Sündermann (58). Vor dem heutigen Kreisjugendtag in der Schützenhalle in Borgentreich (18.30 Uhr) zieht der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses, der sich wieder zur Wahl stellt, im Gespräch mit Redakteur Günter Sarrazin eine Bilanz der abgelaufenen Amtszeit. Dabei sagt er, wo der Schuh drückt und richtet den Blick nach vorn.

Der Höxteraner Horst Sündermann stellt sich beim Kreisjugendtag in Borgentreich wieder zur Wahl als Vorsitzender des Kreisjugendausschusses. Er möchte die Geschicke auch in den nächsten drei Jahren lenken. Foto: Sylvia Rasche

Herr Sündermann, wie fällt Ihre Bilanz der Jahre 2016 bis 2019 aus?

Horst Sündermann: Mein Fazit ist positiv. Wir haben in den vergangenen drei Jahren einiges Neues im Jugendfußball des Kreises geschaffen. Auch wenn unsere Mannschaftszahlen von etwa 230 im Jahr 2016 auf 209 in 2019 gesunken sind, können wir noch einen vernünftigen Spielbetrieb in allen Altersklassen anbieten. Schwierig wird es nur bei den Mädchen. Hier ist der Rückgang der Mannschaften doch sehr hoch und macht uns Sorgen.

Fehlt deshalb irgendwann auch der Unterbau für die starken Damen-Teams des Sportkreises? Sie müssten doch ein Anreiz sein.

Sündermann: Das ist auch der Fall. Sie sind ein Anreiz. Der Regionalligist SV Bökendorf, die Landesligisten SV Ottbergen/Bruchhausen und Phönix Höxter sowie der Bezirksligist SV Kollerbeck haben Nachwuchsteams. Da läuft es. Das Problem geht eher in die Breite. Es betrifft letztlich alle Vereine, denn wir haben bei den Mädchen U12 nur noch fünf Mannschaften. Der Rest ist weggebrochen.

Macht die Arbeit angesichts des Rückgangs der Mannschaften noch Spaß? Was treibt Sie an?

Sündermann: Ohne Spaß an dieser Tätigkeit würde ich sie nicht mehr ausüben, denn dafür ist der Zeitaufwand einfach zu hoch. Das macht man nicht so nebenher. Das Interesse am Fußball an sich und die Möglichkeit, auch etwas bewegen zu können, sind meine Motivation.

Was hat der Kreisjugendausschuss zusammen mit den Vereinen in der abgelaufenen Amtsperiode auf die Beine gestellt?

Sündermann: Wir haben, wie eingangs gesagt, einiges Neues geschaffen. Die Fair-Play-Liga bei den G- und F-Junioren wird immer besser von den Vereinen angenommen. Die Einführung des Spielverlegungsantrages bei den B- und A-Junioren läuft zufriedenstellend. In diesen Altersklassen können Spielverlegungen nur noch über das DFB-Net erfolgen und das bis fünf Tage vor dem angesetzten Termin. Bei allen Hallenturnieren im Sportkreis werden die Futsal-Light-Regeln angewandt. Sie werden mittlerweile von den Vereinen gut angenommen. Im Frühjahr 2018 haben wir erstmals eine Spielführerschulung der B- und A-Junioren durchgeführt. Mit etwa 40 Teilnehmern war die Resonanz in der Sportschule Kaiserau gut.

Stichwort Fair-Play-Liga. Sind wirklich alle kritischen Stimmen verstummt?

Sündermann: Natürlich sind nicht alle kritischen Stimmen verstummt. Wir sind aber auf einem guten Weg. So werden wir auch die letzten Trainer und Eltern, die sich dagegen sträuben, mit ins Boot holen. Es ist wichtig, sich weiter für den ergebnislosen Fußball ohne Tabellen und Turniersieger in diesen Altersklassen einzusetzen. Bei den Hallenturnieren ist es schön, wenn alle am Schluss eine Siegerehrung erfahren und jeder eine Medaille bekommt.

Was ist nicht gut gelaufen? Wo drückt der Schuh am meisten im Nachwuchsbereich?

Sündermann: Der Schuh drückt uns am meisten bei der Gestaltung der Spielpläne, weil es unterschiedliche Wünsche der Trainer gibt. Bei der Planung versuchen wir, möglichst wenig Spiele an Tagen in der Woche anzusetzen. Einige Trainer wollen aber unbedingt in der Woche spielen. Bei Ferien wollen manche das erste, andere das letzte Wochenende als Spieltag sehen. Das Problem ist, dass man keine einhellige Meinung bekommt. Schwierig wird es stets bei den Meisterrunden, weil wir schon Ende Mai die jeweiligen Sieger an den Verband melden müssen. Das führt dazu, dass man dem einen oder anderen Verein auf die Füße tritt, weil man Spiele doch anders ansetzen muss, als es die Beteiligten gerne hätten.

Wie sind die Aussichten für die nächsten drei Jahre?

Sündermann: Ich gehe davon aus, dass wir noch ein paar Mannschaften im Spielbetrieb verlieren werden, und dass die eine oder andere Spielgemeinschaft noch größer wird, weil weitere Vereine keine eigenständige Mannschaft stellen können. In der Spitze, in der wir neben Landes- und Bezirksligisten mit Brakels C-Jugend erstmals einen Westfalenligisten haben, dürfte die Situation ausgereizt sein. Vielleicht kommt noch der eine oder andere Bezirksligist hinzu. Der Sportkreis Höxter hat aber personell nicht die Stärke, dass es viel mehr werden.

Mit der ersten Kreismeisterschaft im E-Sport hat es in diesem Fe­bruar eine gelungene Premiere gegeben. Ist das eine Chance für die Jugendarbeit der Vereine?

Sündermann: Es ist eine Möglichkeit, in der fußballfreien Zeit im Winter eine Auflockerung im Trainingsbetrieb zu bieten. Der Sportkreis Höxter wird immer nur ein Event im Jahr anbieten.

Sie stellen sich wieder zur Wahl. Welches Ziel haben Sie?

Sündermann: Ziel ist es, den Jugendfußball in den gleichen Bahnen zu fahren wie in den vergangenen drei Jahren. Dabei baut der Kreisjugendausschuss weiter auf eine gute Zusammenarbeit mit den Vereinen.

Wie viele Delegierte der Vereine werden heute Abend in Borgen­treich erwartet?

Sündermann: Insgesamt wurden 102 Vereinsdelegierte eingeladen. Hinzu kommen die acht Mitglieder des Kreisjugendausschusses und der Vorsitzende des Kreisjugendgerichtes.

Worauf können sich die Vereinsvertreter einstellen? 29 Tagesordnungspunkte sind ein Wort.

Sündermann: Diese Flut an Tagesordnungspunkten ist in den vielen Ämtern begründet, die zur Wahl stehen. Dennoch sollte der Kreisjugendtag zügig über die Bühne gehen.

Gibt es Anträge von Vereinen?

Sündermann: Nein.

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